Was vom Tage bleibt
Die neue Achse im Osten

China und Russland machen das große Gasgeschäft, Netflix kommt nach Deutschland. Ebay ist gehackt worden, die Rüstungsbranche klagt über fehlende Aufträge und kleine Flughäfen sind unsicher. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Der große Deal

Lange Zeit hat es danach ausgesehen, dass es keinen großen Gas-Deal geben würde. Am Ende haben sich Russland und China dann doch geeinigt, vor allem weil die Russen gehörige Preiszugeständnisse gemacht haben. Für 400 Milliarden Dollar wollen sie künftig Erdgas nach China liefern. Für den Westen bedeutet das nun erst recht, sich nach neuen Bezugsquellen umzusehen. Oder mehr Energie zu sparen, das wäre wohl auch nicht schlecht.

Das neue Fernsehen

Netflix kommt endlich nach Deutschland. Film- und Video-Fans dürften schon lange auf den amerikanischen Streaming-Dienst gewartet haben. In den USA ist Netflix ein Riese, der den traditionellen Fernsehsendern bereits gehörig zugesetzt hat. Netflix verspricht Fernsehen nach der neuen Art. Filme und Videos sind dort dann abrufbar, wenn es der Zuschauer möchte. Niemand ist mehr auf die festen Zeitvorgaben der Fernsehanstalten angewiesen. Die Zuschauer können sich also freuen. Nur Sender wie ARD und ZDF werden die neue Entwicklung nicht so angenehm finden, weil ein weiterer privater Wettbewerber dazukommt. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten dürften dadurch weiter an Zuschauern verlieren. Nur die staatliche Alimentierung durch TV-Gebühren bewahrt ARD und ZDF vor einem schnellen Ende.

Papier oder Netz?

Jetzt hat es das Internet-Auktionshaus Ebay erwischt. Wieder einmal sind Konten- und Kundendaten geknackt worden. Deshalb ruft der US-Konzern seine Nutzer dazu auf, bitte die Passwörter zu ändern. Natürlich hilft alles Jammern darüber nicht. Natürlich sind im Netz auch Kriminelle unterwegs, die die braven Nutzer ausplündern wollen. Jeder hat inzwischen dazugelernt, dass er noch vorsichtiger mit seinen Daten umgehen muss. Aber hoffentlich wird die Unsicherheit im Netz nicht noch größer. Ich habe keine Lust dazu, wieder Überweisungsformulare auf Papier bei meiner Bank vorbeizubringen.

Schlechte Geschäfte sind manchmal gut

Wie jetzt auf der Internationalen Luftfahrtschau ILA in Berlin klagt die Flugbranche über das schwache Rüstungsgeschäft. Die Regierungen in Europa würden insgesamt zu wenig Geld für Rüstung ausgeben. Insgeheim hofft so mancher, dass die Ukraine-Krise bald wieder für besser gefüllte Auftragsbücher sorgen könnte. Nein, Widerspruch! Es ist gut, dass es weniger Rüstungsaufträge gibt. Gerade wir Deutsche sollten aus unserer leidvollen Geschichte gelernt haben. Es darf keine Rüstungsgeschäfte um jeden Preis geben, das sollte unsere Devise sein.

Schließen statt fördern

Das Urteil der Pilotenvereinigung Cockpit kann deutlicher nicht sein. Fünf deutsche Airports sind beim Sicherheitstest krachend durchgefallen. Die Kritik der Piloten betrifft ausschließlich Regional-Airports aus der zweiten Reihe, etwa Weeze am Niederrhein oder Memmingen im Allgäu. Die Flughäfen auf die notwendigen Sicherheitsstandards zu bringen würde eine ganze Menge Geld verschlingen. Natürlich in erster Linie Steuergelder. Denn diese kleinen Airports gibt es nur, weil Regionalfürsten ihre Prestigeobjekte vorantreiben wollten. Müsste wirtschaftlich gerechnet werden, würde es diese Flughäfen schon lange nicht mehr geben. Die Schließung wäre die klar preiswertere Variante.

Einen angenehmen frühsommerlichen Abend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Die neue Achse im Osten"

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  • Russland braucht Europa und die USA nicht, aber Europa braucht Russland.
    Die Sanktionen jucken Russland gar nicht, werden aber teuer von Europa bezahlt. Die USA freuen sich, ihre willige Helferin, Kanzlerin Merkel, der USA gräbt auch noch das Grab fürs eigene Land / Volk.

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