Was vom Tage bleibt
Geduld ist das Gebot der Stunde

Die Absturzursache von 4U9525 bleibt unklar, Griechenland braucht Geld. Die BayernLB leidet und leidet, Telefonica verkauft O2 und Kraft fusioniert mit Heinz. Der heutige Tag im Rückspiegel.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Das lange Warten

Deutschland wird nicht so schnell zur Normalität zurückkehren. Zu schwer wirkt das, was in den französischen Alpen passiert ist. Ein Flugzeug aus dem Lufthansa-Konzern fällt einfach so vom Himmel. Nie zuvor in der Geschichte des Unternehmens hat es das gegeben. Auf eine Erklärung werden wir allerdings warten müssen. Die Bergungsarbeiten in den Alpen brauchen ihre Zeit und Flugschreiber können nicht in wenigen Minuten ausgewertet werden. Das entlässt die Lufthansa und auch Airbus als Hersteller des abgestürzten Flugzeugs jedoch nicht aus der Verantwortung. Sie müssen bald für Aufklärung sorgen, denn sonst ist das Vertrauen schnell dahin.

Leeres Portemonnaie

Die Europäische Zentralbank gibt den schwer angeschlagenen griechischen Banken noch einmal etwas Geld. Eine knappe Milliarde Euro an frischen Krediten ist allerdings recht geizig bemessen. Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig. Die EZB macht damit deutlich, dass sie im Streit zwischen Athen und den anderen Euro-Ländern nicht mehr allzu lange auf eine Entscheidung warten will. Denn zugleich dürfen die Banken jetzt keine griechischen Staatsanleihen mehr annehmen – der Regierung in Athen wird damit der Geldhahn zugedreht. Alles läuft auf eine Entscheidung in der kommenden Woche hinaus. Das Thema Griechenland soll vor Ostern noch vom Tisch.

Wenn einer eine Reise tut

Eigentlich hatten die Verantwortlichen bei der BayernLB gedacht, dass das Thema Hypo Alpe Adria längst vom Tisch wäre. Mehr als fünf Jahre sind vergangen, seitdem die Münchener Landesbank dem österreichischen Staat die Skandalbank aus Kärnten überlassen hatte. Eigentlich genug Zeit, um dieses leidige Kapitel der BayernLB endlich zu schließen. Der Ausflug an den Wörthersee hat die Bayern schon etliche Milliarden gekostet, jetzt kommt noch eine weitere dazu. Doch auch das muss nicht das Ende sein: Der Streit geht in die nächste Runde und könnte noch mehr Geld kosten. Wäre die BayernLB diesen zweifelhaften Deal vor acht Jahren doch niemals eingegangen. Hätte, wäre, könnte. Heute wird die damalige Gier nach Größe hart bestraft.

Alles wird kleiner

In der Mobilfunkbranche hat ein gewaltiges Konsolidierungstempo eingesetzt. In Großbritannien geht die Telefonica-Tochter O2 an den asiatischen Konzern Hutchison Whampoa. Der stolze Preis: umgerechnet etwa 16 Milliarden Euro. Hutchison ist auf der Insel schon mit einer eigenen Mobiltochter vertreten, durch die Übernahme reduziert sich die Zahl der Anbieter auf drei. Nicht nur in Großbritannien hat diese Entwicklung eingesetzt, sondern überall in Europa. Kartellwächter sollte das aufhorchen lassen, wenn es jetzt im Mobilfunk weniger Wettbewerb geben wird. Preisabsprachen sind eine nicht zu leugnende Gefahr.

Big Deal

Aus der Nahrungsmittelbranche kommt die nächste Milliardenfusion. Kraft Foods und Heinz wollen sich zusammenschließen, um einen neuen Giganten zu formen. Philadelphia Frischkäse und Heinz Tomaten-Ketchup gehören also bald zu einem einzigen Unternehmen. Für Investoren klingt der Zusammenschluss sinnvoll: Wer auf die Nahrungsmittelbranche setzt, der verliert äußerst selten sein Geld. Auf der Seite der Heinz-Eigentümer sitzt zudem auch US-Milliardär Warren Buffett. Ein weiteres Indiz dafür, dass diese Fusion unbedingt zu einem Erfolg werden sollte.

Auch an diesem Abend ist der Absturz von Germanwings 4U9525 nicht vergessen. Hoffentlich werden wir bald erfahren, was zu dieser schrecklichen Katastrophe geführt hat. Es grüßt Sie herzlich    

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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