Was vom Tage bleibt
Die Sache mit dem Geld

Sparkassen-Chefs sollen Gehälter offenlegen, die Konjunktur bäumt sich auf. Der US-Verteidigungsminister geht, in der AfD wird heftig gestritten und Fahrräder werden richtig teuer. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Nachfolger

Nordrhein-Westfalen hat den ersten Vorstoß gewagt, Schleswig-Holstein versucht es jetzt ebenfalls. Die Chefs der Sparkassen sollen ihre Gehälter offenlegen und nicht mehr im stillen Kämmerlein die Bezüge aushandeln. Recht haben die Landespolitiker im Westen und im Norden damit. Sparkassen genießen hierzulande immer noch einen Sonderstatus und sind eben keine privaten Geldinstitute. Wegen ihrer Nähe zur Politik dürfen sie anders behandelt werden, auch was die Veröffentlichung der Gehälter betrifft. Wenn sich ein Sparkassenchef daran stört, sollte er das Unternehmen wechseln und zu einer Privatbank gehen. Dort dürfen die Gehälter gern privat bleiben.

Ukraine-Delle

Erst der ZEW-Index in der vergangenen Woche und jetzt am Montag die neuen Ifo-Zahlen: Die Konjunktur in Deutschland dürfte doch nicht so stark einbrechen wie noch vor ein paar Wochen befürchtet. Auch der Hamburger Hafen, Deutschlands wichtigster Umschlagsort für Seefracht, erwartet für dieses Jahr weiterhin einen Zuwachs. Natürlich fällt das Wachstum vor allem wegen der Ukraine-Krise etwas schwächer aus. Nun ist aber ziemlich klar, dass es nur eine kleinere konjunkturelle Delle geben wird. Wenn der Westen und Russland jetzt noch auf absehbare Zeit eine Einigung im leidigen Ukraine-Konflikt schaffen würden, dann wäre das ein Konjunkturpaket sondergleichen. Niemand sollte den Kopf zu früh in den Sand stecken: Vielleicht ist im nächsten Jahr doch eine Einigung in der Ukraine möglich.

Lahme Ente?

Nach dem schlechten Abschneiden bei den Midterm-Wahlen versucht US-Präsident Obama einen personellen Neubeginn und schmeißt Verteidigungsminister Chuck Hagel aus der Regierung. Obama gibt sich nicht so schnell geschlagen und setzt politische Akzente. Schon in der vergangenen Woche hatte Obama die Einwanderung von fünf Millionen Lateinamerikanern deutlich erleichtert, das gegen den Widerstand der Republikaner. Obwohl Obama in zwei Jahren nicht wiedergewählt werden kann, sieht er sich noch lange nicht als „lame duck“. Die nächsten zwei Jahre könnten in Washington wider Erwarten ziemlich spannend werden.

Reifeprozess

Wie lange gibt es die AfD? Gut zwei Jahre sind vergangen, seitdem Deutschlands jüngste politische Partei gegründet worden ist. Zwei Jahre kometenhaften Aufstiegs liegen hinter der AfD, nach der Euphorie kommt nun die Ernüchterung dazu. AfD-Chef Bernd Lucke droht mit dem Rückzug, wenn er sich mit seinen politischen Vorstellungen nicht durchsetzen kann. Auch der prominente AfD-Politiker Hans-Olaf Henkel, einstmals mächtiger deutscher Industriellen-Chef, ist unzufrieden mit der Entwicklung der jungen Partei. Solche Auseinandersetzungen gehören zum politischen Geschäft und sind etwas Normales. Spannend wird nur sein, wie die AfD diese Phase der innerparteilichen Auseinandersetzung hinter sich bringt. Gelingt ihr der Schulterschluss, dann hat sie sich wirklich als neue politische Kraft etabliert und emanzipiert. Aber noch bleiben Fragezeichen, ob das wirklich gelingt.

Runde Verrücktheiten

So mancher wird den Kopf schütteln, wenn er von den neuesten Entwicklungen auf dem Fahrradmarkt hört. 10.000 oder 20.000 Euro für ein Rad der absoluten Luxusklasse sind heute durchaus keine Ausnahme mehr, besonders bei Einzelanfertigungen sind solche Preise durchaus möglich. Wie andere Produkte auch machen die Fahrräder eine Veredelung durch und sind für viele eben mehr als nur das reine Transportmittel. Es herrscht also kein Grund für besondere Aufregung, wenn extrem viel Geld für ein Rad bezahlt wird. Die Käufer solch edler Zweiräder sollten sich nur rechtzeitig darum kümmern, dass sie auch immer ein passendes Schloss dabei haben.

Einen schönen Abend wünsche ich, hoffentlich liegt ein gelungener Wochenstart hinter Ihnen. Es grüßt Sie herzlich  

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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  • Zur Info: Die AFD ist erst in 02-2013 gegründet worden und nicht vor gut 2 Jahren.

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