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Was vom Tage bleibt: Ein Wunder auf fremde Rechnung

Staatshilfe und ein großzügiger Gläubigerschutz haben GM ein glanzvolles Comeback ermöglicht. Die Commerzbank dagegen zittert trotz Staatshilfe weiter im Sturm der Schuldenkrise. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist stellvertretender Chefredakteur von Handelsblatt Online.
Florian Kolf ist stellvertretender Chefredakteur von Handelsblatt Online.

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Warnung für die Commerzbank

es war nur eine Mahnung, aber sie kam zu einem sensiblen Zeitpunkt. Die Ratingagentur Moody's hat gedroht, die Bonität von gleich 100 Großbanken weltweit herabzustufen. Alles was in der Branche Rang und Namen hat ist dabei, auch die Deutsche Bank und die Commerzbank. Hätte das vor kurzem noch für eine riesige Aufregung am Markt gesorgt, kommen die Einschläge jetzt eher punktuell. So gab der Dax insgesamt nur leicht nach, der Kurs der Commerzbank dagegen sank zeitweise um bis zu vier Prozent. Kein Wunder: Von griechischen und cypriotischen Instituten abgesehen, hat keine europäische Bank so viele Griechenland-Anleihen im Portfolio wie die Commerzbank.

Tiefes Misstrauen gegen Athen

Da ist es wohl gut, dass die deutsche Regierung in den Verhandlungen über das Hilfspaket für Griechenland zurzeit den bösen Cop spielt. Zu oft hatte die Regierung in Athen Versprechungen gemacht, aber sie dann doch nicht wirklich umgesetzt. Jetzt hat sich die griechische Regierung nun doch damit einverstanden erklärt, Staatseinnahmen künftig zur Schuldentilgung auf ein Sperrkonto fließen zu lassen - und damit eine der zentralen deutschen Forderungen erfüllt. Das Misstrauen gegenüber Athen sitzt weiter tief, auch die Niederlande und Luxemburg fordern jetzt verbindliche Zugeständnisse der Griechen. Doch letztlich könnten doch noch alle Vereinbarungen Schall und Rauch sein. Denn es gibt keine Garantie, dass sich nach einer Neuwahl eine neue Regierung noch an die Absprachen gebunden fühlt.

Ein Wunder auf fremde Rechnung

Die Wiederauferstehung ist gelungen: General Motors hat dank starker Verkäufe in Nordamerika insgesamt einen Gewinn von 7,6 Milliarden Dollar eingefahren. Das ist das beste Ergebnis seit zehn Jahren. Eins aber darf dabei nicht vergessen werden: Großen Anteil an diesem Wunder hat die Hilfe der US-Regierung und die großzügige Regelung des Gläubigerschutzes in Amerika. So verloren in Folge der Insolvenz des Unternehmens die Besitzer von GM-Anleihen durch einen Schuldenschnitts fast 50 Milliarden Dollar. Auch sind dank der konjunkturellen Erholung in den USA wieder die spritfressenden Geländewagen und die Pickups gefragt, die GM seit je her im Programm hat. Der Anteil des Managements am Turnaround dagegen hält sich eher in Grenzen.

Strapazierte Nerven in Frankfurt

Der Streik an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main hat heute für weit über hundert ausgefallene Flüge und zahlreiche Verspätungen gesorgt. Auch wenn dank guter Vorbereitung des Flughafens und der Airlines das ganz große Chaos ausblieb und es viele Reisende gelassen nahmen - auf Dauer ist es nicht tragbar, dass eine kleine Gruppe von 200 Vorfeldarbeitern den Luftverkehr in Deutschland lahm legt. Auch wenn die Tarifautonomie ein wichtiges Gut ist: Diese wilden Streiks von Mini-Gewerkschaften müssen gesetzlich begrenzt werden.

Was fehlt? New York hat eine neue Rekord-Adresse: Für 88 Millionen Dollar hat jetzt ein Penthouse am schicken Central Park West den Besitzer gewechselt. Das Apartment mit einer großen Rundum-Terrasse ist damit die teuerste Immobile des Big Apple. Der Kauf dokumentiert zugleich die globale Machtverschiebung: Käufer ist kein US-Investmentbanker, sondern die erst 22-jährige Tochter des russischen Milliardärs Dmitry Rybolowlew.

Florian Kolf

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