Was vom Tage bleibt
Elektro-Schock aus Brüssel bleibt aus

Die EU dreht nicht rückwirkend an den Ökostrom-Rabatten für die Industrie, Horst Seehofer verschläft die Sommerzeit, McDonald’s gibt sich Wladimir Putin geschlagen. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend,

Spannungsabfall

Die EU-Kommission drohte Ende vergangenen Jahres mit dem Dampfhammer. Der Industrie-Rabatt bei der Ökostrom-Zulage könnte rückwirkend gekippt werden, warnte Brüssel. Heute kommt die Nachricht: Rückwirkend wird nicht an dem Preisnachlass gerüttelt werden. Wirklich etwas ändern muss sich erst ab 2018. Der Elektro-Schock aus Brüssel wird jetzt nur noch in Milliampere gemessen.

Winke, winke!

Ich habe einmal einige Jahre in den USA gewohnt und ein Rauchmelder an der Decke in der Küche war mein Feind. Bei jedem zweiten Gang zum Herd schlug der Melder Alarm. Irgendwann war es Routine, mit dem Besenstiel hantierend den Stumm-Knopf zu drücken und dabei weiter zu brutzeln. Die kürzlich von Google für Milliarden gekaufte Firma Nest hatte die Idee, dem Treiben ein Ende zu setzen. Ein harmloses Winken vor dem Rauchmelder konnte bei den Nest-Geräten den Alarm stoppen. Konnte. Denn genau dieses Ausschalten kann auch aus Versehen geschehen – und dann ist der Rauchmelder nur noch eine kleine Kiste, die stumm an der Decke hängt, selbst wenn es brennt. Die Techniker haben die Option des Ausschaltens per Winken jetzt per Internet deaktiviert. Und jetzt rauchen die Köpfe bei der Suche nach einer Lösung.

Kommt Zeit, kommt Initiative

Seiner Zeit hinterher war am Wochenende der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. Er verpennte einen Anruf der Bundeskanzlerin, die sich zur Telefonkonferenz verabredet hatte. Die Naturwissenschaftlerin Merkel bedachte dabei die Umstellung auf die Sommerzeit, Seehofer nicht. Das Telefonat fand mit siebenminütiger Verzögerung statt. Und weshalb erzähle ich das? Weil diese Minuten uns bald einen Segen bescheren könnten. Seehofer will sich jetzt einer Initiative gegen die Zeitumstellung anschließen. Ein zeitiger Erfolg ist ihm zu wünschen.

McDonald’s gibt sich Putin geschlagen

McDonald’s gehen auf der Krim die Buletten aus, die drei Restaurants in der Region müssen schließen. Der Chef des Persil- und Pritt-Herstellers Henkel, Kasper Rorsted, beobachtet die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland ebenfalls genau. Insgesamt 3.500 Mitarbeiter arbeiten für Henkel in beiden Ländern. Vor allem der schwache russische Rubel belastet das Geschäft. Die „negativen Effekte“ werde man vor allem im ersten Halbjahr 2014 spüren, so Rorsted am Freitag auf der Hauptversammlung. Die ehrgeizigen Wachstumsziele könnte das Unternehmen deswegen verfehlen. Russlands Präsident Putin befleckt die weiße Weste eines Waschmittel-Managers.

Neues Passwort

Der gute Vorsatz für den Freitagabend oder das Wochenende: Das Kennwort für das persönliche E-Mail-Konto ändern. Hacker haben mal wieder ihr Unwesen getrieben. Ein Vorschlag: Nehmen Sie doch einfach das alte rückwärts.


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Ihr

Martin Dowideit

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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