Was vom Tage bleibt: Freie Fahrt für Mario

Was vom Tage bleibt
Freie Fahrt für Mario

Die EZB darf Anleihen erwerben, die Postbank könnte verkauft werden. Berlins Ex-Bürgermeister geht in die Wirtschaft, im Osten arbeiten viel mehr Frauen als im Westen und Diesel wird fast verschenkt. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Grünes Licht

Klarer kann die Vorgabe nicht sein: Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofes wischt die Bedenken der deutschen Verfassungsrichter beiseite und gibt EZB-Präsident Mario Draghi grünes Licht für Anleihekäufe. Die Juristen aus Luxemburg treffen eine Vorgabe mit überraschend ökonomischem Weitblick. In diesen wirtschaftlich nicht ganz einfachen Zeiten kommen die Notenbanken um den Kauf von Anleihen nicht herum, die Federal Reserve aus den USA und die Bank of England haben es bereits vorgemacht. Weshalb sollte die EZB nicht die Instrumentarien einsetzen, die sich in anderen Teilen der Welt schon bewährt haben?

Hin und her

Einmal vor und einmal zurück. Die Deutsche Bank denkt ernsthaft über den Börsengang ihrer Tochter Postbank nach. Ja, Sie haben richtig gelesen. Just das Geldhaus, das die Deutsche Bank gerade einmal vor fünf Jahren übernommen hat. Der heute verantwortliche Vorstand der Deutschen Bank kann natürlich darauf verweisen, dass die Übernahme noch auf Konzernchef Josef Ackermann zurückgeht. Trotzdem bleibt am Ende ein strategisches Wirrwarr. Wenn plötzlich die Trennung von der Postbank möglich geworden ist, dann hätte man sie auch gar nicht erst kaufen müssen.

Der richtige Mann?

Als Regierender Bürgermeister von Berlin ist Klaus Wowereit schon vergessen. Uns allen ist er allerdings noch aus einem ganz anderen Grund in bester Erinnerung: Als Aufsichtsratschef des geplanten Großflughafens BER hat der SPD-Politiker das Chaos in Berlin-Schönefeld zu verantworten. Als Politiker mag sich Wowereit bewährt haben. Angesichts der Fehlplanungen und der gewaltigen Zusatzkosten beim Flughafen sind allerdings Zweifel berechtigt, ob Wowereit das rechte Händchen für wirtschaftliche Dinge hat. Nun soll ausgerechnet Wowereit „Botschafter der Berliner Wirtschaft“ werden. Ob das so richtig durchdacht ist?

Das Gute im Osten

Bei der deutschen Vereinigung hatte der kleinere Osten kaum eine andere Wahl, er musste die wirtschaftliche und politische Grundordnung des Westens übernehmen. Trotzdem lohnt es sich auch heute noch, immer wieder einen Blick nach Ostdeutschland zu werfen. Dort gibt es regionale Besonderheiten, die sich der Westen zum Vorbild nehmen könnte. So ist die Erwerbsquote von Frauen im Osten weiterhin höher als im Westen. In Sachen Gleichberechtigung sind die Ostdeutschen also viel weiter gekommen als die Vettern im Westen. Es ist an der Zeit, dass sich in diesem Punkt in Hamburg, Köln und München auch endlich etwas ändert.

Sprit im Überfluss

Heute ist der Tag für Autofahrer: In Schleswig-Holstein haben etliche Tankstellen den Preis für Diesel nach sechs Jahren Pause erstmals wieder unter der Marke von einem Euro verkauft. Die Grenze ist also gefallen, alle Fahrer von Diesel-Fahrzeugen dürften sich freuen. Beim Super-Benzin wird es zwar noch etwas länger dauern, bis die Euro-Marke erreicht ist. Die Zeichen auf den Ölmärkten der Welt sind allerdings eindeutig – es wird noch weiter nach unten gehen.

Allen Lesern von Handelsblatt Online – und nicht nur den Autofahrern – einen erholsamen und angenehmen Abend. Es grüßt Sie herzlich

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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