Was vom Tage bleibt: Hoffnungsschimmer auf der Krim

Was vom Tage bleibt
Hoffnungsschimmer auf der Krim

Russland deutet erstmals ein Entgegenkommen an, George Soros glaubt an Spanien. Bei RWE sieht es ziemlich düster aus, Berlin träumt nur noch von einem neuen Airport und der Adidas-Chef bleibt länger. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Luft holen in der Ukraine

Ein Tag zum Durchatmen. Russlands Präsident Putin hat die Militäraktion seines Landes auf der Krim zwar mit ziemlich fadenscheinigen Argumenten gerechtfertigt. Zugleich deutete er aber am Dienstag ein Entgegenkommen an, die russischen Soldaten würden ihren Einsatz nicht ausweiten. Der zumindest ansatzweise vom Falken zur Taube gewandelte Putin erreichte den gewünschten Erfolg. Die am Montag ziemlich durcheinandergewirbelten Finanzmärkte schnellten rund um den Globus nach oben. Über die Gründe von Putins Wandel lässt sich nur spekulieren. Aber wahrscheinlich war es doch die Wirtschaft: Auch ein Herr Putin kann es sich nicht erlauben, dass der Rubel abstürzt und die eigenen Banken explodieren.

Viva Espana!

Grund für neue Zuversicht kommt aus Spanien. US-Starinvestor George Soros hat keine Angst mehr vor Südeuropa und kauft sich bei der Krisenbank Bankia ein. Bereits in den zurückliegenden Wochen hatten sich die Hinweise auf eine Trendwende in der spanischen Wirtschaft gehäuft. Wenn jetzt auch noch Soros Anteile an einer arg ins Wanken geratenen Krisenbank kauft, dann sollte das auch den letzten Zweifler überzeugen: Es geht aufwärts mit Spanien.

Dunkler Ausblick

Die Zahl an sich ist keine Überraschung mehr: Der RWE-Konzern hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro verbucht. Schlimmer sind allerdings die Zukunftsaussichten, der angeschlagene Stromriese sieht keine Anzeichen für eine Besserung. Magere Jahren müssen auch andere Branchen durchmachen. Insofern schadet es nicht, wenn auch einmal die erfolgsverwöhnten Stromriesen eine gewisse Zeit kräftig sparen müssen. RWE-Chef Terium hat allerdings Recht, wenn er auf die negativen Folgen der Energiewende hinweist, die für den riesigen RWE-Verlust mitverantwortlich sind. Wir brauchen eine Reform der Energiereform, so wie bisher kann es nicht weitergehen.

Berliner Wunschträume

Air Berlin schafft Fakten. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft stellt sich darauf ein, dass der Berliner Flughafen Tegel noch zwei weitere Jahre genutzt werden muss. Der geplante neue Großflughafen im Süden der Hauptstadt wird also frühestens 2016 für den regulären Flugbetrieb zur Verfügung stehen. Die Ankündigung von Air Berlin ist ein weiterer Hinweis darauf, welche gewaltigen Pleitebau die Verantwortlichen aus Berlin und Brandenburg da in den märkischen Sand gesetzt haben. Im Ausland wird inzwischen mit großer Schadenfreude über die „efficient Germans“ gelacht, die sich diese Riesenpleite geleistet haben. Wahrscheinlich ist es besser, die Inbetriebnahme gleich für 2020 anzusetzen. Vielleicht klappt das ja.

Konzerne ohne Geduld

Dax-Konzerne sind inzwischen fast wie Fußballvereine. Wenn es ein halbes Jahr nicht gut geht und der Abstieg droht, wird schnell der Trainer – respektive der Vorstandsvorsitzende – ausgetauscht. Wie wäre es mit etwas mehr Geduld, zumindest in den Unternehmen? Immerhin, es gibt noch Ausnahmen. Bei der Munich Re und bei der Allianz etwa gibt es Konzernchefs, die seit zehn Jahren am Ruder sind. Adidas-Chef Herbert Hainer, der schon seit 2001 an der Spitze des Sportartikelherstellers steht, hat jetzt noch einmal eine Vertragsverlängerung bekommen. Den Unternehmen tut solch eine Kontinuität gut, weil sich große strategische Ansätze erst über weite Zeiträume entfalten können. Mehr davon!

Einen entspannten Abend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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