Was vom Tage bleibt

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Was vom Tage bleibt: Die absurde Umverteilungsmaschine der EU

Die Europäische Union verspielt ihre Zukunft, die Iren gehen mit gutem Beispiel voran, Daimler kämpft mit seinem Image und ein Justizminister zeigt, wie man es Karneval nicht macht. Der Tagesrückblick.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.
Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

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Zementiert

Schon vor den eigentlichen Beratungen stand für Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker fest, dass sich die Mitgliedsstaaten über den Etat der EU rasch einigen werden und dass der Spielraum für Einsparungen sehr begrenzt ist. Will heißen: Nur ja nicht an den Besitzständen rühren, nur nicht zu viel Unruhe reinbringen und die Finanzmärkte aufregen. Mit dieser Bunkermentalität wird der Unsinn zementiert. Rund 80 Prozent des EU-Etats bestehen aus einem absurden Umverteilungsmechanismus der Milliarden in die Landwirtschaft und in strukturschwache Gebiete pumpt. Investitionen in die Vergangenheit statt in die Zukunft. Kein Wunder, dass die EU bei immer mehr Europäern jeden Kredit verspielt hat.

Durchgegriffen

Zu radikalen Mitteln hat jetzt die irische Regierung gegriffen. Sie hat kurzerhand die marode ehemalige Anglo Irish Bank liquidiert, die 2008 in Schieflage geraten war und danach mit Milliardenaufwand verstaatlicht worden war. Nun sollte der Weg frei sein für eine Einigung mit der EZB über die Verringerung des erdrückenden Schuldendienstes. Denn der Zusammenbruch der Bank hatte Irland ja erst an den Rand des Staatsbankrotts geführt, vor dem das Land die EU-Hilfen bewahrt haben. Europa sollte nun Entgegenkommen zeigen – im eigenen Interesse. Denn wenn Irland es schaffen sollte, noch in diesem Jahr an den Kapitalmarkt zurückzukehren, ist die Gemeinschaft nicht nur ein Problem los, sie hat auch ein leuchtendes Beispiel für andere Schuldenstaaten.

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Abgehängt

Nicht nur in Irland regiert das „Prinzip Hoffnung“. Auch bei Daimler glaubt man fest daran, dass spätestens im nächsten Jahr der Stern wieder glänzt. Denn dass dieses Jahr schon der Angriff auf BMW und Audi gelingt, das hat selbst Konzernchef Dieter Zetsche bereits abgeschrieben. Trotz eines Feuerwerks an neuen Modellen fällt Daimler in dem Dreikampf zurzeit eher noch zurück. Denn die Lücken in der Modellpalette sind so groß, die lassen sich nicht über Nacht schließen. Doch das Schlimmste ist: Die Konkurrenz ist nicht nur besser, sieht hat auch bei jüngeren Kunden das bessere Image. Und das ist noch schwerer aufzuholen als ein technologischer Rückstand.

Abgehoben

Eine Comeback-Geschichte der besonderen Art deutet sich zurzeit in den USA an. Direkt aus dem Gläubigerschutz, also einer Art behüteter Insolvenz, will American Airlines den kleineren Konkurrenten US-Airways schlucken und so zur weltgrößten Fluggesellschaft werden. Ein solch atemberaubender Neustart ist wohl nur in den USA möglich, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch eins dürfte klar sein: Auch Größe schützt vor Pleite nicht. Nach der Krise war in der US-Luftfahrt noch immer vor der nächsten Krise.

Was fehlt? Ausgerechnet der Justizminister des Landes Niedersachsen braust betrunken mit dem Auto durch die Gegend. Und das zum Beginn der Karnevalszeit. Nehmen Sie sich daran besser kein Beispiel und kommen Sie gut durch die tollen Tage.

Alaaf und Helau!

Florian Kolf

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  • 07.02.2013, 20:20 Uhr

    Alaaf und Helau!
    Tää,Tää,Tää,Rätätä,Rätätä!

    Der Irrsinn geht weiter, Karneval ist eine seriöse Veran-
    staltung dagegen.

    Diese schmarotzerunterstützende Umverteilungs-Maschine
    erreicht genau das Gegenteil dessen, was das Ziel des nä-
    heren Heranrückens der europäischen Völker ausmachte,
    nämlich das Wachsen von Verständigung und Vertrauen!
    Das Mißtrauen steigt, alte Vorurteile werden ausgegraben,
    Fouls und Revanche-Fouls werden wieder begangen.
    Die "normalen" Bürger wollen DIESES Europa nicht! Die Protagonisten sind ausschließlich diese kassierenden In-
    teressengruppen und Funktionäre.
    Politiker, die in die Geschichtsbücher eingehen wollen
    (Kohl's Mantel der Gechichte!) gehören ebenfalls zu den
    mächtigen Interessengruppen, die aber die Minderheit
    sind.
    Da die Felle sichtbar wegschwimmen, werden zunehmend die
    Skeptiker dieses Irrsinn als die neuen Kriegstreiber dar-
    gestellt. Äußerst negativ ist mit dieser perfiden Keule
    bei mir vor einiger Zeit Herr Genscher in einer Fernseh-
    show aufgefallen, der diese Anschuldigung heftig erregt,an junge Mitdiskutanten richtete, die sich dann, ziemlich verstört, in der Runde zurückhielten.

    Nein, nicht die Kritiker fahren "Europa" an die Wand, sondern die, die mit viel Phrasen aber bar jeder historischen und psychologischen Kenntnis der europäi-
    schen "Seelen" ihre eigenen interessengruppen-bezogenen
    Vorteile erreichen wollen.

  • 07.02.2013, 20:32 Uhr

    Der Kolf sieht ja noch immer aus, als sei er gerade mit seinen Klamotten aus dem Winterschlaf erwacht!
    Wie kann sich das HB so eine untergruftige Perfomance nur antun?

  • 07.02.2013, 21:05 Uhr

    Wenn bereits die frz. Regierung laut über einen möglichen GAU von Atommeilern macht, braucht hier so recht niemand mehr damit zu rechnen, wer den Schaden hat. Die Menschen, denen ständig die Sicherheit solcher Teufelswerke suggeriert wurden, kann dann auch nur noch bedingt geholfen werden.

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