Was vom Tage bleibt
In Polen ist Abhören noch verboten

Was in Deutschland keinen aufregt, wird in Polen zur Regierungskrise. Die Aldi-Familie fühlt sich übers Ohr gehauen. Und der Biss eines Fußballers hat Folgen für Adidas. Das müssen Sie heute wissen.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Eine Frage des Vertrauens

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat heute Abend noch einen wichtigen Termin: Er stellt die Vertrauensfrage. Der Grund: Die Polen mussten in den vergangenen Tagen erfahren, dass die Gespräche von Regierungsmitgliedern seit anderthalb Jahren abgehört werden. Alles, was über die Affäre nach außen dringt, kommt von Tusk selbst: Sie betreffe dutzende, womöglich hunderte Personen. Hintergrund sei Kohlehandel im großen Stil, aber auch „die Situation in der Ukraine und in Europa“. „Ich weiß nicht, in welchem Alphabet das Szenario der Affäre geschrieben wurde, aber ich weiß, wer der Nutznießer von Chaos im polnischen Staat sein kann“, sagt er. Wo bleibt die polnische Improvisationskunst? Hierzulande wurde selbst die Kanzlerin abgehört, ohne dass irgendjemand das Vertrauen verlor.

Wenn es Aldi zu teuer wird

Er ist einer der ganz Großen der Kunstbranche: Helge Achenbach war Trauzeuge von Jörg Immendorff, arbeitet mit Weltstars wie Gerhard Richter zusammen und vertreibt Kunst an etliche Wirtschaftsgrößen wie die Albrechts, die Familie der Aldi-Gründer also. Doch nun wurde dem Düsseldorfer Kunsthändler ein Geschäft zum Verhängnis. Seit Pfingsten sitzt er in Untersuchungshaft: Betrug heißt der Vorwurf. Erhoben wird er von Babette Albrecht, der Witwe von Aldi-Erbe Berthold Albrecht. Achenbach hätte wissen können, worauf er sich einlässt: Eine Albrecht verkauft niemand etwas zu zu hohen Preisen.

Toyota setzt auf die Brennstoffzelle

Ein Brennstoffzellen-Auto, das statt Abgasen Wasser ausstößt – was für ein Traum. Er wurde uns schon oft angekündigt. Jetzt ist es aber ganz bestimmt bald soweit. Verspricht Toyota. Und damit könnte aus dem Traum etwas werden. Denn es war Toyota, das einst mit dem Prius das erste Hybridauto in den Verkehr geschleust hat. Heute wie damals winkt die Konkurrenz eher ab. Inzwischen hat Toyota rund sechs Millionen Hybridautos unters Volk gebracht. Der Wasserstoff-Toyota namens FCV geht 2015 in den USA an den Start, Europa folgt dann sogleich. Wir drücken den Japanern die Daumen, und wenn wir das gerade nicht tun, malen wir ihnen ein Bild davon, wie ein schönes Auto auszusehen hat. Denn wie einst beim Prius gilt: Schön ist keine Beschreibung, die auf das Design des FCV irgendwie zutrifft.

Der Sahnetortendeal

Ob es die Sahnetorte zum Geburtstag ist, die Aufbackbrötchen auf dem Sonntagsfrühstückstisch oder das Dessert nach dem Mittagessen: Coppenrath & Wiese hat es gebacken. Nun soll das Unternehmen verkauft werden, teilten die Eigentümer mit. Hoffentlich haben sie bereits einen ernsthaften Interessenten im Kopf. Denn für Sahnetortenhersteller gilt das gleiche wie für Sahnetorten: Wenn sie zu lange im Schaufenster stehen, werden sie schlecht.

Der Biss des Monsters

Der Biss von Luis Suarez schmerzt nicht nur den italienischen Verteidiger Giorgio Chiellini. Nach der Tätlichkeit des uruguayischen Stürmers muss nämlich der deutsche Sportausrüster Adidas einen Imageschaden befürchten. Und das zu einer Zeit, in der Adidas ohnehin schon Nike hinterherrennt. Die britische Presse fragt heute bereits: Wer bändigt dieses Monster? Wir fragen: Wie lange liefert Adidas noch Turnschuhe an Monster?

Einen unerschrockenen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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