Was vom Tage bleibt
Groß oder klein?

Schottland entscheidet über Großbritannien, der zweite Blitzmarathon geht zu Ende. Die neue Apple-Software ist da, die Banken verweigern das EZB-Geld und die deutsche Fußballbilanz fällt gut aus. Der Tagesrückblick.
  • 1

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Das große Zittern

Noch einmal schlafen, dann könnte aus Groß- ein Kleinbritannien geworden sein. Schottland erlebt ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen von Gegnern und Befürwortern der Unabhängigkeit. Weil beide Lager fast gleichauf liegen, wagen auch die gewieftesten Umfrageexperten keine Prognose. Am Freitagmorgen müssen wir uns einfach überraschen lassen. Es könnte ein sehr unruhiger Tag werden mit viel Aufregung an den Börsen. Bleiben die Schotten jedoch in Großbritannien, wird sich die Erleichterung in der britischen Hauptstadt schnell über ganz Europa verbreiten. Let’s keep our fingers crossed.

Strafmarathon

Einfacher vorherzusagen ist das Ergebnis des Blitzmarathons vom heutigen Donnerstag. Wie im Vorjahr dürften wieder an die 80.000 Autofahrer in die Blitzfallen getappt sein. Weil sie vielleicht vor den Schulen nicht auf die 30er-Zone geachtet haben oder meinten, schon vor dem Ortsausgangsschild auf das Gaspedal treten zu können. Mitleid? Nein, ganz und gar nicht. Für den Straßenverkehr gibt es klare und feste Regeln. Wer sich daran nicht hält, der muss bezahlen.

Datenberg

Natürlich ist es auch für einen großen IT-Konzern wie Apple nicht ganz einfach, auf ein neues Betriebssystem wie das iOS8 umzusteigen. Überall wollten zeitgleich Millionen Kunden sofort auf die neue Software für die mobile Welt von Apple wechseln. Dafür mussten gewaltige Leitungs- und Rechnerkapazitäten bereitgehalten werden. Natürlich hat der Wechsel auf das neue Programm das ein oder andere Mal gehakt, solch ein Einschnitt kann einfach nicht störungsfrei vonstatten gehen. Im Großen und Ganzen ist der Wechsel aber perfekt über die Bühne gegangen. Apple kann nicht nur gutes Design, auch den Systemwechsel beherrscht das Unternehmen.

Querschläger

Kein gutes Zeichen: Von den neuen EZB-Geldspritzen haben die Geschäftsbanken aus der Euro-Zone nur in erschreckend geringem Umfang Gebrauch gemacht. An den Finanzmärkten war erwartet worden, dass sich die Geldhäuser bis zu 130 Milliarden Euro holen würden. Stattdessen sind es gerade einmal magere 82 Milliarden Euro geworden. Die EZB kann offensichtlich machen, was sie will, die Kreditnachfrage lässt sich nur in sehr begrenztem Umgang nach oben treiben. EZB-Chef Draghi, das zeichnet sich immer deutlicher ab, ist bald am Ende seiner Möglichkeiten angekommen.

Graue Hose

Die erste Runde in der Champions League ist für die deutschen Kicker vergleichsweise gut ausgefallen. Vor allem die Bilanz gegen die englischen Mannschaften kann sich sehen lassen: zwei Siege und ein Unentschieden. Das wäre doch eigentlich Anlass genug, sich entspannt zurückzulehnen und damit zufrieden zu sein. Stattdessen wird jedoch darüber gestritten, ob die neuen grauen Hosen der Schiedsrichter noch standesgemäß sind. Was soll so etwas? Im richtigen Leben hätte wohl jedermann solche Sorgen.

Einen schönen und völlig entspannten Abend wünscht Ihnen  

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Groß oder klein?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Kleinbritannien
    -----------
    Es ist verständlich, dass die Engländer zittern und sie in den Panikmodus geschaltet haben.
    Würden sie doch bei einer Abspaltung Schottlands ca. ein Drittel ihrer Fläche verlieren.
    Und auch die größten Öl- und Gasvorkommen liegen im schottischen Hoheitsgebiet. Bisher flossen deren Einnahmen immer nach London.

    Fazit: Die Schotten brauchen England nicht!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%