Was vom Tage bleibt: Erben geht es an den Kragen

Was vom Tage bleibt
Erben geht es an den Kragen

Die Grünen laufen sich warm für die Wahl und denken übers Erben nach. Die Finanztransaktionssteuer kommt, aber keiner weiß genau, worauf genau. Und: Biertrinker können sich auf Budweiser verlassen. Der Tagesbericht
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Was Du ererbt von Deinen Vätern . . .

Nun auch die Grünen: Sie wollen künftig Erbschaften und Schenkungen stärker besteuern und unterstützen damit eine Forderung des Bundesfinanzhofs. Es sei schlicht nicht begründbar, warum selbst von geringen Arbeitseinkommen mehr als ein Drittel an Steuern und Abgaben einbehalten werde, aber Erben weitgehend verschont blieben, sagen die Grünen. Das könnte interessant werden, denn die Grünen würden gern, wenn sie denn in Berlin an die Regierung kommen, den Finanzminister stellen. Jürgen Trittin läuft sich schon warm. Deswegen können wir an dieser Stelle vielleicht mit Begründungen helfen. Die zwei wichtigsten: Wie viel sollen wir denn noch bezahlen? Noch niemals flossen die deutschen Steuern so reichlich, wie im Jahr 2012. Und zweitens: Erbschafts- und Schenkungssteuer fällt an auf schon mal versteuertes Vermögen. Und doppelt melken – das geht auf keine Kuhhaut.

Noch eine Steuer

Wenn es nur die Schenkungssteuer wäre. Nein, heute hat die EU auch den Startschuss für die Finanztransaktionssteuer gegeben – allerdings zieht nur ein „harter Kern“ um Deutschland und Frankreich mit. Müssen wir uns fürchten? Erstmal nicht. Kein Mensch kann nämlich erklären, was genau unter die Steuer fällt. Darauf habe man sich noch nicht geeinigt, heißt es aus Brüssel. Am interessantesten ist in diesem Zusammenhang der heutige Satz von Finanzstaatssekretär Thomas Steffen. Er lege sich nicht darauf fest, wofür die neuen Einnahmen in Deutschland eingesetzt werden sollen, sagt er. Ursprünglich war die Steuer doch dafür gedacht, die finanziellen Folgen von Bankschieflagen auszubügeln. Fließt sie jetzt ins Betreuungsgeld? Wenigstens das hätte Herr Steffen verneinen können und uns damit doch beruhigt.

Blödsinn mit Weidmann

Social Media ist eine feine Sache. Jeder ist mit jedem weltweit verbunden, alle geben zu allem ihre Meinung kund. Heute zum Beispiel twitterte einer, Bundesbankpräsident Jens Weidmann sei zurückgetreten, prompt sackten die Märkte für kurze Zeit ab, bis die Bundesbank sich genötigt sah, die Twitterei als „kompletten Blödsinn“ abzutun. Als Journalist bin ich irgendwie erleichtert: Je mehr durch die Welt getwittert und gepostet wird, desto mehr lohnt es sich, auf Verlässliches zu achten, denn nicht die Zahl der relevanten Informationen nimmt zu, sondern nur die Zahl derer, die glauben, welche zu haben. Schön, wenn Sie mir an dieser Stelle folgen können.

Wo Budweiser draufsteht, ist Budweiser drin

Nur wo „Bud“ draufsteht, muss Bier der US-Brauerei Anheuser-Busch drin sein. Das hat ein EU-Gericht heute entschieden. In dem jahrelangen Markenstreit mit der tschechischen Budweiser-Brauerei erzielte der US-Bierriese damit einen Erfolg vor Gericht. Anders verhält es sich aber zum Glück mit dem kompletten Namen „Budweiser“: der gehört weiterhin den Tschechen. Bereits 2010 hatten die EU-Richter entschieden, die tschechische Brauerei in Deutschland und Österreich habe das ältere Recht an der Bezeichnung „Budweiser“. Dieser Name bleibt somit in der EU dem Bier aus Tschechien in der grünen Flasche mit roter Schrift auf weißem Etikett vorbehalten. Als bekennender Verehrer vieler Highlights unserer Nachbarn im Osten ist mir das recht: Denn „Bud“ können wir künftig getrost links im Regal stehen lassen. Dabei ist sichergestellt, dass uns dennoch kein köstlicher Schluck tschechischer Brauart entgeht.

Zum Wohl!

Herzlichen Gruß

Oliver Stock

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Erben geht es an den Kragen"

Alle Kommentare
  • Ihr habt es noch nicht begriffen. Wir sind die Kaste der Arbeitssklaven, die im Bundestag trinken Champagner und kosten Kaviar, pflegen die Fürstenpose. Wenn man sich in aller Welt beim Verteilen unserer Steuergelder hofieren lässt, selbst einen vergoldeten Sozialismus lebt, denkt man nicht ans sparen.

    Gibt man weniger aus, kann man seine Wahlversprechen nicht mehr halten und landet, weil man dann nicht mehr gewählt wird, am Ende als Normalbürger unter uns. Steuerhöhungen sind also aus der Sicht der Genossen Abgeordneten genau das einzig Richtige.

    Politik steht somit auch für die Umschreibung und die Gabe rethorisch Volksverdummung oder Gehirnwäsche zu betreiben.
    Schließlich muss man ja als "Volksvertreter" unangehme Wahrheiten und Steuerhöhungen positiv rüberbringen, den Bürger sozusagen einlullen und die Bürden als sozial verkaufen.



  • DANN HÖRT ENDLICH AUF DIE SCHEISS BLOCKPARTEIEN ZU WÄHLEN !!!

  • Irre was den Grünen noch alles so einfällt.
    Nur blöd das die junge Generation immer noch nicht begriffen hat, womit die Grünen den braven Bürger noch mehr bluten lassen!

  • Ja ja...der Staat muß doch irgendwie seine Schulden loswerden. Und man kann ja nicht die gleichen Wörter wie damals 1929 verwenden. Neee...heute heißt Zwangshypothek halt Erbschaftssteuer :)..

  • Verstehe ich das richtig? Die Grünen entscheiden, wer dann zu den achso Reichen gehört und bei Erbschaft wie hoch Steuern zu zahlen hat?

    Ich nehme mal folgendes Beispiel: Mein Vater baut ein Haus. Er zahlt für Handwerker, Material usw. 1 Mio Euro. Für alles hat er 19% Mehrwertsteuer bezahlt. Er hat Handwerker für eine gewisse Zeit Arbeit gegeben und die haben dafür Lohnsteuer abgeführt. Und schon wieder hat der Staat fürs Nichstun kassiert.
    Das Haus ist fertig und ein Tag danach stirbt mein Vater. Ich erbe das Haus. Und dafür soll ich dann Erbschaftsteuer bezahlen? Was soll der kranke Quatsch?

  • Naja, man kann eben nicht alles jedem erklären.

    "Die echten Investoren sind die Banken und die Versicherungen"; wie sagt man so schön: keine weiteren Fragen.

    Ich mach mich schon mal auf den Franzosen ein bisschen unter die Arme zu greifen; da gibt es etliche Konzerne die ungerecht von den Finanzmärkten behandelt werden wie z.B. Saint Gobain.

    Vive la France, Viva Europa !

  • @Hagbard_Celine

    Das war eine ziemlich dümmliche Ausführung. Aktienkäufe sind keine Investitionen. Im selteten Fall, wenn die Aktien vom Unternehmen zum ersten Mal herausgegeben werden, wird das Geld das Unternehmen erreichen. Ihre BASF Aktien haben nur den Besitzer gewechselt. Einen Mehrwert für die Wirtschaft gab es nicht. Und Ihre Anleihegewinne verdanken Sie allein dem Wertschaffenden Steuerzahler, der mit Aber-Milliarden an der Bürgschafft teilnimmt. Denn ohne den politischen Willen Steuergelder diesen Staaten zu geben, wäre Ihr Geld jetzt weg. Sie müssen sich bei der Politik bedanken, denn es war nicht Ihr Verdienst, sondern der Verdienst des Bundestags und letztendlich dem deutschen Steuerzahler, der jeden tag schufftet und überhaupt keine Möglichkeit hat, Geld beiseite zu legen.

    Die echten Investoren sind die Banken und die Versicherungen, die das Geld Ihrer Kunden nutzen, um es anderen zu verleihen. Diesen Institutionen könnte man zumuten einen Mehrwert zu schaffen. Mit genügender Kontrolle wird dabei einen echten Wert für die Wirtschafft entstehen. Die reichen Erben braucht man dafür nicht. Der Staat soll diesen Menschen die Erbe wegnehmen und es besser für das Gemeinschafftswohl einsetzen. Die reichen Erben sollen wie alle andere Menschen einen Job suchen und produktiv etwas leisten. Wenn sie es dann aus eigener Kraft zum Vorstand der Deutschen Bank schaffen, dann von mir aus, meinen Segen haben Sie, um am Finanzmarkt teilzunehmen. Das derzeitige status quo ist zutiefst diskriminieren.

  • Wo hat man Sie denn laufen lassen?

  • "Wenn jemand einen Mehrwert schafft, dann muss er dafür belohnt werden."

    Haben Sie sich schon einmal gefragt wer dafür sorgt das die Zinsen die Firmen zahlen mit ihrem wirtschaftlichem Nutzen konvergieren, also gerecht sind ?

    Wer dafür sorgt das tüchtige Firmen und Individuen günstig Geld erhalten während marode Betriebe und Staaten der Geldhahn abgedreht wird ?

    Es sind die Investoren (nicht zu verwechseln mit Spekulanten)

    Zum Höhepunkt der Krise im März 2009 habe ich mein Einkommen dem Aktienmarkt zur Verfügung gestellt und wenn auch in sehr bescheidenem Maße der Krise entgegen gewirkt und somit unsere Wirtschaft gestärkt und Arbeitsplätze gesichert.

    Als Lohn habe ich z.B. BASF Aktien für 17,50 eingesammelt.

    Vor ein paar Monaten habe ich in Griechenland, Italien, Spanien und Portugal in ausgewählte Betriebe investiert und so wenn auch nur sehr geringfügig der Krise in Südeuropa entgegen gewirkt.

    Als Lohn habe ich nun auch dort Kursgewinne.

    Ich habe niemandem etwas weg genommen sondern im Gegenteil dazu beigetragen das die Wirtschaft auf dem Kontinent rund läuft und dafür habe ich meinen Lohn erhalten.

    Das mit dem Alkohol und den Frauen werde ich mir für später merken, aber ich denke es muss mindestens noch durch gutes Essen, was zu rauchen und teure Urlaube ergänzt werden.




  • Schon mal den Spruch gehört "Besitz verpflichtet"!?
    Wenn man es dem gierigen Pack überlassen würde, seinen Reichtum selbst zu verteilen passiert genau das was halt weltweit passiert! Elite a la Rockefeller und Rothschilds werden übermächtig und der Rest krepiert!
    Menschen sind schwachsinnig und von Gier zerfressen! Dank der modernen "Medien"-Erziehung! AB-helfen kann da nur ein starker souveräner Staat! LIEBER LINKE UND KOMMUNIST ALS UNION UND SKLAVE !!!

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