Was vom Tage bleibt
Die große Pleite mit dem Strom

RWE steht vor einem schweren Rückschlag, in der Ukraine wird es gefährlich. Die unglaubliche Geschichte des Exxon-Chefs, das neue Delta-Meilenprogramm und endlich hat es Christian Wulff geschafft. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die großen Opfer

Die Energiewende fordert ihre Opfer. Erst waren die deutschen Privathaushalte an der Reihe, die deutlich mehr für Strom zahlen müssen als die Kunden in den europäischen Nachbarländern. Jetzt erwischt es die großen Konzerne aus der Energiewirtschaft. Wie etwa den RWE-Konzern, der einen Jahresverlust von drei Milliarden Euro verbuchen dürfte. Die Energiewende ist prinzipiell nichts Schlechtes mit ihrer Ablösung der Kernenergie und von fossilen Brennstoffen. Aber der Förderwahnsinn für die erneuerbare Energie ist einfach zu weit gegangen, und das muss jetzt endlich aufhören.

Schwelende Auseinandersetzung

Der Konflikt in der Ukraine ist alles andere als beendet. Der abgesetzte Präsident Janukowitsch hat die vergangenen Tage dafür genutzt, um neue Kräfte zu sammeln. Er kann sich vor allem auf die Rückendeckung durch Russland verlassen. Unmittelbar vor unserer Haustür spitzt sich die Lage gefährlich zu. Die USA, die EU, Russland und natürlich auch die wichtigsten politischen Gruppen aus der Ukraine müssen sich jetzt schnell zusammensetzen und verhandeln. Ein gewaltiger Riss geht durch das Land: Die westlichen Landesteile orientierten sich nach Westen in Richtung EU, der russisch-sprachige Ostteil in Richtung Moskau. Auch wenn es noch niemand aussprechen mag: Vielleicht ist die Teilung des Landes doch die richtige Lösung, um einen militärischen Konflikt zu verhindern.

Nicht in meinem Garten

Wasser predigen, aber Wein trinken. Nach diesem Motto geht Rex Tillerson vor, der Chef des mächtigen US-Energiekonzerns Exxon. Sein millionenschweres Gehalt verdient er mit Öl und Erdgas, in den nächsten Jahren verstärkt auch mit der neuen Fördermethode Fracking. Doch daheim in Texas vor seiner eigenen Ranch will Tillerson geplante Fracking-Bohrungen verhindern. Wie kann dem Mann geholfen werden? Mit einer intensiven Schulung über Moral und Anstand.

Fliegen lohnt wieder

Die Meilenprogramme der Airlines haben ihre guten Jahre lange hinter such. Die gesamte Branche hat Regeln und Eintauschmöglichkeiten immer stärker eingeschränkt, so richtig lohnt sich das Meilensammeln schon länger nicht mehr. Insofern geht die US-Gesellschaft Delta nun den richtigen Weg, um das Meilensammeln wieder attraktiv zu machen. Künftig bekommt derjenige mehr Meilen gutgeschrieben, der auch mehr Geld für das Ticket bezahlt. Vielflieger, die natürlich häufiger in der Business-Class unterwegs sind, werden diesen Schritt begrüßen. Endlich bekommen sie wieder etwas dafür, wenn sie mit Delta unterwegs sind. Die spannende Frage wird dabei nur sein: Kann sich das Delta-Modell in der gesamten Branche durchsetzen? Richtig wäre es.

Wulff'sche Mahnung

Endlich hat er ein Ende genommen, der quälende Prozess um den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff. Und es kam, wie es kommen musste: Wulff wurde vom Gericht in Hannover freigesprochen. An den Bestechungsvorwürfen ist nichts dran. Auch ein Staatsoberhaupt hat ein Recht auf Freunde, von denen er sich einladen lassen darf. Und die Lehre der ganzen Sache? Staatsanwälte hierzulande sollten sich diesen Prozess sehr genau ansehen. Nicht hinter jeder vermuteten Straftat steckt auch wirklich ein Straftäter.

Einen ruhigen und nachdenklichen Abend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Die große Pleite mit dem Strom"

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  • Die arme notleidende RWE!
    Man könnte auch sagen: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Die Entscheidungsträger der RWE haben die Zeichen der Zeit missachtet und auf die falschen Pferde gesetzt - auf die Auslaufmodelle fossile Energieträger und Atomenergie. Die Schuld aber wird versucht, der Energiewende in die Schuhe zu schieben. Und die Zeche für dieses Missmanagement sollen mal wieder die Steuerzahler und Arbeitnehmer zahlen. Otto-Normal-Arbeitnehmer wäre bei einem Fehler solchen Ausmaßes schon längst zur Rechenschaft gezogen worden, hätte seinen Job verloren und obendrein u. U. eine Schadenersatzklage am Hals. Nicht so die Herren Entscheidungsträger.
    "Förderwahnsinn für die erneuerbaren Energien" - ja nee, ist klar. Wenn etwas Wahnsinn ist, dann die ernorme Umweltbelastung und -zerstörung und -risiken der fossilen und atomaren Energiegewinnung! Wenn etwas Wahnsinn ist, dann dass man die aus reiner Profitgier die Chance ungenutzt lassen will, saubere und unerschöpfliche Energie zu gewinnen! Wenn etwas Wahnsinn ist, dann dass die Möglichkeit ungenutzt bleibt, sich von Lieferanten fossiler Energieträger a la Putin durch den konsequenten forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien unabhängig zu machen. Dann wären wir freier in unseren Entscheidungen und Handlungen in Konflikten wie z. B. dem in der Ukraine!

  • Ja, was wollen wir denn überhaupt?

    Was wir nicht wollen, das wissen alle ganz genau: keine Atomkraft, keine unschönen Windräder, keine störenden Groß-Stromtrassen - und am aller-wichtigsten, keine Kosten!

    Was sind wir bereit dafür zu geben? Ich persönlich bemühe mich möglichst wenig Energie zu verbrauchen (und dabei trotzdem komfortabel zu leben). Das beginnt zB. damit, nicht benötigte Geräte ganz auszuschalten (Standby off), die Heizkörper sinnvoll einzustellen und natürlich beim Autofahren zu überlegen, welche Fahrten sind wirklich sinnvoll.

    Jeder Einzelne kann etwas tun. Er sollte es tun und nicht nur schnell dahin reden!

  • Zitat : Die Energiewende ist prinzipiell nichts Schlechtes mit ihrer Ablösung der Kernenergie und von fossilen Brennstoffen.

    - selten so eine dämliche Floskel gehört !

    Die Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen werden bei der Energiewende wegen der Energiesicherheit sogar ausgebaut ! Der Wind weht halt nicht immer und die ´Sonne geht nachts schlafen :-)

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