Was vom Tage bleibt

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Was vom Tage bleibt: Die Angst vor dem Abgrund

Griechenland und die Euro-Zone stehen vor der Scheidung, europäische Investoren legen keinen Wert mehr auf Rendite und in China werden die Fliegen aus den Toiletten verbannt. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.
Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

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Das Undenkbare denken

Der Ton wird immer schärfer: Angesichts des politischen Chaos in Griechenland hat jetzt auch die Bundesbank in ihrem Monatsbericht betont, dass ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone beherrschbar wäre. Das bisher Undenkbare scheint immer mehr zum Unausweichlichen zu werden. Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für den Ausstieg, Regierungen und EZB entwerfen Notfallpläne. Zu lange haben die Beteiligten die Augen vor einer einfachen Weisheit verschlossen: Man kann nur dem helfen, der sich auch helfen lassen will. Wer die rettende Hand wegschlägt, muss halt selber aus dem Abgrund nach oben klettern.

Skepsis an den Märkten

Die Märkte dagegen haben große Skepsis, ob ein Austritt Griechenlands wirklich beherrschbar ist - oder ob er weitere Länder mit den Abgrund ziehen würde. Die politischen Turbulenzen haben den Dax heute deutlich ins Minus gedrückt. Wo soll die Zuversicht auch herkommen? So dilettantisch, wie sich die Politiker bei der Bewältigung der Euro-Krise bisher angestellt haben, ist die Verunsicherung nur verständlich. Und das Schlimmste ist: So zerstritten, wie Europas Regierungschefs in wichtigen Fragen sind, ist ein gezieltes Krisenmanagement nicht zu erwarten.

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Kapitalerhalt vor Rendite

Wie groß die Sorge vieler Investoren ist und wie verzweifelt ihre Suche nach Sicherheit, dokumentierte heute eine Zahl: 0,0. So hoch ist der Zinssatz, den Deutschland für seine jüngste Anleihe zahlt. Und ausreichend Anlger sind erstaunlicherweise bereit, den Bond trotzdem zu zeichnen. Kapitalerhalt geht mittlerweile vor Rendite. Und sollte sich die Krise weiter so zuspitzen, besteht sogar noch die Chance, dass der Kurs der Anleihe steigt - und mit diesem Gewinn zumindest die Inflation ausgleicht.

Gehaltserhöhung statt Dividende

Manch ein Commerzbank-Aktionär wäre froh, wenn sein Kapital wenigstens nominal den Wert gehalten hätte. Doch die meisten haben einen Großteil ihres Einsatzes verloren. Entsprechend heftig war der Ärger, der sich heute auf der Hauptversammlung entlud. Denn eine Dividende ist für die Anteilseigner weiter nicht in Sicht. Gleichzeitig aber hat sich Bankchef Martin Blessing still und heimlich sein Gehalt um 160 Prozent erhöhen lassen. Das passt nicht zusammen.

Was fehlt? Öffentliche Toiletten in Peking dürfen künftig nicht mehr als zwei Fliegen aufweisen. Dies hat der für das Image der Hauptstadt zuständige Ausschuss angeordnet. Da wird sich manch europäischer Investor denken: Deren Sorgen möchte ich haben.

Ich wünsche Ihnen einen Feierabend ohne Verunsicherung,

Florian Kolf

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  • 23.05.2012, 21:35 Uhrnanoflo

    Angst müssen nur die Länder haben die nicht in Lage, oder Willens sind Einsatz und Fleiß zu zeigen!
    Ich habe da keine Angst!!! Egal ob Euro zusammenbricht, Griechenland untergeht oder nicht!Wir packen das!
    Nur Angst darf man haben wenn die SPD über der Verfassung stehen will und eine Vergemeinschaftung von schulden (Eurobonds) fordert obwohl dies eindeutig verboten ist.
    So eine Partei sollte verboten werden!

  • 23.05.2012, 19:35 UhrInformationsdiktatur

    „Man kann nur dem helfen, der sich auch helfen lassen will. Wer die rettende Hand wegschlägt, muss halt selber aus dem Abgrund nach oben klettern.“
    ---
    Hallo Herr Kolf,

    so eine Kommentierung kann ja von Ihnen als Wirtschaftsredakteur nicht wirklich ernst gemeint sein?!
    Wer privatisiert Gewinne und sozialisiert Schulden, wer wird denn seit 2 Jahren durch immer neue, utopischere Rettungsschirme gerettet, die Griechen oder notleidende europäische BAD-Banken und noch schwerreiche Investoren?
    Warum machen Sie sich mit einer Sache gemein, anstatt objektiv die Leser über die wahren Hintergründe der Banken-, Privat-, und Staatsschuldenkrise aufzuklären?
    Werden Sie dazu von politischer Seite oder ihrem Verleger gezwungen?

    Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.

  • Kommentare
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