Was vom Tage bleibt
Eine Partei, die resigniert

Für die SPD ist die nächste Bundestagswahl verloren, Österreich kapituliert vor Flüchtlingsstrom. Griechenland nimmt wieder Plastikgeld, China plant Konjunkturprogramm und Fleischmann ist insolvent. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Niederlage voraus

Eine siegesgewisse Partei sieht anders aus. Die SPD gibt im Moment alles andere als ein geschlossenes Bild ab. Partei-Chef Sigmar Gabriel muss sich gegen Anfeindungen aus den eigenen Reihen wehren, einflussreiche Sozialdemokraten geben die nächste Bundestagswahl in zwei Jahren schon jetzt verloren. Die Union und Kanzlerin Merkel können sich schon jetzt beruhigt zurücklehnen, sie werden weiterregieren. Guido Westerwelle hatte einst für die FDP das 18-Prozent-Ziel ausgegeben. Die SPD muss aufpassen: 2017 könnte sie genau dort landen.

Einfach nur beschämend

Europa findet keinen Weg, wie es mit den gewaltigen Flüchtlingszahlen umgehen soll. Es ist beschämend, wenn eines der reichsten Länder der EU – Österreich – völlig hilflos auf den Ansturm reagiert. In österreichischen Lagern schlafen die Menschen im Freien, manchmal wird sogar das Wasser knapp. Ganz Europa hat offenbar vergessen, wie es hier vor 70 Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zugegangen ist. Millionen Flüchtlinge waren auf Hilfe angewiesen und haben sie auch bekommen. Die Erinnerung an die eigene Geschichte sollte dabei helfen, den richtigen Umgang mit den Flüchtlingen von heute zu finden.

Endlich wieder Plastik

Tag für Tag ein bisschen mehr Normalität. Die Banken haben wieder geöffnet, an der Börse werden wieder Wertpapiere gehandelt. In Griechenland ist die Krise noch lange nicht beendet, aber die Lage dort wird immerhin wieder etwas besser. Dass die Menschen inzwischen wieder verstärkt mit der Kreditkarte bezahlen, ist ein weiteres Beispiel für die Rückkehr zu einem normaleren Leben. Ende Juni stand das Bankensystem noch vor dem Zusammenbruch – darüber spricht heute niemand mehr.

Die große Angst

In China wächst die Nervosität wegen der zunehmenden wirtschaftlichen Probleme. Noch vor einigen Wochen hat die Regierung in Peking Meldungen dementiert, die Führung des Landes plane ein groß angelegtes Programm zur Ankurbelung der Wirtschaft. Doch da sich das Wachstum jedoch immer stärker verlangsamt, wächst auch die Bereitschaft zu außergewöhnlichen Schritten. Beschlossen ist noch nichts. Doch im Gespräch ist ein Konjunkturprogramm mit einem Volumen von 150 Milliarden Euro. Je größer die Angst vor dem Absturz, desto größer die staatlichen Hilfen.

Kein Platz mehr für die Kleinen

Fleischmann ist noch in vielen deutschen Kinderzimmern zu Hause. Doch die Zahl derer, die ihren Kindern zum Geburtstag oder zu Weihnachten eine Modelleisenbahn schenken, nimmt kontinuierlich ab. iPad und Smartphones erfreuen sich einer wesentlich größeren Nachfrage. Zudem lassen sich die kleinen Loks und Waggons in Asien viel kostengünstiger produzieren. Deutschland nimmt also Abschied von der Miniaturwelt. Viel wichtiger ist es, dass die großen Lokomotiven aus dem richtigen Leben noch viele Jahre hierzulande produziert werden.

Freuen Sie sich auf die Rückkehr des Sommers und genießen Sie den Feierabend. Herzliche Grüße aus Düsseldorf von

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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