Was vom Tage bleibt
Eine Warnung nach München

Der Siemens-Konzern bekommt eine Watsche von Fitch und in den USA bleiben die Zweifel an der wirtschaftlichen Erholung. Michael Dell gibt nicht auf und die Samwer-Brüder glänzen mit einer neuen Idee. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Der Fingerzeig von Fitch

Eigentlich sollte in dieser Woche beim Siemens-Konzern ein echter Neubeginn ausgerufen werden: mit der Ernennung von Joe Kaeser zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Aber warum soll zwingend alles besser werden, wenn einfach nur der langjährige Finanzchef auf den Top-Posten gehoben wird? Kaeser ist seit Jahrzehnten dabei und hat das mitunter wenig erfreuliche Hin und Her bei Deutschlands größtem Industriekonzern mit zu verantworten. Die Rating-Agentur Fitch ist jedenfalls skeptisch und hat Siemens deshalb ein Stück weit heruntergestuft. Zurecht. Denn Joe Kaeser muss wirklich erst beweisen, dass er es tatsächlich besser kann.

Stop and Go in den USA

In den USA geht es wirtschaftlich um einiges besser voran als im leidgeprüften Europa. Die größte Volkswirtschaft der Erde ist früher in die große Krise hineingerutscht – und deshalb jetzt entsprechend weiter mit der Bewältigung der wirtschaftlichen Probleme. Das heißt aber nicht, dass die USA auf einen Schlag mit phantastischen Kennzahlen aufwarten könnten. Vorsicht ist auch weiterhin in Amerika angebracht, wie die heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten zeigen. Die Beschäftigung geht zwar wieder nach oben, aber längst nicht so gut wie eigentlich erwartet. Also Achtung! Die USA sind noch lange nicht aus dem Schneider.

Ein Mann mit Vision

Michael Dell lässt einfach nicht locker. Jetzt hat der Gründer des gleichnamigen US-Computerkonzerns abermals ein verbessertes Angebot vorgelegt, damit ihm die Dell-Aktionäre das Unternehmen endlich wieder zurückgeben. Es ist schon bemerkenswert, wie der Mann um seine Sache kämpft. Er ist von seiner unternehmerischen Idee so sehr überzeugt, dass er den Konzern auf jeden Fall wieder unter die eigenen Fittiche bringen und den Börsengang rückgängig machen will. Liebe Dell-Aktionäre, lasst den Mann machen!

Italien wacht langsam auf

War es das? Silvio Berlusconi hat es endlich erwischt, der Cavaliere ist zum ersten Mal von einem italienischen Gericht rechtskräftig verurteilt worden. Zeitweise war der Glaube an die italienische Justiz schon verloren gegangen. Jetzt hat das höchste Gericht des Landes aber bewiesen, dass es Italiens umstrittensten Politiker also doch in die Schranken weisen kann. Damit wächst die Hoffnung, dass Silvio Berlusconi nun wirklich bald von der politischen Bühne in Italien und Europa verschwindet. Der Mann hat schon genug Schaden angerichtet.

Möbel von den cleveren Jungs aus Berlin

Die Samwer-Brüder sind wahrhaft clevere Jungs. Immer wieder überraschen die Berliner mit ihren Ideen zur Firmengründung. Auch wenn diese Ideen zuvor meist schon jemand anderes ausprobiert hat: Die Brüder sind einfach echte Unternehmer. Zalando ist eine dieser Ideen: Der Online-Shop für Schuhe, auf den viele Frauen einfach nicht mehr verzichten wollen. Es war nur eine Frage der Zeit, dass die Samwer-Jungs mit einer Folge-Idee aufwarten würden. Jetzt ist es klar, als nächstes gibt es Möbel per Internet. Bleiben Sie bei dem schönen Wetter morgen also lieber Zuhause und verzichten Sie auf die Fahrt zu Ikea. Mit den Samwer-Brüdern geht der Möbelkauf demnächst viel einfacher über den Bildschirm.

Genießen Sie also das Wochenende, einen schönen Abend wünscht

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Eine Warnung nach München"

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  • Super, sollte öfters mal der Stellvertreter einspringen, dann klicke ich die Rückschau auch gerne an und entferne den Ad-Clocker.
    Das nun O. Stock statt des Trolls im Kommentarbereich zu sehen ist, ist irgendwie naheliegen, aber auch hier würde ein anderes Gesicht gut tuen.

    Beste Grüße,

    Stephan Stohmann

  • Eigentlich fragt man sich, weshalb Herr Menzel in Sachen Ratingagenturen nicht weiterdenken möchte als lediglich bis zum Fingerzeig aus Übersee.
    Dass Ratingagenturen, ursprünglich mal angedacht als Instrument zum Risikohandling, längst ein Eigenleben entwickelt haben mit durchaus kontraproduktiven Begleiterscheinungen, das kann Herrn Menzel doch nicht vollends aus dem Blick geraten sein.
    Oder sollten ihm seine Scheuklappen ausreichen?

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