Was vom Tage bleibt

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Was vom Tage bleibt: Draghi will Spanien gesundbeten

Die Erwartungen an Spanien sind gefährlich hoch, der türkische Regierungschef zündelt in der Krisenregion und viele Deutsche riskieren fahrlässig die Altersarmut. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.
Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

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Vorschusslorbeeren für Spanien

Dass die EZB den Zinssatz bei ihrer heutigen Sitzung nicht gesenkt hat, war den Finanzmärkten herzlich egal. Genauer hingehört haben sie aber wohl bei der anschließenden Pressekonferenz, wo EZB-Chef Mario Draghi sagte, Spanien habe "bedeutende Fortschritte" gemacht. Das scheinen etliche Investoren ähnlich zu sehen, haben sie doch heute fünfjährige spanische Anleihen zu 4,77 Prozent gekauft - statt zuletzt für 6,46 Prozent. Doch vielleicht klingt ihnen auch Draghis Statement in den Ohren, die EZB sei jetzt bereit für den Ankauf von Staatsanleihen. Das hört sich fast an, als wolle er Spanien mit Gewalt gesundbeten. Nun muss das Land auch liefern, sonst droht ein böses Erwachen.

Machtspiele im Nahen Osten

Während Draghi mit aller Macht versucht zu deeskalieren, betätigt sich der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan als Brandstifter. Der Einschlag einer syrischen Rakete in einem türkischen Dorf scheint für ihn ein willkommener Anlass zu sein, die Spannungen in der Region zu verschärfen. Heute hat ihm das Parlament die Erlaubnis für Militärschläge gegen das Nachbarland erteilt. Sein Kalkül könnte sein: Fällt das syrische Regime, dürfte sich die Machtposition der Türkei verstärken. Die Nato muss nun den Spagat schaffen: Sie muss Syriens Aggression verurteilen, darf sich aber zugleich nicht für Erdogans Machtspiele einspannen lassen.

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Die Altersarmut ist sicher

Das Trommelfeuer hat Spuren hinterlassen: Ständig wird den Verbrauchern vorgerechnet, dass nicht nur die klassische Lebensversicherung, sondern auch modernere Altersvorsorgeprodukte wie die Riester-Rente sich nicht rentieren. Jetzt haben viele Bürger wohl eine ganz fatale Konsequenz daraus gezogen und sparen sich die private Altersvorsorge gleich ganz. Nach einer aktuellen Umfrage sind die monatlichen Ausgaben der Berufstätigen, die privat für die Altersvorsorge vorsorgen, auf den niedrigsten Stand seit 2005 gefallen. Angesichts der absehbaren Rentenentwicklung kann man da nur einen alten Blüm-Spruch variieren: Die Altersarmut ist sicher.

Facebooks entwertetes Credo

Es war von Anfang an das Credo des Unternehmens und begrüßt den Nutzer bei jeder Anmeldung auf der Startseite: "Facebook ist und bleibt kostenlos". Doch nun ist zwar die Nutzerzahl auf über eine Milliarde Menschen gestiegen, doch das bringt dem inzwischen börsennotierten Unternehmen nicht die erhofften Einnahmen. Deshalb zeigt sich jetzt, dass auch ein Credo manchmal Spielraum für Interpretation lässt. Nach den jüngsten Plänen des Unternehmens bleibt die Mitgliedschaft zwar kostenlos, aber meine Freunde könnten meine Posts bald nur noch sehen, wenn ich dafür zahle. Wenn das so kommt, wird es wohl Zeit sich aus dem sozialen Netz zu verabschieden - bevor auch für die Abmeldung noch eine Gebühr verlangt wird.

Was fehlt? Michael Schumacher wird bald nicht mehr auf den Formel-1-Rundkursen um die Wette rasen. Das ist eine gute Nachricht. Denn es war nicht schön, den wahrscheinlich besten Autorennfahrer aller Zeiten in letzter Zeit regelmäßig auf den hinteren Plätze einfahren zu sehen. Deutschland will ihn als Helden in Erinnerung behalten, nicht als Verlierer.

Ich wünsche Ihnen einen friedlichen Feierabend,

Florian Kolf

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  • 04.10.2012, 22:05 Uhrwhois_141.2.185.20

    ... a propos Gesundbeten ...

    http://www.reiki-direkt.de
    http://www.bad-homburg.eu

    ... und ... whois 141.2.185.20 ...

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    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Protest-gegen-Bildungssystem-ueber-50-Unis-gehackt-1722857.html

  • 04.10.2012, 18:49 UhrScratchpatch

    Da ist noch was passiert: Der deutsche Präsident des EU-Parlaments Martin Schulz ist vor dem irischen Parlament aufgetreten und erklärte, er sei ja auch dafür, dass Irland vom ESM Geld fordert für seine Banken. Schließlich hätten die Iren mit der Rettung ihrer eigenen Banken ja auch deutsche Banken gerettet und somit sei es nur gerecht, wenn Deutschland sich nun solidarisch zeige.
    Außerdem sei er gegen die Kürzung des EU-Haushalts, aus dem ja auch Irland regelmäßig subventioniert wird.
    Die Frage ist, in welcher Funktion meinte Schulz, so etwas sagen zu dürfen? Wer hat ihm das Recht gegeben, für Deutschland zu sprechen?

  • 04.10.2012, 18:11 Uhrkurzda

    Die Altersarmut ist sicher...
    Wer kann sich Private Zusatzversicherung leisten? Citymaut ist im Gespräch, 6,19 Euro pro Tag. Strom wird durch die "Energiewende". Wieviel muss ein Bürger verdienen um sich eine Private ausreichende Altersversicherung leisten zu können? Riester und Rürup lebt von Staatsanleihen deren Wert gegen null geht. Was bleibt davon in 20Jahren?

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