Was vom Tage bleibt
Ein halber Mann

Deutsche-Bank-Chef Cryan räumt in der Vorstandsetage auf, Merkel hat innerhalb der CDU doch noch Unterstützer und durch die „Tagesthemen“ läuft ein Mann ohne Oberleib. Das Wichtigste des Tages lesen Sie hier.
  • 0

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser!

Wo bleibt die Innovation?
Wenn deutsche Firmen etwas Neues machen, dann denken sie zuerst ans Organisatorische: Bei der Deutschen Bank zum Beispiel werden ein gutes Dutzend Führungskräfte ausgetauscht oder umgetauscht. Als Apple einst in der Krise war, erfand man den iPod, und es ging wieder bergauf. Innovation statt Inthronisation – die Idee hat etwas für sich.

 

We can

„Wir schaffen das“ hat Angela Merkel gesagt, die Flüchtlingskrise gemeint und sich viel Ärger auch in der eigenen Partei eingehandelt. Jetzt stellen sich andere in der Partei demonstrativ hinter das Motto und sagen, sie schaffen es auch. Was von „Yes, we can“ zu halten ist, hat der Erfinder dieser Parole gezeigt: Nach sieben Jahren Regierung ist Obama inzwischen die Luft fast ausgegangen.

 

Die bessere Hälfte fehlt

Durch die „Tagesthemen“ lief gestern ein Mann ohne Oberleib. Wer es gesehen hat, weiß nun: Man muss nicht David Copperfield heißen und Berufszauberer sein, um Menschen zu halbieren. Regisseur bei einer Nachrichtensendung zu sein reicht schon. Hauptsache ist allerdings, dass die Nachrichtensprecher es sich künftig nicht zur Angewohnheit machen, die bessere Hälfte wegzulassen.

Held des Tages 

Der Held des Tages ist heute Wolfgang Niersbach. Der DFB-Präsident gelangte durch die Hintertür zu einer Pressekonferenz, bei der es eigentlich um ein Fußballmuseum gehen sollte, aber tatsächlich um die Frage ging: War die WM in Deutschland gekauft? Seine Antwort: „Die WM 2006 war ein Sommermärchen und ist ein Sommermärchen. Das Sommermärchen ist nicht zerstört.“ Die Bewerbung sei mit lauteren Mitteln betrieben und entschieden worden. Anderslautende Behauptungen „werden wir widerlegen.“ Noch heldenhafter hätte Niersbach heute dagestanden, wenn ihm das Widerlegen schon gelungen wäre.

Einen gelungenen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Ein halber Mann"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%