Was vom Tage bleibt: Die Fastenzeit ist vorüber

Was vom Tage bleibt
Die Fastenzeit ist vorüber

Die Zeit der Knappheit ist vorbei, zumindest für den Chef der US-Bank JPMorgan Chase. Viele Mitarbeiter von Müller-Brot haben dagegen weniger Grund zu Feiern. Und auch Hyänen müssen zuweilen fasten. Der Tagesrückblick
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Wunderschönen guten Abend,

Millionensegen für Dimon

Ich weiß nicht, ob Jamie Dimon in den vergangenen fast 40 Tagen gefastet hat. Aus finanziellen Gründen zumindest hätte es der Chef der größten US-Bank JPMorgan Chase, wohl nicht nötig gehabt. Mit einem Gehalt von 23 Millionen Dollar für das Jahr 2011 führt er die Rangliste der Chefs der US-Großbanken an, wie aus einer heute an die US-Börsenaufsicht SEC übermittelten Pflichtmitteilung hervorgeht. Damit stellt er sogar den Großverdiener unter den Dax-Chefs, den VW-Chef Martin Winterkorn in den Schatten. Aber bevor jetzt wieder das Geschrei über die "Gier-Banker" losgeht, sollte man sich Dimons Bilanz anschauen: Kaum eine US-Bank ist besser durch die Finanzkrise gekommen.

Unsicherheit bei Müller-Brot

Viele Mitarbeiter von Müller-Brot werden für diese Millionengehälter trotzdem kein Verständnis haben. Zwar hat die Tochter des Gründers, Evi Müller, jetzt 148 Filialen des insolventen Unternehmens gekauft und sie damit vor dem Aus bewahrt. Aber von den 1100 Stellen sind damit nur rund 400 gerettet. Und der zweite wichtige Schritt fehlt noch. Denn noch ist nicht klar, ob sie auch das Herzstück des Unternehmens, die Brotfabrik übernimmt. Müllers Brotfabrik in Neufahrn bei Freising ist seit mehr als zwei Monaten auf Anordnung der Lebensmittelaufsicht wegen massiver Hygieneprobleme geschlossenen. Hier ist der eiserne Besen gefragt.

Trauer bei Porsche

Nicht nur Porsche-Fans müssen jetzt ganz stark sein: Eine der großen Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft, Ferdinand Alexander Porsche ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Er hat das Design des legendären Porsche 911 entworfen und später die lukrative Unternehmenssparte Porsche Design gegründet, in der er eine Linie von Herrenaccessoires wie Uhren, Brillen und Stiften der Marke Porsche Design entwickelte. Diese Kombination von Kreativität und Geschäftssinn sollte künftigen Generationen ein Vorbild sein.

Blockade an der Steuerfront

Weniger vorbildlich läuft zurzeit die Diskussion über das deutsch-schweizerische Steuerabkommen. Eher ist es von Vorurteilen geprägt: Aus der einen Seite gegen die reichen Steuerhinterzieher, die sich ihrer Veranwortung entziehen wollen, auf der anderen Seite gegen den gierigen Staat, der den Bürger das hart verdiente Geld aussaugt. Zwar ist heute in Bern nach jahrelangem Streit um die Besteuerung von Schwarzgeld-Milliarden das Steuerabkommen von 2011 mit erheblichen Nachbesserungen unterzeichnet worden. Doch SPD und Grüne machen auf Fundamentalopposition und wollen das Gesetz im Bundesrat blockieren. Geholfen ist damit keinem, denn ein effizientes Vorgehen gegen die Steuersünder ist ohne diese rechtliche Grundlage auch nicht möglich.

Was fehlt? Die Hyänen in Äthiopien mussten vor Ostern auch fasten - allerdings zwangsweise. Denn wenn die Menschen dort auf Fleisch und Milchprodukte verzichten, können sich die Raubtiere nicht mehr so leicht an Essenresten aus dem Hausmüll laben. Wie Wissenschaftler jetzt festgestellt haben wussten sie sich aber zu helfen - auf ganz traditionelle Weise: sie gingen einfach mal wieder jagen.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest, die Kolumne macht jetzt bis zum nächsten Dienstag Pause.

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

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