Was vom Tage bleibt

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Was vom Tage bleibt: Etwas weniger Staat wäre nicht schlecht

Unglaublich, aber wahr: Der deutsche Staat schafft ein Stück Bürokratie ab. Mit einem spannenden Fußball-Ereignis in Sichtweite und steigenden Börsenkursen ist es ein rundum zufriedenstellender Tag gewesen.

Stefan Menzel ist stellvertretender Chefredakteur von Handelsblatt Online.
Stefan Menzel ist stellvertretender Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

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Vieles könnte so einfach sein

Es ist wirklich schön, wenn sich lästige Dinge des Alltags plötzlich viel einfacher machen lassen, zum Beispiel die Zulassung eines Autos. Die Bundesregierung hat am Mittwoch beschlossen, dass Autokennzeichen nicht mehr gewechselt werden müssen, wenn jemand in eine neue Stadt umzieht. Warum ist das nicht schon viel früher möglich gewesen? Das muss zudem nicht die letzte Stufe der Verwaltungsvereinfachung sein. In anderen Staaten haben die Versicherer die Zulassung der Autos übernommen – dadurch gibt es in größeren Städten gleich Dutzende von Zulassungsstellen. Das lange und überflüssige Warten beim deutschen Straßenverkehrsamt gehört hoffentlich auch bald der Vergangenheit an.

Die absehbaren Gewinner von Wembley

Drei Tage müssen die Fußball-Fans noch ausharren, dann steigt endlich die große Champions-League-Sause im Londoner Wembley-Stadion. Einige Gewinner stehen schon vor dem Spiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München fest. So werden sich die Fernsehsender ZDF und Sky an der deutsch-deutschen Begegnung eine goldene Nase verdienen. Und was passiert im Spiel selbst? Dortmunds Top-Spieler Mario Götze wird wegen einer Verletzung nicht mitkicken. Das könnte schon jetzt ein ernsthafter Indikator dafür sein, dass am Ende ZDF, Sky und der FC Bayern München gewinnen werden. Greift in Dortmund schon Trauerstimmung um sich?

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Das Bernanke-Orakel

Große Gewinner hat es am Mittwoch auch wieder einmal an den Börsen gegeben – den erlösenden Worten von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke geschuldet. Der Fed-Boss versprach am Nachmittag bei einer Anhörung im amerikanischen Kongress, dass die Notenbank den Geldhahn nicht zudrehen wird und dass die US-Wirtschaft unverändert offensiv von Bernanke und seinen Fed-Kollegen mit Geld versorgt wird. Dass dadurch eine neue Blase an den Börsen genährt werden könnte, was soll’s? Mit diesem Problem dürfte sich dann Bernankes Nachfolger herumschlagen, der die großzügig verteilten Geldscheine in ein paar Jahren wieder einsammeln muss.

Der trickreiche Apple-Chef

Im US-Kongress hatte noch jemand seinen großen Auftritt, Apple-Konzernchef Tim Cook. Senatspolitiker wollten den Apple-Boss in aller Öffentlichkeit als großen Sünder vorführen lassen, weil sein Unternehmen in den vergangenen Jahren äußerst geschickt etliche Milliarden am US-Fiskus vorbei vor allem nach Irland geschleust hatte. Tim Cook war allerdings gut vorbereitet und hat sich gerade nicht vorführen lassen. Der Apple-Boss stand am Ende als klarer Sieger da, weil sein Unternehmen viele Milliarden Steuern in den USA zahlt und Zehntausende von Arbeitsplätzen geschaffen hat. Vielleicht dreht Cook bald den Spieß einmal um und lädt die Senatspolitiker zu einer Anhörung in die Konzernzentrale von Apple nach Cupertino ein. Dann könnte etwa darüber diskutiert werden, wer denn eigentlich eine widersprüchliche Gesetzgebung mit vielen Steuerschlupflöchern beschlossen hat.

Der Staat muss nicht alles machen

In Deutschland fehlen Wohnungen, vor allem in den Ballungsräumen ist das ein Problem. Flugs fühlt sich der Mieterbund auf den Plan gerufen. Der Staat möge bitte sehr einspringen und dafür sorgen, dass wieder mehr Wohnraum geschaffen wird. Vielleicht bräuchten die Damen und Herren vom Mieterbund nur eine einfache Einweisung in die Grundregeln der Marktwirtschaft? Der knappe Wohnraum in Deutschland sorgt dafür, dass auch die Mieten anziehen. Und in der Folge dieses wundersam funktionierenden Preismechanismus haben steigende Mieten zur Folge, dass mehr investiert wird und neue Wohnungen gebaut werden. So einfach geht das, ohne Papa Staat.

Einen gleichsam entspannten und ruhigen Abend wünscht ihnen

Stefan Menzel

  • 22.05.2013, 20:21 UhrFalk

    Herr Menzel, Sie täten besser daran, sich für Ihren Fehltritt in den Fettnapf zu entschuldigen, als Sie in Ihrem letzten Kommentar eine demokratische Partei mit an den Haaren herbeigezogenen Pseudoargumenten denunzierten, mit "Volldampf" ins extremistische Abseits zu "marschieren".
    Ich habe zumindest noch niemanden mit Volldampf "marschieren" gesehen, wenn schon, dann höchsten "gefahren".
    Ihre Vergleiche sind genau so schief, wie das denunzistorische Verfahren, das Sie glaubten, in Sachen Prof. Lucke und AfD anwenden zu müssen.
    Für viele Leser von HB-online haben Sie sich als derjenige geoutet, der Sie sind, ein Journalist der "besonderen " Art.

  • 22.05.2013, 19:39 Uhrpool

    Der Tag verlief solange zufriedenstellend, bis Sie meinen Kommentar lesen.

  • Kommentare
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