Was vom Tage bleibt: Griechenland ist wieder da

Was vom Tage bleibt
Griechenland ist wieder da

Die griechische Regierung gibt Staatsanleihen heraus, der IWF warnt vor Europas Banken. Der nächste Hypo-Alpe-Manager muss ins Gefängnis, Kiew will das russische Gas abschalten und Mercedes holt auf. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Mit schnellen Schritten

Nun ist also doch viel schneller gegangen als bislang erwartet. Die griechische Regierung hat angekündigt, dass das Krisenland aus der Euro-Zone am Donnerstag erstmals wieder nach vier Jahren Pause bei internationalen Investoren Staatsanleihen unterbringen will. Natürlich ist Griechenland immer noch nicht aus der Krise heraus und natürlich gibt es gewaltige wirtschaftliche Probleme. Trotzdem ist es ein extrem wichtiges Signal, wenn das größte Problemland aus dem Euro-Bereich wieder an die internationalen Finanzmärkte zurückkehrt. Ein ganz entscheidender Schritt nach vorn ist gemacht. Für Griechenland gibt es wieder Hoffnung.

Wackelige Banken

Deutschland hat zum Glück nicht die griechischen Probleme, der Internationale Währungsfonds (IWF) bescheinigt der Bundesrepublik einen Spitzenplatz im internationalen Wirtschaftsranking. Deutschland ist nun aber auch Mitglied der Euro-Zone. Deshalb darf sich hierzulande niemand entspannt zurücklehnen und freudig behaupten, die Krise sei nun endgültig vorüber. Das größte Problem in vielen Euro-Ländern sind die Banken, wie der IWF völlig zurecht hervorhebt. Wackelige Kredite, zu wenig Eigenkapital und aufgeblähte Bilanzen – die Liste der Probleme ist bekannt. Europa muss erst weiter seine Geldhäuser gesunden und von den Fehlern der Vergangenheit befreien. Dieser Prozess wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen, das steht unwiderruflich fest. Dass die Banken wieder auf den richtigen Weg gebracht werden können, das haben die USA vorgemacht. Deshalb sollte die Sanierung der Banken auch in Europa gelingen, die Wette gilt.

Forsche Österreicher

Zur Sanierung des Bankensystems gehört, dass einige Häuser komplett von der Bildfläche verschwinden werden. Zu den Kandidaten, die niemand mehr braucht, gehört sicherlich auch die Skandalbank Hypo Alpe Adria aus Kärnten, die frühere Tochter der BayernLB. Österreich geht mit einer bemerkenswerten Akribie gegen das frühere Management der Hypo Alpe vor. Mit Tilo Berlin ist nun ein weiterer früherer Vorstandschef zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Die Österreicher, so scheint es, kennen offenbar keine Gnade mehr für Finanzmanager. Ein Vorbild für andere Länder?

Chaotisches Kiew

Beim Erdgas ist die Ukraine auf Gedeih und Verderb auf Russland angewiesen. Würde Moskau die Lieferungen einstellen, würde auf der ukrainischen Seite nicht mehr viel gehen. Deshalb ist es umso unverständlicher, dass die Regierung in Kiew jetzt die Belieferung aus Russland kappen will. Die neue politische Führung der Ukraine, so hat es zumindest den Anschein, verlässt den Boden der Realität. Einen verlässlichen Partner hat sich der Westen mit dieser Regierung in Kiew jedenfalls nicht ausgewählt.

Stuttgart kommt zurück

Die ganz schwierigen Jahre sind in Stuttgart zum Glück vorbei. Es gibt wieder ausreichend neue Modelle, Mercedes kann bei seinen Kunden ordentlich punkten. Der Daimler-Konzern hat allerdings erst einen Teil der Wegstrecke zurück zu alter Stärke geschafft. Andere sind immer noch ein Stück weiter und besser, allen voran der alte Münchener Rivale BMW. Für die ganz große Party in Stuttgart ist es also noch etwas zu früh. Aber ein Gläschen sei immerhin jetzt schon erlaubt.

Einen schönen und entspannten Abend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Griechenland ist wieder da"

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  • Wie sagte doch Schäuble: "Griechenland ist auf einem guten Weg!
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    Dank deutscher Milliarden und der Zusage weiterer Hilfen, wagt sich Griechenland wieder an die Märkte, um dann zu jammern, dass es zu hohe Zinsen zahlen muss.
    Und dann wird Draghila alle Schrottpapiere aufkaufen.
    Und Deutschland trägt 27% der Kosten.
    Die sind schon listig, die Griechen.

  • "Für Griechenland gibt es wieder Hoffnung." und diese Aussage vor dem Hintergrund, dass die geplante Anleiheemission ohne die Bürgern in Nordeuropa, also wir alle, überhaupt nicht möglich wäre.

    Diese Aussage ist außerdem ein Schlag ins Gesicht vieler Millionen Griechen, für nichts besser geworden, aber vieles schlechter geworden ist, Tendenz in 2014 weiter sinkend.

    Im Prinzip ist diese Emission nicht nur eine geplante PR-Aktion wider die Fakten, sondern - noch schlimmer - eine garantierte Rendite für die Investoren und garantierte Provision für die Emissionshäuser wie Deutsche Bank, die vom deutschen, niederländischen, österreichischen etc Steuerzahler garantiert und bezahlt wird.

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