Was vom Tage bleibt: Deutsche Bank: Weniger ist mehr

Was vom Tage bleibt
Deutsche Bank: Weniger ist mehr

Die Deutsche Bank will ihre Bilanzsumme verkleinern. Die Drohnenkäufer der Bundeswehr veranstalten ein Ehemaligentreffen. BMW kommt zum Einstiegspreis. Und ein Thronfolger kommt in Sicht. Der Tagesbericht.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Deutsche Bank verkleinert sich

Die Deutsche Bank will sicherer werden. Sie möchte, so heißt es jedenfalls in Frankfurt, ihre Bilanz um 20 Prozent verkleinern. Investoren und Regulierer fordern seit Ausbruch der Finanzkrise bessere Eigenkapitalquoten bei Geldinstituten. Analysten und konkurrierende Geldhäuser haben der Deutschen Bank mehrfach vorgeworfen, mit einer weitaus schlechteren Kapitalausstattung zu arbeiten als die wichtigsten Wettbewerber. Das Verhältnis von Eigenkapital zu dem, was so ausgeliehen ist, lag Schätzungen zufolge zum Ende des ersten Quartals bei 2,1 Prozent. Das wäre in der Tat mau und kann nur besser werden. Wer die Bilanz verkleinert, muss aber auch sagen, was er nicht mehr macht. Die Antwort steht noch aus.

Ehemaligentreffen in Berlin

Vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags zur „Euro Hawk“-Affäre trudelten Leute wie Ex-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und der einstige Verteidigungsminister Rudolf Scharping ein. Das milliardenschwere Drohnenprojekt war vor mehr als zehn Jahren von der damaligen rot-grünen Bundesregierung in die Wege geleitet worden und somit Anlass eines Ehemaligentreffens. Jüngst stoppte das Verteidigungsministerium das Projekt, weil die Ufos im Luftreich über Europa keine Chance auf Zulassung erhalten hätten. Blöd ist, dass bislang schon mehr als eine halbe Milliarde Euro investiert worden worden ist. Der Untersuchungsausschuss soll nun herausfinden, ob das vermeidbar gewesen wäre. Schneiderhahn und Scharping machten klar, dass sie die Drohnen damals für eine gute Sache hielten. Thomas de Maizière dachte anfangs auch so, aber später eben nicht. Die Entscheidung, die Bremse zu ziehen, fiel ihm zu. Entscheider sind stets einsam.

BMW versucht es günstig

BMW steigt mit einem Kampfpreis in den Markt für Elektroautos ein. Der erste Serien-Stromer aus Bayer kostet knapp 35.000 Euro. Das ist viel für einen Kleinwagen, aber wenig für einen Elektrowagen. Er kommt mit einem Akku 200 Kilometer weit, wenn Sitzheizung und Klimaanlage nicht laufen. Das ist wenig für einen Kleinwagen, aber viel für ein Elektroauto. Trotzdem: Die Zukunft hat angefangen.

Energiebranche sucht Lobbyisten

Die Deutschen haben kein Verständnis dafür, wenn energieintensiven Unternehmen von der Ökostrom-Subvention entlastet werden. Wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Handelsblatt Online ergab, finden 78 Prozent der Befragten die Befreiung vom Preisaufschlag auf deren Stromrechnung nicht in Ordnung. Liebe Energiefresser - da ist noch eine Menge Lobbyarbeit nötig, um das zu ändern.

Royalisten in Feierlaune

Herzogin Kates Ankunft auf der Entbindungsstation ist in fast jedem britischen Medium ganz oben in den Schlagzeilen – der „Guardian“ bot allerdings eine Alternative. Auf der Internetseite der linksliberalen Zeitung konnten Anti-Monarchisten am Montag mit einem Klick von der „Royalist“-Variante mit den Baby-Nachrichten zur „Republican“-Version wechseln, auf der diese ganz fehlten. Wir bei Handelsblatt Online haben uns für die „Journalist“-Version entschieden: Sie bekommen die Nachrichten, die interessant sind. Und so ein Thronfolger des britischen Empires wird sicher eine Person sein, über die die wir noch ein bisschen plaudern können.

Eine plauderigen Sommerabend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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