Was vom Tage bleibt

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Was vom Tage bleibt: Familien-Clinch

Natürlich gab es heute gut laufende Anleihen und einen hoffnungsvollen EZB-Präsidenten. Aber was ist das alles gegen jene Ranküne, die sich hinter den Kulissen der Parfümerie Douglas abspielt. Der Tagesrückblick

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.
Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

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Come in and fight . . .

Das klingt nach allem, nur nicht nach Frieden: Die Familie Kreke, Gründer des Handelskonzerns Douglas, will sich zusammen mit finanzkräftigen Investoren den vollen Zugriff auf das Unternehmen sichern. Nach Angaben des börsennotierten Unternehmens wäre ein öffentliches Übernahmeangebot an alle Aktionäre möglich. Zum Konzern mit fast 3,4 Milliarden Euro Umsatz gehören neben der gleichnamigen Parfümerie-Kette und Thalia, der Juwelier Christ, die Modehäuser AppelrathCüpper und die Süßwarengeschäfte Hussel. Zu Douglas gehören aber auch als größter Aktionär die Oetker-Gruppe mit 25,8 Prozent. und der Drogeriehändlers Erwin Müller, der gut zehn Prozent der Anteile hält. Wie die Krekes die Oetkers überstimmen wollen und was Müller plant, ist ab jetzt Stoff für viele interessante Geschichten. Wir freuen uns darauf - zusammen mit den anderen kleinern Aktionären, die von den Übernahmeversuchen profitieren: Die Aktie sprang heute um 30 Prozent nach oben.

War das die Wende?

Vielleicht wird der heutige Tag zumindest bei den Statistiker einmal als Tag der Wende in der Schuldenkrise eingehen. Denn die seit Monaten unter dem Druck der Finanzmärkte stehenden Länder Italien und Spanien haben sich heute eine deutliche Atempause verschafft. Sowohl Rom als auch Madrid konnten über Staatsanleihen zu deutlichen gesunkenen Zinsen Milliarden Euro einsammeln. Hatte Italien Mitte Dezember noch fast sechs Prozent Zinsen zahlen müssen, gab es gestern Geld für nur noch 2,7 Prozent. Staatspapiere über insgesamt zwölf Milliarden Euro waren zu haben. Spanien muss nach Angaben seiner Zentralbank Zinsen von bis zu 3,9 Prozent zahlen, bei der letzten vergleichbaren Ausgabe im vergangenen Jahr betrugen die Zinsen noch knapp fünf Prozent. So weit, so schön. Jetzt kommt das Aber: In Griechenland müssen private Gläubiger wie die Banken dem hochverschuldeten Land die Hälfte seiner Schulden erlassen. Das entspricht rund 100 Milliarden Euro. Der Schuldenschnitt ist auch die Voraussetzung für ein zweites internationales Hilfsprogramm für Griechenland in Höhe von insgesamt 130 Milliarden Euro. Doch auch nach einem Gespräch zwischen Regierung und Banken heute weigern sich die Gläubiger voll mitzumachen.

Draghi hofft

EZB-Chef Mario Draghi hat heute die Zinsen unverändert gelassen. Er hätte sie gesenkt, wenn er ein eindeutiges Abwärtsrisiko für die Konjunktur gesehen hätte. Insofern ist seine Nicht-Entscheidung ein Zeichen dafür, dass er Hoffnung hat. Draghi hält sich aber alle Optionen offen. Die Politik weiß seit Draghis Amtsantritt im vergangenen Herbst, dass die EZB unter seiner Führung grundsätzlich bereit ist, die konjunkturellen Bremseffekte der Haushaltskonsolidierung durch ihre Politik abzumildern. Das ist gut für die Politik. Ist es auch gut für die Geldwertstabilität?

Husarenritte

Und dann noch das: Ungarns Präsident Pal Schmitt steht unter Plagiatsverdacht. Er soll weite Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben haben. Das Präsidentenbüro in Budapest teilte auf einen entsprechenden Verdachtsartikel heute mit, Schmitts Arbeit sei mit der Bestnote summa cum laude bewertet worden, was "für sich selbst spricht". Wir wünschten uns eigentlich, dass Ungarn noch mehr Plagiate macht. Zum Beispiel in seiner Wirtschaftspolitik. Mit diesem Wunsch sind wir in bester Gesellschaft etwa der Bayern LB, die wegen ungarischer Husarenritte, Millionen bei ihrer ungarischen Tochter abschreiben muss.

Ein anregenden Abend wünscht ihnen

Oliver Stock

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