Was vom Tage bleibt
Gebt mir ein ja!

Die SPD-Führung muss die eigene Basis überzeugen. Bauhaus übernimmt Max Bahr. Und Schokoladenhersteller Ritter Sport wehrt sich gegen die schlechte Bewertung der Stiftung Warentest. Der Tagesbericht.
  • 0

Guten Abend,

Gebt mir ein ja!

Sigmar Gabriel war einst Popmusik-Beauftrager der SPD, der Partei, deren Vorsitzender er jetzt ist. Vielleicht hat er in der Zeit ja gelernt, wie man Fans gewinnen kann. Er muss auf Zustimmung in den eigenen Reihen werben, um den Koalitionsvertrag mit CDU und CSU endgültig unter Dach und Fach zu kriegen. Doch viele SPD-Anhänger argumentieren eben wie Pop-Fans: „Die alten Sachen fand' ich ja ganz gut, die neuen nicht.“


Bauhaus abgebrüht

Die Mutter Praktiker ist in die Abwicklung geschlittert, der Baumarkt-Tochter Max Bahr sollte es besser ergehen. Doch eine vollständige Rettung war letztlich doch gescheitert. Jetzt kommt Bauhaus als Leichenfledderer daher und übernimmt fast zwei Dutzend Filialen des Konkurrenten. Das Recht des Stärkeren regiert.

Alles auf eine Karte
Juristen haben Alfred Ritter ungefragt gewarnt: Leg' dich nicht mit der Stiftung Warentest an. Auch PR-Berater waren ungefragt zur Stelle und sagten: Tu's nicht. Doch der Familienunternehmer, dessen quadratisch, praktisch, guten Schokoladentafeln jeder Deutsche kennt, entschied sich anders. Er hat sich mit der Stiftung Warentest wegen eines „mangelhaft“-Urteils über seine „Voll-Nuss“-Schokolade angelegt. Heute gab es einen ersten Etappensieg, das Landgericht München untersagte der Stiftung vorläufig, einen Zusatzstoff als synthetisch produziert zu bezeichnen. Ritter geht volles Risiko: Denn das negative Urteil hätte vergessen werden können. Jetzt steht sein Unternehmen im Lichtkegel der Öffentlichkeit. Selbst ein endgültiger juristischer Sieg könnte in einer Niederlage enden. Denn dass in vielen Schokoladen Aromen stecken – womöglich aus Dill oder Pfeffer gewonnen – bleibt in den Köpfen hängen.

Technik, die begeistert
Gelacht habe ich heute über eine Meldung der Kollegen des „Guardian“. Ein Computertechniker hatte den Weg zu einer Müllkippe auf sich genommen, um eine weggeschmissene Festplatte wiederzufinden. Doch er gab auf: In den zurückliegenden Wochen hatten die Müllwerker anderthalb Meter Müll über die Ablagestelle geschichtet. Der Grund für die Suche im Dreck: Auf der Festplatte steckte etwas, was er zunächst vergessen und einst für wertlos gehalten hatte: 7.500 Bitcoins. Warum er die gerne wiedergehabt hätte, können Sie bei uns lesen.

Verdienter Sieg
Meine Kollegen Thomas Schmitt und Jens Hagen können sich freuen. Sie haben eine renommierte Auszeichnung gewonnen, den Georg Holtzbrinck-Preis für Wirtschaftspublizistik. Sie setzten sich in der Kategorie Online mit einer Serie über Praktiken von Finanzvertrieben durch. Herzlichen Glückwunsch!

Stoßen Sie heute Abend doch mal auf die beiden an.

Herzliche Grüße

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Gebt mir ein ja!"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%