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Was vom Tage bleibt: Die Selbstrettung

Griechenland kommt an Geld, der Iran macht die Welt unsicherer, und die Aktionäre nehmen bei ihrer guten Laune nur die Luftfahrtbranche aus.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.
Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

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Bis auf weiteres gerettet

Griechenland ist bis auf weiteres gerettet. 130 Milliarden Euro ist das Hilfspaket für Athen schwer, zu dessen Freigabe sich die EU-Finanzminister durchgerungen haben. Dazu kommt ein Forderungsverzicht der Gläubiger, der sich auf 100 Milliarden summiert. Doch das, was Europa mit Griechenland macht, ist das gleiche, was der Arzt mit einem siechen Patienten macht: Er verabreicht Spritzen, er nimmt sogar noch eine Operation vor, aber er weiß, dass er die Zeit bis zum Ableben des Patienten nur verlängern kann. Warum er das tut? Der Patient will es so, und für den Arzt ist es sein Beruf. Das Undenkbare, will er nicht denken. Die Euro-Staaten verhalten sich ähnlich. Auch sie können das Undenkbare noch nicht denken. Solange diese Kategorien gelten, ist es aber tatsächlich auch besser, Griechenland zu stützen. Denn auf das Undenkbare sind wir meistens zu schlecht vorbereitet.

Die Bombe tickt

Der Iran baut die Bombe. Alles andere wäre eine Überraschung und die internationalen Kontrolleure, die derzeit im Iran unterwegs sind, werden uns genau das am Ende der Woche, wenn sie ihren Bericht abliefern, vorsichtig beibringen. Der Iran wird auch irgendwann damit erfolgreich sein und dann ist die Frage, wie verantwortungsvoll das Mullah-Regime mit seiner gefährlichen Errungenschaft umgeht. Pakistan zeigt, dass es auch in Ländern mit wenig Demokratie am Ende eine Furcht gibt, die Bombe einzusetzen. Sollen wir also zuschauen, wie der Iran die Bombe baut und den heute wieder eskalierenden Streit um Öllieferungen als unvermeidliches Säbelrasseln abtun? Oder ist das ein Szenario, in dem tatsächlich ein Krieg denkbar wird, der garantiert zu Zerstörungen von Leben und Ländern führt? Es ist die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Das Börsenwunder

Der Dax kratzt an der 7000er-Marke, aber er überspringt sie heute nicht. Die Waage steht still und neigt sich zu keiner Seite. Die Gewichte sind gleich schwer: Hier bringt die ungelösten Krise der Euroländer einiges an Gewicht mit. Die Banken leihen sich schon wieder viel Geld von der Europäischen Zentralbank, weil sie es woanders nicht bekommen. Auf der anderen Seite steht die robuste Konjunktur, die in Deutschland alle Pessimisten mit Lügen straft. Fresenius hat es heute vorgemacht. Der Gesundheitskonzern verdient prächtig mit Medikamenten, die er nachbaut, wenn der Patentschutz der Originale abgelaufen ist. Jetzt erhöht er zum 19. Mal in Folge die Dividende. Das freut die Anleger im Dax.

Streik in Frankfurt

In Frankfurt am Flughafen ist heute Tag drei des Streiks und ein Ende ist nicht in Sicht. Jetzt soll es erstmal bis Freitag so weiter gehen. Und ganz langsam gibt es erste Erfolgserlebnisse für die Streikenden: Es sind nicht die Passagiere, die beginnen zu nörgeln, sondern die Aktionäre: Die Anteilsscheine von Fraport, Lufthansa und Air Berlin, sie alle standen heute unter Druck.

Ich wünsche Ihnen einen nörgelfreien Abend

Oliver Stock

  • 21.02.2012, 21:50 UhrAnonymer Benutzer: Petrie

    Sehr geehrter Herr Stock,

    es wundert mich, dass ich in solch einem Medium wie dem Handelsblatt solch eine Heuchelei dem Iran gegenüber lesen muss. Die EU und Amerika provozieren den Iran seit längerem auf schärfste. Die Lüge, dass der Iran die Bombe baut ist mindestens 12 Jahre alt (Quelle dazu ist das Online Archiv der SZ) und wird dazu benutzt, um die Regierung im Iran durch Marionetten auszutauschen. Schade, dass die Leser hier durch solche Falschaussagen manipuliert werden.

  • 21.02.2012, 20:55 UhrAnonymer Benutzer: bobi

    @Enervierter_Leser

    das war ziemlich dumm was sie da gesagt haben.
    schon peinlich für sie.

  • 21.02.2012, 19:25 UhrAnonymer Benutzer: Idiots_for_Eurobombs

    Das weitere Verbrennen von Geldern für das korrupte griechische Vetternsystem ist nicht der Versuch der Rettung eines Kranken, sondern das leichenfleddernde Rumfummeln an einem längst Toten zu Gunsten skupelloser Abzocker und auf Kosten noch Lebender, zu denen auch eine Minderheit arbeitswilliger Griechen gehören, die durch die weitere Fütterung der Vernichtungsmaschinerie davon abgehalten werden, Griechenland neue Impulse zu geben.

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