Was vom Tage bleibt
Die Schweizer wollen einfach nicht mehr

Steuersünder in der Schweiz kommen an den Pranger, John Malone kauft wieder zu. Impfen wird leider unpopulär, der Fifa-Chef bleibt und die Karstadt-Kaufhof-Fusion ist ein Muss. Der Tagesrückblick.
  • 0

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Überhaupt nicht mehr lustig

Die Schweiz kennt überhaupt keinen Spaß mehr bei Steuervergehen. Wer als Steuersünder erwischt wird, der findet seinen Namen auf den Seiten der Schweizer Steuerbehörden wieder. Im Mittelalter hieß so etwas: an den Pranger stellen. Dass es überhaupt soweit kommen konnte, spricht für die große Verärgerung der Schweizer Steueraufseher. Die Veröffentlichung der Namen scheint zwar rechtlich zweifelhaft zu sein. Aber irgendwie geht sie am Ende doch in Ordnung: Ausländische Steuersünder, darunter viele Deutsche, müssen endlich ihre Steuern zahlen.

Der Kabelkönig

John Malone verbucht außerordentliche Erfolge als Geschäftsmann. Es vergeht kaum ein Jahr, in dem der US-Milliardär nicht irgendwo in der Welt wieder zuschlägt. Auch in Deutschland hat er schon kräftig an seinem Kabelimperium gebaut, Unitymedia und Kabel Deutschland gehören zu seinem Reich. In den USA steht jetzt sein nächster Riesen-Deal an: Umgerechnet 50 Milliarden Euro lässt sich Malone die Übernahme von Time Warner Cable kosten. Schon hat der Kabelkönig klargemacht, dass er sich mit Time Warner nicht zufriedengeben wird. Malone will sich auch den Vodafone-Konzern einverleiben. Die Briten sollten aufpassen: Malone bekommt meistens, was er will.

Der falsche Weg

Wir sind alle so schön gesund hier in Europa. Pocken, Tetanus, die große Zahl der Kinderkrankheiten: Alles stellt für uns heute keine Gefahr mehr dar. So mancher meint deshalb, er könnte für sich und für seine Kinder auf die wichtigen Schutzimpfungen verzichten. Ein völlig verrückter Gedanke. Kommen immer mehr Menschen auf diese Idee und verweigern die Impfungen, werden die Folgen dramatisch sein. Ist ein großer Teil der Bevölkerung nicht mehr ausreichend geschützt, werden die an sich ausgestorben geglaubten Krankheiten wiederkommen. Sich nicht mehr impfen zu lassen, das ist – ganz einfach ausgedrückt – eine ziemlich große Dummheit.

Sepp wird bleiben

Für den Weltfußball, die Fifa und natürlich auch für Joseph Blatter ist es eine wichtige Woche. Am Freitag will der 79-jährige Schweizer als Präsident des Weltfußballverbandes wiedergewählt werden. Die Prognosen sind ziemlich eindeutig, englische Buchmacher würden nicht einmal Wetten annehmen. Blatter wird erneut gewählt und bleibt Präsident. Die anderen Kandidaten haben sich fast alle zurückgezogen, kein ernsthafter Gegner fordert Blatter heraus. Die Fifa ist und bleibt eine merkwürdige Institution: Trotz seiner äußerst fragwürdigen Bilanz und dem immer noch im Raum stehenden Korruptionsverdacht darf der Schweizer weitermachen. Aber vielleicht ist der ganze Fußball wie sein oberster Repräsentant: immer ein wenig zwielichtig.

Gemeinsam überleben

Im Einzelhandel muss etwas passieren. Die vielen Kaufhäuser braucht niemand mehr in Deutschland. Genau das hat Karstadt-Eigentümer René Benko erkannt. Deshalb startet er einen neuerlichen Versuch zur Fusion von Kaufhof und Karstadt. Gelingt der Zusammenschluss, wird es in vielen Städten künftig nur noch ein Kaufhaus geben: Karstadt oder Kaufhof. In den Kaufhäusern, die bleiben, wird das Artikelangebot weiter konzentriert und verkleinert. Karstadt-Eigner Benko hat Erfahrung damit: Er setzt auf Edelkaufhäuser für eine spezielle, zahlungskräftige Kundschaft. Es gibt keine Alternative dazu.

Ich hoffe, Sie hatten einen guten ersten Tag in der neuen Arbeitswoche. Aus Düsseldorf grüßt Sie herzlich

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Die Schweizer wollen einfach nicht mehr"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%