Was vom Tage bleibt
Die peinliche Suche nach der „Media-Magd“

Eine bekannte Elektronikkette erlaubt sich einen Marketing-GAU, die Politik in Athen bekommt ein schlechtes Zeugnis und in der Pharmabranche zittern die Mitarbeiter. Der Tagesrückblick
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Wunderschönen guten Abend,

Peinlichkeit in Pink

Ob bei Media Markt wohl keine Frauen in der Marketingabteilung arbeiten? Die Einrichtung von pinken Frauenzonen in den österreichischen Märkten ist ein solcher Griff in die Klischee-Kiste, das kann nur zu einem größeren Image-Schaden führen. Denn das geplante Angebot spricht für sich: rosafarbene Laptops, Lockenstäbe und Friteusen. Das Echo im Internet zumindest ist bereits verheerend, der Spott über die Aktion machte "Frauenzone" zeitweise zum meistzitierten Begriff bei Twitter. Die Rhein-Zeitung lästerte: "Media-Magd gesucht". In Wahrheit wünschen sich Frauen von Media Markt wahrscheinlich das gleiche wie Männer: Endlich mal eine kompetente Beratung.

Armutszeugnis im Altenheim

Viel weniger zu lachen haben in Deutschland offenbar pflegebedürftige Senioren. Der aktuelle Pflege-Qualitätsbericht des Medizinischen Dienstes zeigt, dass viel zu viele von ihnen mit Medikamenten ruhig gestellt oder an ihr Bett oder den Rollstuhl gefesselt werden - weil nicht ausreichend Personal da ist, um sie zu betreuen. Auch in anderen Bereichen werden die vorgeschriebenen Standards in vielen Fällen nicht eingehalten. Es ist ein Armutszeugnis für ein reiches Land wie Deutschland: Es ist eine Pflicht der Gesellschaft und der Politik, Lösungen zu finden, damit Menschen in Würde altern können.

Munition für Euroskeptiker

Ein wenig schmeichelhaftes Zeugnis stellt auch der griechischen Regierung ihre eigene Notenbank aus. Zentralbankchef Giorgos Provopoulos wirft den Politikern Nachlässigkeiten und Verzögerungen vor und prophezeit einen noch tieferen Absturz der griechischen Wirtschaft. Angesichts des bevorstehen Wahlkampfs kann einem wirklich Angst und Bange werden. In jüngsten Meinungsumfragen entfallen mehr als die Hälfte der Stimmen auf Parteien, die den Sparkurs ablehnen. Das ist Wasser auf die Mühlen der Euroskeptiker, die Hilfen für die Schuldenländer, kategorisch ablehnen.

Diätpillen in der Pharmabranche

Ganz ohne Rettungsschirm auskommen müssen bisher Europas Pharmaunternehmen. Nun droht ihnen eine Schwächephase durch staatlichen Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem, die Konkurrenz durch billigere Nachahmermedikamente und die stockende Entwicklung neuer, umsatzstarker Medikamente. Heute hat Merck einen deutlichen Stellenabbau verkündet, auch der deutsche Branchenprimus Bayer und die Schweizer Konzerne Novartis und Roche haben bereits die Streichung Tausender Stellen angekündigt. Offenbar haben sie sich zu lange auf den guten Umsätzen mit den Krankenkassen ausgeruht.

Was fehlt? Tagelang haben Pfützen in einem Ansbacher Supermarkt Mitarbeiter und Kunden in Erstaunen versetzt - nun ist das Rätsel gelöst. Ein 32 Jahre alter spielsüchtiger Mann hatte heimlich Getränkeflaschen entleert und sie anschließend an der Kasse als Leergut gegen Pfandgeld eingetauscht. Die Polizei setzte dem Geschäftsmodell jetzt ein Ende.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Feierabend,

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Die peinliche Suche nach der „Media-Magd“"

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  • also, warum regen die sich so auf und spechen von Klischees, zu meiner Arbeit gehört unter anderem die Verwaltung des Lagers für Büromaterial, wenn zu mir die Mitarbeiter kommen und von Post-it die Indexstreifen verlangen frage ich immer nach der Farbe oder zeige die Muster. Allen Männern ist die Farbe egal außer Pink weil das ist schwul (wird mir gesagt), hingegen wollen die Frauen fast immer wenn nur eine Farbe benötigt wird, die pinkfarbenen Streifen haben, offenbar stehen doch viele Frauen auf diese Farbe. Also warum jetzt der Stress, übrigens hat die Telekom ja auch viele Telefonzellen für Frauen aufgestellt. (schmunzel)

  • Dann müssen wir schon mal für die Transvergesellschaft sparen. :(

  • Macht Media Markt so weiter wie bisher, erleben wir, nach Schlecker, wieder live die stückweise Selbstdemontage eines, einst großen, Unternehmens.

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