Was vom Tage bleibt
Endlich eine Fifa, die zupackt

Die Fifa sperrt den Missetäter aus Uruguay, die Textilkette Primark gerät unter Beschuss. Griechenland wird stärker, Österreich lässt Russland gewähren und Raucher geraten unter noch mehr Druck. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Endlich konsequent

Die Fußballwelt spricht weniger über die sportlichen Ergebnisse der WM in Brasilien als vielmehr über die spektakuläre Beißattacke des uruguayischen Stürmers Luis Suarez. Zum Glück kennt der Weltfußballverband Fifa in diesem Fall kein Pardon. Gleich für mehrere Monate und etliche Länderspiele darf er nicht mehr für sein Land auflaufen. Suarez ist Wiederholungstäter und schon mehrfach durch Beißaktionen aufgefallen. Schade nur, dass die Fifa bei eigenen internen Skandalen diese Konsequenz vermissen lässt.

Kleidung ist zu billig

H&M, Zara, Kik oder neuerdings Primark: Kleidung ist in Europa während der vergangenen zehn Jahre extrem günstig geworden. Für den Konsumenten sind es fast paradiesische Zustände. Doch alles hat seinen Preis: Die Arbeiter in den Textilfabriken von Bangladesch verdienen Hungerlöhne und kommen aus ihrer Armut nicht heraus. Hierzulande sollte ein Besinnungswandel einsetzen: Bekleidung darf gerne etwas teurer werden. Aus humanitären Gründen.

Im Vorwärtsgang

Vom bequemen deutschen Sessel aus wird gern über die vermeintlichen verschwenderischen Griechen geschimpft. Ja, es hat Exzesse gegeben. Aber hinter den Griechen liegen schwierige Jahren, die einem Großteil der Bevölkerung einen brutalen Sparkurs aufgezwungen haben. Wir alle in Europa sollten uns freuen, wenn es in Griechenland langsam wieder aufwärts geht. Und es ist eine gute Nachricht, wenn die Griechen kein drittes Hilfspaket haben wollen. Es geht wirklich aufwärts.

Auf dem Weg nach Moskau

Österreich fährt einen eigenwilligen Kurs. Erst unterschreibt Wien vor wenigen Tagen mit Russland einen Vertrag zum Bau der neuen Gaspipeline Southstream. Jetzt zeichnet sich sogar ab, dass sich der russische Riese Gazprom am (am weitgehend staatlichen) österreichischen Konkurrenten OMV beteiligen könnte. All das passiert in einer Zeit, in der in Europa über mehr Abstand zu Russland diskutiert wird und über weniger Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen. Österreich hat offensichtlich vergessen, was in den vergangenen Monaten in der Ukraine passiert ist.

Im Nebel

Zigarettenrauch stinkt, darüber gibt es nicht viel zu diskutieren. Deshalb ist es gut, dass Raucher aus dem öffentlichen Raum zurückgedrängt worden sind. Es gibt aber auch noch eine Privatsphäre. In den eigenen vier Wänden genießt die individuelle Freiheit absolute Priorität. Deshalb gehen Gerichte wie in Düsseldorf zu weit, wenn sie einem Mieter das Rauchen in seinen vier Wänden untersagen wollen. Solch eine Rechtsprechung passt überhaupt nicht zu einer liberalen Gesellschaft, damit wird zu viel reguliert.

Einen schönen Abend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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