Was vom Tage bleibt

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Was vom Tage bleibt: Einsame Deutsche - melancholischer Euro

Das Ergebnis der ersten Wahlrunde in Frankreich, Regierungskrach in Holland - all das ist Gift für die Sparsamen in Europa. so sehen es die Anleger und schicken Dax und Euro heute auf Talfahrt. Der Tagesbericht.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.
Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

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Euroretter allein zu Haus

Um uns Deutsche herum wird es einsam: In Frankreich hat derzeit der Sarkozy-Herausforderer François Hollande die besseren Karten für den nächsten Wahlgang. In den Niederlanden hat die Regierung unter Ministerpräsident Mark Rutte ihren Rücktritt angeboten. Rutte und Sarkozy waren aber zumindest einigermaßen verlässliche Kandidaten, wenn Angela Merkal mal wieder auszog , um den Europäern in Sachen Sparen das Fürchten zu lehren. Die europäische Schuldenbremse - was auch immer sie am Ende taugt - hat Merkel mit Hilfe dieser Partner in den europäischen Verträgen verankern können. Nun könnten sie ihr abhanden kommen. Wie die Investoren das sehen, zeigte heute der Markt: Der Dax rauschte ab - und zwar nach unten. Der Euro wurde weicher, deutsche Bundesanleihen dagegen härter. Am übelsten traf es mal wieder die Banken. Die Commerzbank-Aktie sackte gleich um knappe fünf Prozent Richtung Keller. Es dürfte damit einer der seltenen Tage werden, an dem die Merkel-Truppe die Märkte einmal nicht bändigen will, sondern sich von der Masse der Anleger durchaus bestätigt sieht.

Manager rufen nach dem Deckel

Im Streit über Rekordgehälter für Dax-Vorstände haben sich führende deutsche Top-Manager erstmals für freiwillige Obergrenzen ausgesprochen. In einem Brandbrief an die Vorsitzenden der Aufsichtsräte aller 30 Dax-Konzerne warnen Commerzbank-Chefkontrolleur Klaus-Peter Müller und Ex-Daimler-Finanzvorstand Manfred Gentz vor drohenden Eingriffen der Politik. Sie schlagen vor „in die Vergütungssysteme der Vorstände selbst Obergrenzen“ zu integrieren. Zu deutsch: Der Topf braucht einen Deckel. Der Vorschlag ist so alt wie richtig. Noch besser als jede freiwillige Regel, an die sich dann doch nicht alle halten, wäre aber der Weg, endlich die Unternehmens-Eigentümer darüber entscheiden zu lassen, wer wie viel verdienen soll. Bei Aktiengesellschaften sind das die Aktionäre. Sie sollten am besten wissen, wer in ihrer Firma wirklich verdient, was er kostet.

Volkswagen geht über Wasser

Dem Volkswagen-Konzern kann die Bühne am Eröffnungstag der Auto Messe in Peking nicht groß genug sein. Für die Präsentation der Konzernmarken auf dem wichtigsten Automobilmarkt ließen die Wolfsburger eigens das blaue Schwimmstadion „Watercube“ umbauen, das zu den olympischen Spielen 2008 eröffnet worden war. „Wir erlauben uns, über Wasser zu gehen“, sagt Weiming Soh, Vize-Chinachef der VW-Gruppe. Nicht über Wasser, sondern über die Hannover-Messe und dann ins Wolfsburger VW-Werk gingen heute die Kanzlerin und der chinesische Premierminister Wen Jiabao. Der Spaziergang hatte den Zweck, den Bau eines 170 Millionen Euro teuren neuen Werks in der nordwestchinesischen Provinz zu besiegeln. In Ürümqi sollen von 2015 an bis zu 50 000 Fahrzeuge pro Jahr produziert werden. Es ist Werk Nummer elf in China. Das Reich der Mitte ist der größte Absatzmarkt für VW. 2011 verkaufte das Unternehmen dort 2,26 Millionen Fahrzeuge. Da lohnt es sich schon mal, ein Schwimm-Stadion umzubauen, damit keine Seite bei diesen Plänen Baden geht.

Nestlés heile Welt

Der größte Lebensmittelkonzern der Welt, Nestlé, übernimmt für gut neun Milliarden Euro die Baby- und Kindernahrungssparte des US-Pharmakonzerns Pfizer. Nestlé wird damit immer mehr zum Apple unter den Lebensmittelherstellern: Von der Wiege bis zur Bahre begleiten uns die Produkte der Schweizer. Neben Babynahrung gibt es auch künstliche Ernährung. Mit Schokolade machen sie uns fett, um dann mit den richtigen Diät-Anbietern wieder an unserer Abmagerungskur zu profitieren. Apple für den Kopf, Nestlè für den Körper - Herz, was brauchst Du mehr?

Mit dem Zweiten wird es auch nicht besser

So geht die Verjüngungssparkur a la ZDF: Insgesamt 300 Stellen will der Sender streichen, um die von der Gebührenüberwachungskommission geforderten Einsparungen von 75 Millionen Euro zu erreichen. Jetzt gibt es Frühverrentungsprogramme, damit die Kündigungen keine jungen Mitarbeiter treffen. Warum nicht die? „Wir brauchen deren Kreativität und Engagement“, sagt ZDF-Intendant Thomas Bellut. Er habe nämlich das Ziel, den Alterdurchschnitt der Zuschauer zu senken - und das geht nur mit Mitarbeitern, von denen eben nicht die allermeisten haarscharf an der Rentengrenze entlangschrammen dürfen. Sonderlich ambitioniert ist Bellut mit seiner Parole allerdings nicht. Wer nachfragt, erfährt, wie sehr der Alterdurchschnitt sinken soll: von 61 auf 60 Jahre.

Gucken sie heute Abend etwa kein Fernsehen? Dafür dankt

Oliver Stock

  • 23.04.2012, 22:59 UhrFinis

    "Achtet auf Euch selbst", sagte er, "mit mir ist´s aus."
    Er versuchte seinen Rock zu öffnen um nach seiner Wunde zu schauen, aber seine Finger glitten von den Knöpfen ab. Dann stieß er einen tiefen Seufzer aus, sein Kopf sank ihm auf die Schulter, und er verschied.

  • 23.04.2012, 22:44 UhrKether

    Ahoi, Piraten, ahoi Schatzinsel, entert den Laden...
    holt was ihr bekommen könnt...

  • 23.04.2012, 22:01 UhrPirat

    " Wir hatten den langen Neunpfünder völlig vergessen, und nun waren zu unserem Entsetzten die fünf Halunken eifrig damit beschäftigt, ihm die Jacke auszuziehen, wie sie die dicke Segeltuchhülle nannten, die während der Fahrt darübergezogen war. Nicht nur das, sondern esfiel mir im selben Augeblick auch ein, dass wir die Kugeln und das Pulver für die Kanone zurückgelassen hatten und dass ein Axthieb genügte, sie in die Hände dieser Schurken nan Bord zu bringen...

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