Was vom Tage bleibt
Google soll zahlen

Der Streit um die Google-Gebühr, der errechnete Abschwung, Banker im Kreuzverhör, menschlicher Übermut und ein weiser Bernie Ecclestone füllen die Nachrichtenspalte des Tages.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Aufbleiben lohnt sich

Heute Nacht, wenn Sie schon schlafen, diskutiert das Parlament über das Leistungsschutzrecht. Sie können sich darunter eine Art Gebühr für Google vorstellen. Der Suchmaschinenbetreiber und alle diejenigen mit ähnlichem Geschäftsmodell sollen dafür bezahlen, dass sie Inhalte, die beispielsweise von uns Journalisten hergestellt werden, kostenlos ins Netz stellen. Darüber lässt sich prima streiten. Es geht um Netzkultur und Freiheit und Hastenichtgesehen. Für mich geht es aber vor allem um folgendes: Auch das Handelsblatt und diese Online-Seite leben davon, dass wir mit unseren Inhalten Geld verdienen. Für mich gibt es deswegen kein Vertun: Google soll zahlen.

Pleitefolgen

Gefühlt ist der Abschwung noch nicht da. Die Buchhalter von Creditreform haben ihn trotzdem schon gemessen: Der durch Pleiten in diesem Jahr angerichtete Verlust hat sich mit 38,5 Milliarden Euro fast verdoppelt. Grund für den eklatanten Anstieg sind die Insolvenzen von Schlecker, Neckermann und Co., die zahlreiche Gläubiger mitgerissen haben. Manchmal ist es besser, seinem Gefühl zu vertrauen. Das gilt auch für diese Meldung. Sonst ist die Weihnachtskauflaune dahin, bevor sie richtig begonnen hat.

Wo der Staatsanwalt anklopft

Wenn Sie bei einer Bank arbeiten und es klopft, ist das womöglich kein Kunde, sondern der Staatsanwalt: Bei der Hypo-Vereinsbank jedenfalls standen jetzt Ermittler wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung vor der Tür. Bei der Landesbank Baden Württemberg ist der Staatsanwalt schon weiter und hat gegen die ehemalige Führung Anklage erhoben. Bei der Deutschen Bank ermittelt die Bankenaufsicht, wegen ihrer Verwicklungen in den Libor-Sumpf. Bei der West LB geht es neuerdings um Lustreisen. Bei der HSH-Nordbank ging es um falsche Pädophilen-Vorwürfe. Herrjeh. Nur zur Commerzbank fällt mir auf die Schnelle nichts ein - außer dass sie das Vermögen ihrer Aktionäre dezimiert hat.

Größenwahn statt Lamelle

Als die Concorde am 25. Juli 2000 über eine Titan-Lamelle rollte, bevor sie abhob, war das das Todesurteil für 113 Menschen. Sie starben, weil ihr Flugzeug explodierte. Schuld war die Lamelle auf dem Rollfeld und folglich, so sahen Richter das bisher, derjenige, der sie fallen ließ. Das war die Fluggesellschaft Continental. Heute hat ein Berufungsgericht das Urteil aufgehoben. Ab jetzt gilt wieder: Wer die Physik und ihre Elemente herausfordert, muss damit rechnen, dabei zu Schaden zu kommen. So eine feste Gesetzmäßigkeit hat auch etwas für sich.

Schlechte Verlierer

Eine andere Gesetzmäßigkeit heißt: Nur gute Verlierer sind sportliche Verlierer. In der Formel I gibt es schlechte Verlierer. Das Ferrari-Team des unterlegenen Fernando Alonso hatte in einem Schreiben an den Formel-I-Weltverband eine Szene zu Rennbeginn moniert und damit indirekt auch Vettels Titelgewinn in Frage gestellt. Jetzt hat Bernie Ecclestone klargestellt, dass es nichts zu monieren gibt. Sie mögen jetzt über Bernie denken, wie Sie wollen: Heute geben wir ihm einfach mal recht.

Einen entspannten Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

 
Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Google soll zahlen"

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  • Scheinbar hat Herr Stock nicht verstanden, was Google macht. Man verlinkt die Texte die die Verlage offen stellen, d.h. das Handelsblatt selbst sollte dafür bezahlen.... erst denken, dann reden!

  • Korrektur zur "Aufbleiben lohnt sich":

    Die Suchmaschinenbetreiber "stellen" unsere Inhalte nicht kostenlos ins Netz, das machen wir Autoren selbst. Sie verlinken auf die Titel, manchmal mit einem passenden Zitat.

    Ich bitte das richtigzustellen.

  • Auf die Online-Schreibe deutscher Verlage kann ich gut und gerne verzichten. Vermutlich werde ich gar nicht merken, dass was fehlt....

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