Was vom Tage bleibt
Eine Frage des Preises

Nicht nur Griechenland-Anleihen und Commerzbank-Papiere werden verschmäht. Auch das frisch gekürte "Auto des Jahres" findet beim besten Willen keine Käufer. Der Tagesrückblick
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Wunderschönen guten Abend,

Das Pokerface des Kleinanlegers

Das Poker um den griechischen Schuldenschnitt geht in die entscheidende Phase. Diese Woche läuft die Frist ab, in der die Anleger das Angebot zum Umtausch annehmen können. Die griechische Regierung verbreitete heute Zuversicht. Ein Mitarbeiter von Finanzminister Evangelos Venizelos sagte, der Minister sei optimistisch. Das Paradoxe dabei: Je zuversichtlicher die Griechen sind, desto besser werden die Chancen für die Privatanleger, die sich beharrlich weigern am Schuldenschnitt teilzunehmen. Denn wenn genügend Inhaber von Anleihen am Schuldenschnitt teilnehmen, wird der Rest nicht zum Umtausch gezwungen und hat die Chance, seine Papiere nach Ablauf zum Nennwert zurückzugeben. Da wird der Griechen-Bond dann doch noch zur Trumpfkarte.

Commerzbank überzeugt nicht

Auf Granit bei vielen Anlegern beißt auch die Commerzbank. Das Ergebnis des Hybridanleihen-Rückkaufprogramms hat Investoren heute nicht überzeugt. Die Bank hatte ein Ankaufsvolumen von 3,16 Milliarden Euro offeriert, kaufen konnte sie aber nur Hybridpapiere mit einem Nominalvolumen von 965 Millionen Euro. Die Aktien der Bank zählten mit einem Minus von zeitweise mehr als drei Prozent auf 1,89 Euro zu den größten Verlierern im Dax. Die Müdigkeit der Anleger ist verständlich, ist ja nicht die erste Kapitalmaßnahme und der gebotene Preis von 1,91 Euro war nicht wirklich attraktiv.

Vorbildlich, aber verschmäht

Es klingt wie Hohn: Gestern hat GM die Produktion der Schwestermodelle Chevrolet Volt und Opel Ampera wegen schwacher Nachfrage vorübergehend stillgelegt. Heute wird das Elektroauto Opel Ampera auf dem Autosalon in Genf als "Auto des Jahres" ausgezeichnet. Es ist leider ganz simpel: So fortschrittlich und vorbildlich das Modell ist, es rechnet sich für den Kunden einfach nicht. Und es gibt nicht viele Autofahrer, die für ein grünes Gewissen auch noch draufzahlen wollen. Sie warten, bis der Preis sinkt.

Gute Argumente für die Frauenquote

Noch wehrt sich die deutsche Wirtschaft vehement gegen eine Frauenquote, wie sie jetzt auch EU-Kommissarin Viviane Reding erneut ins Spiel gebracht hat. Doch ausgerechnet die Unternehmen selber liefern ihr die besten Argumente. So hat eine heute veröffentlichte Studie der OECD ergeben, dass in keinem anderen Land in Europa die Löhne von Frauen und Männern so weit auseinander liegen wie in Deutschland. Eine vollbeschäftigte Frau verdient danach in Deutschland knapp 22 Prozent weniger als ein Mann – der OECD-Schnitt liegt bei einem Minus von 16 Prozent. Da kann wohl kaum einer Frau Reding widersprechen wenn sie sagt: „Ich bin kein Fan von Quoten. Aber ich mag die Ergebnisse, die Quoten bringen.“

Ich wünsche einen angenehmen Feierabend,

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

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