Was vom Tage bleibt
Frohe Kunde aus Paris

Für Daimler kommen gute Nachrichten aus Frankreich, Kali und die Lebensversicherungen machen hingegen Ärger. Argentinien macht einen neuen Anlauf und für die Beamten ist die Wahl schon gelaufen. Der Tag im Rückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Bessere Zeiten für die Achse

Das deutsch-französische Verhältnis hat schon bessere Zeiten erlebt. Die unterschiedlichen Auffassungen in Berlin und Paris zur Lösung der Euro-Krise stehen für die großen politischen Gegensätze. Doch auch bei den Unternehmen steht es beidseits des Rheins nicht immer zum Besten, wie der Streit um das vom Daimler-Konzern verwendete Kühlmittel zeigt. Zum Glück hat die französische Justiz die Hand zur Versöhnung ausgestreckt. Die Autos des Daimler-Konzerns werden bis zur endgültigen und grundsätzlichen Lösung des Kühlmittel-Konflikts wieder in Frankreich zugelassen. Die Justiz bei unseren Nachbarn gibt sich damit extrem pragmatisch, die Politik könnte sich davon eine Scheibe abschneiden.

Der weiße Stoff

Kali spielt als Rohstoff eigentlich nur eine Nebenrolle. Gold, Silber und Erdöl dominieren die Schlagzeilen, von Kali-Salzen war lange Zeit nicht die Rede. Durch den absurden Streit der Kali-Oligopolisten in Russland und Weißrussland hat sich das Bild in den vergangenen Wochen jedoch erheblich gewandelt und Kali ist auf einmal ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Wahrscheinlich haben nur die wenigsten Menschen hierzulande gewusst, dass es mit dem K+S-Konzern auch einen wichtigen deutschen Spieler in der Kali-Branche gibt. Der Konflikt zwischen Russland und Weißrussland um die Kali-Preise wird jedenfalls immer verrückter. In dieser Situation könnten die Deutschen vermittelnd einzugreifen. Die große Unruhe der vergangenen Wochen tut der gesamten Branche nicht gut. Wegen der großen Bedeutung als Dünger sind wir schließlich alle darauf angewiesen, dass die Produktion in den Kali-Bergwerken nicht ruht.

Die Sorge um das Polster

Sie ist einst als das heilsbringende Mittel für das Alter angepriesen worden, die Lebensversicherung. Doch es vergeht kaum ein Tag, an dem die Lebensversicherer nicht wieder mit einer Schreckensmeldung aufhorchen lassen. Erst klappt es mit der Garantieverzinsung nicht, jetzt wollen die Unternehmen weniger Geld für die Versicherten zurücklegen. Die bittere Wahrheit: Es dürfte nicht die letzte schlechte Nachricht zu Lebensversicherungen gewesen sein. Die Realität an den Finanzmärkten lässt sich einfach nicht mehr verleugnen. Diversifizierung bei der Anlage kann nur die einzige Antwort für denjenigen sein, der sich ein Polster für das Alter aufbauen will. Nur eine Lebensversicherung, das kann es einfach nicht mehr sein.

Don't cry for me

Argentinien gilt vielfach als Blaupause für die Krise in Griechenland. Vor gut zehn Jahren hatten die Argentinier einen klassischen Staatsbankrott hingelegt und ihre Auslandsschulden nicht mehr bedient. Gläubiger mussten schließlich auf einen großen Teil ihrer Forderungen verzichten. Jetzt hat die Regierung in Buenos Aires einen neuen Vorschlag vorgelegt, um sich auch mit den letzten Gläubigern zu vergleichen und das Kapitel Staatsbankrott endgültig zu schließen. Das Beispiel Argentinien zeigt, wie schnell der Ruf eines Landes an den Finanzmärkten ruiniert wird und Vertrauen zerstört werden kann. Die Griechen sollten sich dieses Beispiel sehr genau ansehen, soweit darf es in Europa nicht kommen.

Immer die richtige Wahl

So manche Berufsgruppe hat sich wohl längst an Hohn und Spott gewöhnt. Etwa die Beamten, denen regelmäßig eine gewisse Langsamkeit nachgesagt wird. Führt diese Eigenschaft nun auch zu einem bestimmten Wahlverhalten? Interessant ist jedenfalls, dass unsere Staatsdiener eine ziemlich eindeutige Parteienpräferenz haben sollen. Nach einer aktuellen Umfrage würde die Mehrheit der Beamten am liebsten eine rot-grüne Koalitionsregierung in Berlin sehen. Was sind die Schlussfolgerungen aus diesem Umfrageergebnis? Die Beantwortung dieser Frage überlasse ich Ihnen.

Einen schönen Abend wünscht

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Frohe Kunde aus Paris"

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  • "Don't cry for me"

    Was ist der Unterschied zwischen Argentinien und Griechenland?

    Argentinien mußte für seine Mißwirtschaft sich verantworten
    und "büßen". Der Schock und die Schande sind notwendige Vor-
    raussetzungen für Lernprozesse und Disziplin!

    Griechenland ist noch mehr daneben als Argentinien es war, es ist längst Pleite und zwar total. Die absolut notwendi-
    gen Schock- und Schandeerfahrungen werden ihm "verwehrt"!

    Eine verblendende Europa- und Euromanie in Deutschland verhindern jede notwendige "Leiderfahrung" und bewirken im Verhalten einer selbständigen, verantwortlichen Nation keinerlei substantielle Veränderungen.

    Hilfe zur Selbshilfe, aber nicht mehr, das ist die libera-
    le und soziale Unterstützung einer Gesellschaft, die eigen-
    verantwortlich handeln muß und will!

    Wieso es in Europa mit 27 EU-Länder nicht zu einer Insol-
    venz kommen darf, auch wenn es faktisch so ist, ist nur dem
    euromanischen Autor bekannt.
    "Europa" ist ein Kontinent mit vielen souveränen Staaten,
    und dabei soll und wird es noch lange bleiben!

    Hat die Insolvenz Argentiniens dem Ruf des Kontinents "Ame-
    rika" geschadet?




  • – @ Oliver Stock, Chefredakteur Handelsblatt Online, und den anderen Redakteuren des HB,

    ich möchte mich hier auch mal dafür bedanken, dass sie auch mega kritische Beiträge von RIA Novosti nicht löschen.

    Oft ist hier von den gleichgeschalteten Medien die Rede, aber das HB unterscheidet sich mega angenehm, von dem sonst üblichen Verhalten der B... Zeitung und Spie... . Ich bin wirklich am Überlegen, ob ich das HB deshalb nicht auf (kostenpflichtig) beziehen sollte.

    Danke

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