Was vom Tage bleibt
Die Lehre aus der „Küchen-Bombe“

Machtstreben schafft keine Sicherheit, Klartext sichert keine Wahlerfolge, politischer Wille schafft keine Arbeitsplätze und Kopfläuse können die Show nicht stoppen. Der Tagesrückblick
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Wunderschönen guten Abend,

Erschreckende Erkenntnis

Die Medien lieben griffige Etiketten. Und wenn es nicht etwas respektlos gegenüber den Opfern wäre, könnte man den Attentäter von Boston den „Küchen-Bomber“ nennen, waren die Sprengkörper doch aus Schnellkochtöpfen und Eieruhren gebastelt. Die Erkenntnis dahinter ist erschreckend: Es braucht keine ausgeklügelte Organisation und keine hochentwickelten Waffen, um maximalen Schrecken zu verbreiten. Das heißt aber auch, dass trotz aller Sicherheitsvorkehrungen der perfekte Schutz gegen Anschläge nicht möglich ist. Sicherer leben können wir deswegen nur, wenn wir uns für weltweiten Ausgleich und Verständigung einsetzen, statt rücksichtslos Machtinteressen durchzusetzen.

Fehlende Glaubwürdigkeit

Apropos Machtinteressen: Im direkten Vergleich mit Angela Merkel würden nur noch 17 Prozent der Bundesbürger Peer Steinbrück zum Kanzler wählen, so eine aktuelle Umfrage. So wenige waren es noch nie seit er zum Kandidaten gekürt wurde. Die Bürger haben ein feines Gespür: Klartext und Einsatz für soziale Gerechtigkeit werden geschätzt, aber der Mensch dahinter muss das auch glaubwürdig verkörpern. Steinbrück mit seinem arroganten Habitus, seinen gutbezahlten Reden und teuren Weinen steht für eine andere Welt. Da kann er so viel wahlkämpfen wie er will: Diesen Gegensatz wird er bis September nicht mehr auflösen.

Verlässliche Kraft

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für dieses Jahr mit 0,8 Prozent Wirtschaftswachstum. Das berichtet das Handelsblatt unter Verweis auf das Frühjahrsgutachten. Die Institute erwarten damit ein doppelt so hohes Wirtschaftswachstum, wie die Bundesregierung selbst. Auch wenn Konjunkturprognose häufig so zuverlässig sind wie das Stochern im Nebel: Auf die Kraft der deutschen Wirtschaft ist Verlass. Dabei geht es weniger um Prozentpunkte vor und hinter dem Komma. Sondern darum, dass gerade im Mittelstand das Gefühl herrscht, dass es sich lohnt, anzupacken und etwas aufzubauen. Wichtig ist nur, dass an dem geschaffenen Wohlstand hinterher auch alle teilhaben können.

Unbequeme Wahrheit

Die Opel-Mitarbeiter brauchen diesen Aufschwung dringend. Heute hat der Aufsichtsrat bestätigt, dass das Werk in Bochum endgültig geschlossen wird. Die Kollegen, die trotzdem im Unternehmen bleiben können, hoffen, dass die anziehende Konjunktur den Absatz von Autos belebt. Und die, die gehen müssen, hoffen, dass ihnen die gute Wirtschaftsentwicklung neue Jobs beschert. Denn eins ist klar, auch wenn viele Regionalpolitiker diese unbequeme Wahrheit gar nicht gerne hören wollen: Ein unprofitables Werk zu erhalten, sichert auf Dauer auch keine Arbeitsplätze.

Was fehlt? Man hatte ja schon immer den Eindruck, dass es sich bei „Germanys next Top-Model“ eher um einen hochsubventionierten Kindergarten handelt. Jetzt haben wir den Beweis: Die Kandidatinnen der Castingshow haben Kopfläuse. Früher hätte die Kindergärtnerin da ja radikal zur Schere gegriffen. Aber dann würden die Einschaltquoten wohl dramatisch einbrechen. The show must go on.

Ich wünsche Ihnen einen nicht zu haarigen Feierabend.

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Die Lehre aus der „Küchen-Bombe“"

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  • Nach den uns vorliegenden Informationen werden Schnellkochtöpfe in den USA verboten, denn sie gehören sie terroristischen Werkzeugen.

    ++ Waffen machen aus sonst friedliebenden Bürgern Mörder
    ++ Schnellkochtöpfe machen Terroristen
    ++ Flüssigkeiten >> 100 g machen Flugzeug-Terroristen

    Es wird Zeit, dass man endlich weltweit alles verbietet, was zum Terror geeignet wäre. Selbstverständlich legt das der Ami fest, denn nur dort kann man sicher über Kireg und Frieden unterscheiden.

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