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Was vom Tage bleibt: Griechische Dramen - nicht nur in Athen

Überall waren heute Helden gesucht, nicht nur beim Ringen um den Schuldenschnitt. Dramatisches spielte sich auch in Rüsselsheim, Toulouse oder Damaskus ab. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist stellvertretender Chefredakteur von Handelsblatt Online.
Florian Kolf ist stellvertretender Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Wunderschönen guten Abend,

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es wurde heute gleich mehrere große Dramen aufgeführt, die das Zeug für einen Heldenepos haben. Doch welches davon zu einem glücklichen Finale führt, steht noch nicht fest.

Herkulesaufgabe in Athen

Angeblich hat sich Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit dem griechischen Regierungschef Papademos auf ein Paket zu einer Beteiligung der privaten Gläubiger an der Rettung Griechenlands geeinigt. Doch er muss sich diesen Schuldenschnitt noch von den Banken, die er vertritt, genehmigen lassen. Angeblich hat sich EZB-Chef Mario Draghi doch noch erweichen lassen, die Notenbank am Schuldenschnitt für Griechenland zu beteiligen. Doch eine Entscheidung ist im EZB-Rat noch nicht gefallen. Angeblich wollten sich die griechischen Parteien längst geeinigt haben, doch.... Offenbar belauern sich alle gegenseitig - und keiner will den ersten Schritt gehen. Doch bei dieser Herkulesaufgabe braucht es Menschen, die mit Mut vorangehen.

Opel spielt den Sisyphos
Dem deutschen Autobauer Opel stehen harte Zeiten bevor. Der Mutterkonzern General Motors will weiter kräftig bei seiner defizitären Tochter einsparen, Tausende Stellen stehen auf dem Spiel. Auch das hat Züge einer großen griechischen Tragödie. Jahrelang hat GM die ungeliebte Tochter bevormundet, ausgepresst und ihr verboten, auf lukrative Märkte wie Amerika und Brasilien zu expandieren. Nun schreibt Opel wieder Milliardenverluste und muss erneut ein Sanierungsprogramm auflegen. Das erinnert ein bisschen an Sisyphos mit seinem Stein.

Airbus ist nicht Ikaros

Den Sturzflieger Ikaros hat sich offenbar Airbus als mahnendes Beispiel genommen. Wegen der Haarrisse in den Flügeln des A 380 hat der Flugzeughersteller alle Exemplare des Riesen-Airbus in die Werkstätten gerufen. Nachdem auch Qantas Probleme gemeldet hat, ordnete die Europäische Agentur für Flugsicherheit hat eine Kontrolle an. Gut so, denn bei der Flugsicherheit darf nicht der Hauch eines Risikos eingegangen werden. Auch wenn angeblich kein direktes Sicherheitsrisiko besteht, ist auch für Airbus die Entscheidung ohne Alternative: Lieber ein Sicherheitscheck mehr bei dem ohnehin problembeladenen Flugzeug als ein Absturz.

Die Todesgöttin Ker beflügelt Assad

Der syrische Diktator Assad hat sich offenbar vorgenommen, Ker, der griechischen Göttin des gewaltsamen Todes, Konkurrenz zu machen. Grausam und blutrünstig schlachtet er sein Volk dahin - und die Welt schaut entsetzt zu. Doch die Uno-Staaten blockieren sich gegenseitig und schauen hilflos und mit schlechtem Gewissen zu. Zu lange haben sie Assad toleriert und damit erst stark gemacht - jetzt wissen sie nicht, wie sie ihn stoppen sollen.

Was fehlt? Eros, den griechischen Gott der begehrlichen Liebe, haben sich wohl einige indische Politiker zum Vorbild genommen. Drei Minister mussten zurücktreten, weil sie sich während einer Parlamentssitzung Sex-Clips angeschaut haben sollen. Besonders pikant: Sie gehören einer Partei an, die sich immer wieder für die moralischen Werte der Nation einsetzt. Nach all diesen tragischen Meldungen des Tages hat das endlich mal Züge einer Komödie.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich am Feierabend von den Dramen des Tages erholen,

Florian Kolf

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  • 09.02.2012, 00:11 UhrMary

    Wenn auf Handelsblatt-online, werter Herr Kolk, die Redakteure nicht verpflichtet sind ihre Postings zu lesen und dementsprechend demokratisch zu aktualisieren, die Postings nach Shanghai-Zeit ungelesen im "Müll" värschwinden, wenn das Layout-Innere des Handelsblatt, z.B. in der Samstagsausgabe, auf`m Papier Kopfschütteln hervorruft- Aufteilung, Systematik, Setzung der Artikel ( Kanzlerin) am unteren Rand, Schriftart, Seiten 47-59 im Web3.0-Zeitalter oder Zahlengröße längst antiquirttiert sind- wird wohl jeder einsichtige Mensch zum Opportunisten.
    Nachdem wir in der Zeitlupe der Europaeisierung der Nationalstaaten sind, wirkt sich das nämlich auf die Personalkosten aus, und es wirt nicht lange dauern, bis die Torte nicht nur Politikern schmeckt.
    Um heute Morgen situationsadäquat bei der Tragödie der Vorklassik zu bleiben empfehle ich Ihnen weniger sybolisch; inder Kette von Ursachen und Wirkungen ist ausschließlich die EINHEIT der Handlung bedeutend. Ort und Zeit hängen nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit vin ihr ab. Ich wünsche Ihnen einen guten Morgen

    As so long

  • 08.02.2012, 21:07 UhrAnonymer Benutzer: leser

    αἱ νεφέλαι hai nephélai (Die Wolken) Aristophanes, 423 v.Chr.
    Von Sisyphos schrieb Albert Camus mal, man müsse sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen.

    Alles mal wieder sehr bedeckt so insgesamt. Man hofft auf Wetterbesserung.

    Mit den besten Grüßen.

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