Was vom Tage bleibt: Fortsetzung des Schweizer Erdbebens

Was vom Tage bleibt
Fortsetzung des Schweizer Erdbebens

Die Börsenkurse in der Schweiz geben wieder nach, in der Ukraine geht das Töten weiter. Pegida geht in eine Talkshow, aus Belgien kommen die jüngsten Terror-Drohungen und der Euro fällt kräftig. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Etwas ärmer

Das Beben aus der Schweiz hat auch am zweiten Tag angehalten. Nach der Aufhebung der fixen Euro-Franken-Bindung sind die Kurse an der Züricher Börse ein weiteres Mal kräftig gefallen. Die Schweizer Exporteure machen sich Sorgen um ihre Zukunft, weil ihre Produkte im Ausland plötzlich viel zu teuer geworden sind. Ein ganzes Land fürchtet jetzt, dass es seine internationale Konkurrenzfähigkeit verloren hat. Aber es muss nicht soweit kommen. Die Schweiz ist reich und hat Reserven, um diese Krise zu überstehen. Allerdings wird es in Zukunft nicht mehr ganz so gemütlich wie früher zugehen. Die Schweiz wird ein Stück weit ärmer, das ist sicher.

Die vergessene Krise

Erst der Terror in Frankreich, dann die Franken-Euro-Krise. Verständlicherweise haben wir alle uns während der vergangenen Tage fast ausschließlich mit diesen Themen beschäftigt. Dadurch ist ein Land aus unserem Blickwinkel verschwunden, wo leider immer noch jeden Tag viele Menschen sterben: die Ukraine. Sowohl die Regierung in Kiew als auch die von Russland unterstützten Separatisten im Osten des Landes rüsten wieder auf. Vieles deutet darauf hin, dass sich die Lage schon in sehr kurzer Zeit wieder dramatisch verschärfen könnte. Die nächste Krise steht also schon wieder vor der Haustür, von Entspannung können wir nur träumen.

Erstes Gespräch

Jetzt kommt sie doch aus der Deckung, die Führung der Pegida-Bewegung. Bisher hatte sie den Kontakt zu den meisten Medien gemieden. Zeitungen sowie TV- und Radiosender gehören für die Dresdner zum Establishment in Deutschland, das sie lautstark kritisieren. Die Medien sind die „Lügenpresse“. Führende Pediga-Köpfe werden nun am kommenden Sonntag in der Talkshow von Günther Jauch erstmals vor einem Millionenpublikum auftreten. Ganz ohne die bösen Medien geht es also offensichtlich doch nicht.

Die neue Realität

Festnahmen in Berlin und in Wolfsburg, neue Polizeieinsätze in Belgien und in Frankreich. Nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ bekommt Europa ein anderes Gesicht. Überall hat sich die Sicherheitslage dramatisch verschärft. Die Bedrohung durch den Terror ist real geworden, sie ist fühlbar, spürbar. Auch wenn es banal klingen mag: Wir müssen jetzt mit dieser Bedrohung leben, kurzfristig sind die Ursachen für den Terror nicht zu beseitigen. Leider.

Preisvorteil

Der Euro ist im Tiefflug. Gegenüber dem US-Dollar notierte die Gemeinschaftswährung am Freitag auf einem Elf-Jahres-Tief. Natürlich sind die Währungsturbulenzen in der Schweiz wesentlich für die jüngste Euro-Abwertung verantwortlich. Außerdem stellen sich die Finanzmärkte darauf ein, dass die Europäische Zentralbank in der kommenden Woche die Geldschleusen in großem Stil öffnet und damit den Abwertungsdruck auf den Euro weiter erhöht. Sicherlich, das sind alles keine Anzeichen von Stabilität. Aber nehmen wir doch davon das Positive mit ins Wochenende: Die deutsche Wirtschaft und allen voran die Exporteure werden von der Euro-Abwertung ordentlich profitieren.

In diesem Sinne: ein schönes Wochenende aus Düsseldorf. Erholen Sie sich und tanken Sie Kraft für die neue Woche. Herzlichst Ihr

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Fortsetzung des Schweizer Erdbebens"

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  • Lieber Herr Menzel,

    Sie sind zwar nicht das Sandmännchen der Nation
    aber das perfekte Sandmännchen der HB-Community.

    Gute Nacht und viel "Kraft" zum "Sandsäckchentragen".
    lol

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