Was vom Tage bleibt
Familie, Familie und noch mal Familie

Hans Dieter Pötsch wird VW-Oberkontrolleur, der Konzern fürchtet Milliardenforderungen. Börsengänge geraten ins Wanken, die Staatsanwälte liegen bei VW falsch und Hoffnung für die Ukraine keimt auf. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Familienverbund

Nichts geht bei VW ohne die Familien Porsche und Piëch. Auch bei der Berufung des neuen Aufsichtsratsvorsitzenden haben sie sich am Ende durchgesetzt. Hans Dieter Pötsch, bislang Finanzvorstand von Volkswagen, bekommt den Posten, fertig. Ferdinand Piëch sitzt zwar nicht mehr im Aufsichtsrat des Konzerns – was aber überhaupt keine Rolle spielt. Am Ende bekommt er doch, was er will.

Vater Staat hilft

Es ist völlig unklar, welche Forderungen auf den Volkswagen-Konzern nach dem „Dieselgate“ zukommen werden. Es dürften Milliarden und Abermilliarden werden. Schadenersatz, Geldbußen, Gesetzesverstöße: Alles zusammen reicht jedenfalls aus, um den VW-Managern jetzt schlaflose Nächte zu bereiten. Ihnen bleibt eine Hoffnung: Dass VW als „too big to fail“ gilt und am Ende vom Staat gerettet werden muss.

Börsenbeben

Das Riesenmalheur von Volkswagen strahlt auf die gesamte deutsche Wirtschaft ab. Nicht nur, dass die Autokonkurrenten leiden. Auch an der Börse gibt es jetzt gewaltige Probleme: Der Börsengang der Bayer-Kunststoffsparte Covestro geht so gerade eben noch mit erheblichen Abstrichen über die Bühne, Schwierigkeiten gibt es auch beim Start der Schaeffler-Aktien. „Danke, Wolfsburg“, schallt es einhellig in Richtung Volkswagen. Denn ohne die Last der Abgasaffäre wären die Börsengänge glatt durchgegangen.

Blamage

Die Justiz wird sich intensiv mit dem Skandal bei Volkswagen beschäftigen. Nein, sie hat damit bereits begonnen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat es geschafft, sich schon nach wenigen Tagen bis auf die Knochen zu blamieren. Noch zu Wochenbeginn verkündeten die Strafverfolger, dass sie ein Ermittlungsverfahren gegen den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn eröffnen. Doch nichts dergleichen ist passiert, dieses Verfahren gibt es nicht. So wird die Justiz garantiert kein Licht ins Dunkel rund um den Wolfsburger Betrugsskandal bringen.

Das große Treffen von Paris

Der Freitag wird entscheidend für die Ukraine: Auf dem Gipfel in Paris kommen die Staats- und Regierungschefs aus Russland, Frankreich, Deutschland und eben der Ukraine zusammen. In den vergangenen Wochen ist es im Kriegsgebiet des Donbass vergleichsweise ruhig geblieben. Zudem gibt es im Syrien-Konflikt eine ganz vorsichtige Annäherung an Russland. Das sind gute Vorzeichen für den Ukraine-Konflikt, vielleicht klappt es jetzt mit der Entschärfung.

Drücken wir die Daumen für die Ukraine. Ihnen wünsche ich einen erholsamen Feierabend. Ihr

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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