Was vom Tage bleibt

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Was vom Tage bleibt: Deutschland jammert auf hohem Niveau

Finanzminister Schäuble bekommt einen Warnschuss, der Standort Deutschland verteidigt sich gegen die Euro-Krise und die Krankenkassen sammeln ungesunde Fettpolster an. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.
Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

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Warnschuss für Schäuble

Alle Kassandra-Rufer werden sich nun bestätigt fühlen. Nachdem sich in den vergangenen Monaten die Investoren um deutsche Bundesanleihen geradezu gerissen hatten und dem Staat Geld fast zum Nulltarif geliehen hatten, ist heute eine Auktion von zehnjährigen Bundesanleihen gründlich schief gelaufen. Statt geplanter fünf Milliarden konnte die Finanzagentur nur 3,61 Milliarden Euro platzieren. Auch wenn Analysten von einer allgemeinen Kaufzurückhaltung vor der morgigen EZB-Sitzung sprechen, sollte Finanzminister Wolfgang Schäuble das Ergebnis als Warnschuss verstehen. Selbst Deutschland kann das Spiel mit der hohen Verschuldung nicht endlos treiben.

Jammern auf hohem Niveau

Doch bevor jetzt einige wieder ins typisch deutsche Wehklagen verfallen und den Untergang des Vaterlandes voraussagen, hilft ein aktuelles Standortranking des Weltwirtschaftsforums, die Maßstäbe nicht zu verlieren. Danach hat Deutschland trotz der Euro-Krise seinen weltweit sechsten Platz verteidigt, während die USA auf den siebten Rang zurückgefallen sind. Gelobt wird dabei besonders die deutsche Infrastruktur, die Ausbildung und die Innovationskraft der Unternehmen. Wenn Deutschland jammert, tut es das noch auf verdammt hohem Niveau.

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Gefährliches Finanzpolster

Zumindest auf den ersten Blick eine positive Meldung sind die aktuellen Zahlen der Krankenkassen. Im ersten Halbjahr konnte ein Plus von 2,7 Milliarden Euro eingefahren werden, die Finanzreserven der Krankenversicherung belaufen sich damit auf 21,8 Milliarden Euro. Nun werden Rufe nach Beitragsrückzahlungen laut. Das macht sogar Sinn - und zwar nicht nur aus Gerechtigkeitsgründen. Denn die Erfahrung lehrt: Haben die Kassen ein zu gutes Finanzpolster, dann erlahmt schlagartig die Bereitschaft, mit den Mitteln sparsam umzugehen.

Was wusste Samuelsson?

Böses Erwachen für Hakan Samuelsson. Gegen den ehemaligen MAN-Chef wird jetzt auch im Schmiergeld-Skandal ermittelt. Als Samuelsson den Konzern nach der Aufdeckung zahlreicher Korruptionsfälle 2009 verlassen musste, hatte es so ausgesehen, als ob er die politische Verantwortung für Schweinereien übernommen hatte, die ihm andere eingebrockt hatten. Doch jetzt belastet ihn ausgerechnet der Chef der Revisionsabteilung schwer und bezichtigt ihn der Mitwisserschaft. Verdächtig ist jedoch, wie häufig solche Zeugen in Korruptionsprozessen erst Jahre später aussagen. Schweigekartell? Oder späte Rache?

Was fehlt? Wenn Sie mal was ganz exklusives tun wollen, dann schalten Sie doch bei Sky die Harald Schmidt Show ein. Sie sind dann Teil eines handverlesenen Zirkels, der Marktanteil lag zuletzt gerade mal bei 0,1 Prozent. Vielleicht sollte Schmidt das Fernsehen ganz verlassen und die alte Tradition der Salons wiederbeleben. Da braucht er sich um die Quote nicht mehr zu scheren.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Feierabend, vielleicht mit einem guten Buch statt exklusiver Fernsehshows,

Florian Kolf

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  • 07.09.2012, 10:16 UhrHermann.12

    Jammern auf hohem Niveau? Das kann man nur behaupten, wenn man lediglich die Relationen zwischen den Staaten betrachtet, die absoluten Verhältnisse aber ignoriert.
    Nur wei lder Einäugige unter dne Blinden könig ist, ist das noch lange kein Grund den Verlust des einen Auges nicht zu beklagen.
    Es ist erschreckend, mit welcher Ignoranz immer noch ide Probleme und Perspektiven mit eigentlich äußerst oberflächlichne und fadenscheinigen Argumenten heruntergespielt werden. Bei jeder näheren Betrachtung fallen diese Position zusammen wie ine Kartenhaus.
    Kürzlich las das das demographische Problem letztlich ein Fake wäre, denn schließlich ist der Anteil der Jüngeren gegenüber den Älteren seit dem 19. Jahrhundert von 44% auf etwa 20% gesunken.
    Das diese Älteren alle Berufstätig waren, mithin das Arbeitskräfteangebot vergrößerten und durchschnittlich kaum 5 Jahre Rente bezog wird da völlig ausgeklammert.
    Natürlich wird nicht die Welt untergehen, aber unser Sozialsystem ist nicht auf die gravierenden Veränderungen vorbereitet und es verbleibt keine Zeit mehr um ohne Wohlstandseinbussen dieses Versäumnis nachzuholen.
    Dafür hat man die Fakten zu lange ausgesessen.

    H.

  • 05.09.2012, 22:12 Uhrpedrobergerac

    Die EZB ist doch nur ein Ableger von Goldman Sachs. Und die regieren die Welt.
    Bis auf Syrien, Nordkorea und den Iran. Die haben eigene Zentralbanken.
    Früher war das auch in Libyen und im Irak so gewesen.

    Einstmals sagte ein römischer Senator:
    Laßt uns den Sklaven ein Band um den Arm binden, damit sie jeder sofort erkenne. Da sagte ein Anderer. Lieber nicht. Dann sehen sie sofort, wie viele sie sind.

    Solange die Menschen nicht wissen, wie das Geld und die Wurst gemacht werden, können sie besser schlafen.

    Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein eigenes Geld aus der Luft schöpfen und dieses Monopol NICHT den Privatbanken überlassen,
    müsste er es sich nicht für teures Geld = ZinsesZins borgen und wir bräuchten dann ALLE KEINE Steuern zu bezahlen.

    Unser GANZES Leben wird also nicht von der Politik, sondern von den Banken bestimmt. Ein einzigartiges Betrugssystem. Der ESM hat nahezu die gleichen Strukturen wie die FED. Die Versklavung wird damit auf EU Ebene hochgefahren.

  • 05.09.2012, 19:51 Uhrhumor3

    Der Kommentator ist ein Scherzkeks: die Deutschen jammern nicht, sie sehen, dass ein Rezessions-Steuererhöhung-Enteignungs-Tsunami durch die EZB und durch die Deutsche Politik (willfährig) passieren wird. Wer da nicht kritisch ist, ist dumm. Das hat nichts mit jammern zu tun: oder würden Sie es als jammern über den Einbrecher bezeichnen, wenn er schon vor Ihrer Tür steht, mit dem Brecheisen in der Hand und zur Tat schreitet? Da nützen die im Haus mühsam ersparen Groschen nichts, wenn sie geraubt werden (ohne Gegenwehr)..... Wie gesagt, Sie haben einen merkwürdigen Humor.

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