Was vom Tage bleibt
Die Angst vor dem Bart des Propheten

Der Anführer der Pegida-Demonstranten war ein krimineller Inländer. Mehdorn nennt konkreten Termin. Aldi-Erbe Berthold Albrecht zahlte zu viel. Lesen Sie hier die Themen dieses Tages.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Sydney schürt Hysterie

Die australische Polizei hat ein Café in Sydney gestürmt, in dem Geiseln 15 Stunden lang festgehalten worden waren. Die Uniformierten überwältigten schließlich einen einzelnen, auf Kaution freigelassenen, islamistischen Prediger. Der Vorgang hat die Deutschen auf der anderen Seite der Weltkugel dennoch in Atem gehalten. Dass sich hier so viele für die ferne Geiselnahme interessierten, liegt daran, dass Islam-Phobie hierzulande Konjunktur hat. Jeder Strauch könnte ja die Tarnkappe eines IS-Kämpfers sein, jeder Bart möglicherweise eine des Propheten.

Demonstrant auf Bewährung

Einer, der sich lauthals vor dem Islam fürchtet, ist Lutz Bachmann. Er ist Organisator der Dresdner Pegida-Bewegung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Angst vor kriminellen Ausländern zu schüren. Anstatt sich diesen Ängsten hinzugeben, hätten die Demonstranten Grund, Bachmann ihr Misstrauen auszusprechen. Aktenkundig ist, dass der Chef-Demonstrant 16-mal bei Firmen in Dresden und Umgebung eingebrochen ist und dafür zu drei Jahren Haft verurteilt worden war. Vor dem Gefängnis floh er nach Südafrika, wo er unter falschem Namen lebte. Als er aufflog, landete er schlussendlich doch im Gefängnis. Nach der Haft wurde er mit Kokain erwischt. Bachmann ist auf Bewährung draußen – eine Behandlung, die er Ausländern nicht gewähren würde.

Ein konkreter Termin am Berliner Flughafen steht

Der erwartete Rücktritt von Hartmut Mehdorn als Chef der Flughafen-Baustelle in Berlin verschiebt sich – nein – nicht auf unbestimmte Zeit, sondern spätestens auf den 30. Juni 2015. Mehdorn bietet damit in eigener Sache ein deutlich handfesteres Datum an als in Sachen Flughafeneröffnung. Man darf spekulieren, dass das eine mit dem anderen zusammenhängt.

Wenn Recht ungerecht wird

Ehemalige Aktionäre der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate können auf Schadensersatz hoffen. Richter in München kommen zu dem Schluss, dass die Bank ihre Lage im Jahr 2007 falsch dargestellt und die Aktionäre zu spät auf ihre Probleme hingewiesen hatte. Recht ist dann ungerecht, wenn der Steuerzahler erst die Bank retten muss und dann auch noch deren Aktionäre entschädigen soll.

Kampf mit den Tränen

„Unverzeihlich“ sei es, „dass in mehreren Fällen das von Berthold Albrecht in mich gesetzte Vertrauen nicht gerechtfertigt war“. Diesen Satz hat heute der Kunsthändler Helge Achenbach seinen Richtern gestanden und dabei mit den Tränen gekämpft. Er räumt damit ein, dass er den Aldi-Erben übers Ohr gehauen hat, in dem er Rechnungen so fingierte, dass überhöhte Preise darin ausgewiesen wurden. Diese Scheinrechnungen nennt Achenbach übrigens „Kollagen“: Bei aller Reue bleibt sich der Kunsthändler in seinem Selbstverständnis selbst treu.

Ich wünsche Ihnen einen tränenlosen Abend, Ihr

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Die Angst vor dem Bart des Propheten"

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  • Wenn der Anführer der Pegida ein Krimineller ist, dann müsste man bei jedem Artikel über gewisse Politiker den Satz voranstellen, dass dieser oder jener Politiker kriminell oder betrügerisch ( bei dieser Vorstufe werden bei den meisten Verfahren gegen Politiker die Staatsanwälte schon ausgebremst) ist oder verdächtigt ist kriminell gehandelt zu haben wie z.B. Schäuble, Fischer, Kohl, Strauss, Edathy, Koch etc etc nicht zu reden von unseren Wirtschafts- und Bankenbossen.
    Insofern fühle ich eine Ungerechtigkeit, eine Artikel über Pegida in dieser Weise zu beginnen, wo ja gerade in Australien das Gegenteil des friedlichen Islam wieder einmal der ganzen Welt gezeigt wurde.

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