Was vom Tage bleibt: Etikettenschwindler bei Opel

Was vom Tage bleibt
Etikettenschwindler bei Opel

General Motors tröstet die deutsche Tochter Opel mit Lippenbekenntnissen, Daimler kriselt auf hohem Niveau und Italien muss erneut Rekordschulden für den Staatshaushalt ausweisen. Der Tagesrückblick.
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Wunderschönen guten Abend,

Bisher nur Lippenbekenntnisse

Die GM-Chefs sind schon Schlitzohren. Sie verkünden, dass sie in den kommenden vier Jahren vier Milliarden Euro in die kranke Tochter Opel investieren wollen und schon ist ihnen der Applaus von Betriebsrat und Politik sicher. Dabei haben sie nur wiederholt, was weitgehend längst beschlossen und bereits im Oktober letzten Jahres verkündet wurde: Dass sie bis 2016 "mehre Milliarden Dollar", wie es damals hieß, in den Opel-Zukunftsplan "Drive Opel 2022" investieren wollen. Doch die jüngst stolz präsentierten Modelle, wie der Adam oder der Cascada, sind eher Nischenprodukte, mit denen man nicht auf die notwendige Stückzahl zum Überleben kommt. Solange Opel nicht Brot-und Butter-Modelle wie den Astra oder den Insignia weltweit anbieten darf, sind alle Durchhalteparolen von GM nur Lippenbekenntnisse. Mal gespannt, ob beim Treffen mit Merkel morgen mehr kommt.

Krise auf hohem Niveau

Eine Luxus-Krise ist dagegen die angespannte Situation beim Konkurrenten Daimler. Auf der heutigen Hauptversammlung gab es auch heftige Kritik. Denn Daimler fährt den Konkurrenten BMW und Audi bei Absatzzahlen und Rendite hinterher. Aber immerhin gibt es noch Gewinne zu vermelden. Doch das ist wie im Fußball: Während der VfL Bochum froh ist, wenn er nicht aus der zweiten Liga absteigt, muss Bayern München auf jeden Fall Deutscher Meister werden. Sonst fliegt der Trainer. Das weiß auch Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Immer mehr Schulden

Immer wieder wird finanziell getrickst, werden Fortschritte versprochen, doch die Wirklichkeit ist ernüchternd: Entgegen den bisherigen Zusagen wird Italien für 2013 erneut einen Rekordstand bei den Staatsschulden erreichen. Auf atemberaubende 130,4 Prozent der Wirtschaftsleistung soll die Verschuldung des Staates nach einem heute veröffentlichten Planungspapiers des noch amtierenden Kabinetts von Ministerpräsident Mario Monti steigen. Nach Ansicht Montis kann man mit einem weniger strikten Sparkurs die Themen "Wachstum und Arbeitsplätze" stärker in den Fokus rücken. Doch wenn Italien seinen Ruf bei Investoren weiter beschädigt, dürften die Zinsen erneut steigen - was letztlich auch die Wirtschaft bezahlt.

Was fehlt? Seit je her schießen die Spekulationen ins Kraut, zu welchem Zweck die riesigen Steinformationen im britischen Stonehenge errichtet wurden. Ein Archäologe will jetzt herausgefunden, haben dass dort auch Feste gefeiert wurden. Und - noch schlimmer für die Briten - dort gefundene Gebeine sollen einem früheren Alpenbewohner gehört haben. War etwa eine britische Kultstätte in Wahrheit eine Frühform des Oktoberfestes?

Ich wünsche Ihnen einen unterhaltsamen Feierabend.

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Etikettenschwindler bei Opel"

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  • OPEL gehört GM! Was GM mit OPEL macht ist deren Sache und wenn sie die Entwicklung der Deutschen nutzen um sie dann in koreanischen Fahrzeugen (Chevrolet) in großen Mengen auf den Markt werfen um damit mehr Geld zu verdienen ist das eben deren Geschäftsmodel. Außerdem wird der Insignia bereits in den USA verkauft. Er dort Buick Regal. Auch Astra und Vectra wurden in den USA verkauft unter der damaligen GM Marke Saturn. Der Vectra hieß dort Aura und der Astra hieß dort sogar Astra ...

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