Was vom Tage bleibt
Franzosen würden Merkel wählen

Eine Umfrage sieht Merkel in Frankreich ganz vorn. Die Zentralbank denkt weiter über eine Schuldengemeinschaft und die SPD über eine Vermögenssteuer nach. Und: Das Olivenöl ist in Gefahr. Der Tagesbericht.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die eiserne Merkel

Hand aufs Herz: Bis eben haben wir geglaubt, dass wir die unangefochtene Nummer eins in Europa in Sachen Sparen sind. Dass wir und Frau Merkel den Zuchtmeister spielen müssen, auch wenn wir dafür nur noch als Buhmann gelten. Und nun das: Die Zustimmung für einen strikten Sparkurs ist ausgerechnet in Laissez-faire-Frankreich höher als in den anderen großen EU-Ländern. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage. 81 Prozent der Franzosen glauben, dass sich die wirtschaftlichen Probleme in Europa am besten durch Sparen lösen lassen. In Deutschland und Spanien sind nur 67 Prozent dieser Meinung. Die hohe Zustimmung der Franzosen erklärt sich möglicherweise dadurch, dass sie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel einfach bewundern. 73 Prozent der Franzosen mögen Merkel. Sie erscheint ihnen als eine Art Jeanne d'Arc des Euro. Und sie haben sich offenbar vorgenommen, den fatalen Fehler, Jeanne d'Arc zu verbrennen, auf gar keinen Fall zu wiederholen.

Die Instrumente der Retter

Überlegungen in der Europäischen Zentralbank beim Ankauf von Wertpapieren, die auf den schönen Namen Asset Backed Securities hören und damit sehr an die Ursache der Finanzkrise erinnern, die Ausfallrisiken auf den EU-Haushalt abzuwälzen, finden Berliner Politiker schlecht. „Wir lehnen eine Vergemeinschaftung der Risiken ab, egal in welchem Gewand sie uns präsentiert wird“, sagt uns der Vize-Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Michael Meister. Ob sich Meister erinnert, wer in der Eurokrise letztlich zur Stabilität beigetragen hat? Die EZB. Und zwar deswegen, weil sich die Politik nicht rechtzeitig auf eine gemeinsame Linie verständigen konnte. „Rette mich schnell, aber fahr bitte nicht bei rot über eine Ampel“, könnten Meister und Co. auch sagen.

Schlechte Medizin

Wäre die SPD, die nächste Woche ihr Einhundertfünfzigstes feiert, ein Mensch, dann litte dieser Mensch unter Muskelschwund. Denn anstatt eine kraftvolle Agenda 2020 zu setzen, doktert sie an Symptomen herum wie ein Patient, der täglich eine neue Therapie ausprobiert, die ihm auch nicht mehr weiterhilft. Beispiel? Hier: SPD-Chef Sigmar Gabriel kündigt an, dass seine Partei, falls sie wieder regiert, eine Vermögensertragsteuer einführt, um die Kassen aufzubessern. Stimmt, das ist besser als die Vermögensteuer, von der bislang bei der SPD die Rede war. Aber wenn Gabriel Vermögen hätte, wäre ihm wahrscheinlich nicht entgangen, dass Vermögenserträge bereits durch die Kapitalertragssteuer und die Einkommensteuer besteuert werden. Das lehrt zwei Dinge. Erstens: Die Medizin ist also schon einmal verteilt worden und taugte nichts. Und zweitens: vermögende Politiker sind nicht unbedingt die schlechteren Politiker.

Rettet das Olivenöl!

Die „Durchführungsverordnung über die Vermarktungsvorschriften für Olivenöl“ kommt jetzt ins Amtsblatt der EU und tritt dann am 1. Januar 2014 in Kraft. Sie besagt, dass auf den Tischen von Restaurants kein Kännchen mit Olivenöl mehr stehen darf. Aus Hygienegründen. Stattdessen gehöre da eine versiegelte und nicht nachfüllbare Ölflasche hin, die der Gast öffnen kann – auch aus Hygienegründen. Ich finde, gemeinsam mit der Serviette, die ich zum Abtupfen meines Hemds brauche, das ich mal wieder mit Olivenöl bekleckert habe, gehört das Amtsblatt ins Altpapier. Aus Hygienegründen.

Guten Appetit, solange es noch schmeckt, wünscht Ihnen zum Pfingstbraten

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Franzosen würden Merkel wählen"

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  • " ... die Ergebnisse dieser Umfrage könnten eventuell von Dritten manipuliert worden sein."

    Tja, genau danach sieht es auch aus!
    (Obwohl mir das Ergebnis durchaus gefallen würde.)

  • Schwachsinn!

    Hier kommen Fakten!


    Haben die Deutschen dazu gelernt?
    Kriegen CDU, SPD, GRÜNE, FDP, CSU, LINKE einen verbraten, das ihnen hören und sehen vergeht?
    Sie hätten es sich ganz sicher verdient!
    Denn, wer mit dem Feuer spielt, kann drin umkommen!

    Es sieht so aus, als wenn die Deutschen die CDU, SPD, GRÜNE, FDP, CSU, LINKE aus der Politik entfernen! Abgeschalten!

    Haben die Deutschen etwa verstanden,
    dass sie 2013 große Geschichte schreiben können?

    Mit der Wahl der AfD die deutsche Politik platzen lassen, wie einen Ballon?

    Schaun wir mal …

    Mit einer überwältigen Mehrheit der AfD, sind dann CDU, SPD, GRÜNE, FDP, CSU, LINKE ausgeschaltet!


    UMFRAGE
    http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/umfragen/id_63395934/forsa-umfrage-beide-politischen-lager-ohne-mehrheit.html
    Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?
    Sonntag 19.05.2013/02.57h
    Es haben 12406 Besucher abgestimmt

    CDU/CSU
    23 .9%
    (2970 Stimmen)

    SPD
    13.6%
    (1691 Stimmen)

    Die Grünen
    4.6%
    (576 Stimmen)

    FDP
    3.4%
    (420 Stimmen)

    Piratenpartei
    2%
    (241 Stimmen)

    AfD
    40.1%
    (4969 Stimmen)

    Die Linke
    2.8%
    (347 Stimmen)

    Keine Partei
    2.8%
    (347 Stimmen)

    Andere Parteien
    6.8%
    (845 Stimmen)

    * Diese Nutzerumfrage ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Online-Umfragen sind einem hohen technischen Missbrauchsrisiko ausgesetzt, die Ergebnisse dieser Umfrage könnten eventuell von Dritten manipuliert worden sein.

    http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/umfragen/id_63395934/forsa-umfrage-beide-politischen-lager-ohne-mehrheit.html

  • ....und wir wählen "AfD".....;-)

    Aber da irrt der gute Olli. So dumm sind die Franzosen auch wieder nicht, die würden keine Merkeline wählen.

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