Was vom Tage bleibt
Gold ist mausetot

Das Metall ist alles, nur nicht mehr edel. Dienstwagen sind etwas für Risikoscheue. Und Obama ist besser als sein Ruf – Weselsky offenbar nicht. Lesen Sie über diese Themen im Tagesbericht.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Totes Kapital

Sollen wir mal wieder? Ja! Achtung hier kommt unser Gold-Bashing: Gold ist nichts weiter als ein mehr oder weniger großes Stück Metall. Es hat genau den Wert, dem wir ihm beimessen. Mit ihm ist kein Geld zu verdienen, es sichert keine Arbeitsplätze, geschweige denn, dass es welche schafft. Es bringt keine Unternehmungen voran und es hilft niemandem, solange es nicht versilbert wird. Gold ist totes Kapital. Wer Gold besitzt, kann gleich den Totengräberschein für eine Wirtschaft miterwerben. Zum Glück verstehen das immer mehr Menschen. Der Preis für 31 Gramm dieses merkwürdigen Metalls hat jedenfalls heute mit 1145 Euro rekordverdächtige Tiefen erreicht.

Eine Frage des Dienstwagens

Noch so ein heißes Thema: Dienstwagen. Die erste Frage, die sich jeder stellt, der einen aussucht, lautet: „Was würde mein Chef zu dem Auto sagen?" Und da keiner, so hat uns ein Autopsychologe erklärt, herausstechen will, haben wir ein enormes Dienstwagen-Einerlei. Wir Deutschen sind Weltmeister in der Risikovermeidung – das gilt auch bei der Wahl des Dienstwagens. Deswegen dominieren deutsche Limousinen und Maserati hat das Nachsehen. Wenn diese Chefs im Betrieb führen wie sie im Verkehr fahren, werden sie zwar niemals letzte sein, aber beim Spurt könnte ihnen manchmal die Puste ausgehen.

Verkannter Held

Haushoch haben die Republikaner im US-Kongress gewonnen. Zu Recht? Unsere Korrespondenten meinen: Die Stimmung ist schlechter als die Lage. Alles wird Obama angelastet: bis hin zum Ausbruch von Ebola. Tatsächlich boomt die Wirtschaft. Höhere Zinsen sind in den USA deutlich realistischer als in Europa. Und die Energiegewinnung durch Fracking hat die Preise nach unten getrieben. Auch wenn Obama an Strahlkraft verloren hat – seine Politik hat Amerika geholfen.

Der Anhalter

Er gehört zu den am meisten kritisierten Menschen Deutschlands: Oberlokführer Claus Weselsky. „Das scheint ein Profilneurotiker zu sein“, schimpft der Leiter der Berliner Tourismusgesellschaft Burkhard Kieker. Im Netz hagelt es ebenfalls Kritik. Als übermotorisierter Droschkenfahrer muss er sich dort titulieren lassen. Unbeeindruckt davon hat Weselsky das Angebot der Deutschen Bahn zu einer Schlichtung dennoch heute abgelehnt. Sichtbar hat dieser Mann keinen Spaß daran, sein Leben in vollen Zügen zu genießen. Stattdessen hält er sie lieber an.

Einen genüsslichen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Gold ist mausetot"

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  • Gold ist Geld - Papiergeld sind Schulden.
    Gold hat es schon immer gegeben, während Papiergeld und Aktien verschwinden, genauso wie die vielen dämlichen Kommentare über Edelmetalle.

  • Dieser Redakteur ist nicht mehr zu ertragen. Über den Sinn von Gold hat er absolut keine Ahnung - oder er verdingt sich als lächerlicher Bezahlschreiber.

    Eine teilgoldgedeckte Währung hatten wir in Europa 1960 - 1914 - bei wirtschaftlicher Blüte und starken Wachstumszahlen.
    Wer Gold hat, behindert gar nichts, nur die staatlichen Abzocker !

    Die ZB drucken doch eh wie verrückt, also Geldmangel kanns nicht geben.
    Ansonsten ist es erschreckend, dass das Niveau des HB mittlerweile deutlich unter Bild liegt - gerlinde gesagt.
    Dieses Schmierblatt wird zu den ersten gehören, die beim Systemabbruch verschwinden.

  • Hä?

    "Gold steht vor einer Renaissance"
    http://www.handelsblatt.com/video/boersen-news/boersen-berichte/nach-der-ezb-ratssitzung-gold-steht-vor-einer-renaissance/10950990.html

    vs.

    "Gold ist mausetot"

    Innerhalb einer Woche. Wie war das mit dem Fähnchen im Wind?

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