Was vom Tage bleibt
IT-Gipfel – Wer schützt unsere Geheimnisse?

Der Innenminister reklamiert ein Recht auf Geheimniskrämerei: Hat er Recht? Adidas könnte Reebok verkaufen, aber kaum unter Hainer. Und: Auch beim Verheiratetsein zählt das richtige Maß. Wieso, lesen Sie im Tagesbericht.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die Geheimniskrämer

Menschen brauchen Geheimnisse. Wir als Journalisten können diesen Satz, den Innenminister de Maizière heute fallen ließ, nur unterschreiben: Gäbe es keine Geheimnisse, könnten wir auch keine lüften. Der Minister sagte den Satz allerdings mit Blick auf den nationalen IT-Gipfel, der morgen beginnt. Es bleibt das Geheimnis der Bundesregierung, wie sie es anstellen will, dass Geheimnisse bewahrt werden können.

Trainerwechsel?

Eine Investorengruppe aus Hongkong und Abu Dhabi erwägt, Adidas seine US-Tochter Reebok für 2,2 Milliarden Dollar abzukaufen. Die Franken hatten Reebok 2005 für 3,8 Milliarden Dollar gekauft. Sie war lange Zeit Sorgenkind des Herzogenauracher Konzerns, entwickelt sich nach einer Neuausrichtung auf den Fitnesssport aber wieder besser. Wenn Adidas-Chef Herbert Hainer also noch Herr im eigenen Haus ist, dann dürfte er das Ansinnen der Käufer also in Bausch und Bogen ablehnen. Alles andere wäre ein Zeichen, dass Adidas vor einem Trainerwechsel steht.

Eine Frage des Zeitgefühls

Oh, oh – der Dax: Heute ging es wieder steil bergab. Kurzfristig Panik, mittelfristig Zuversicht lautet die Einschätzung von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, zu dem Börsendrama, das sich da seit Tagen abspielt. So jedenfalls hat es unsere Umfrage ergeben. Jetzt wüssten wir zu gern etwas über Ihr Zeitgefühl: Dauert kurzfristig bei Ihnen Tage, Monate oder ein bis zwei Jahre?

Wie die UBS dem Lockruf des Schwarzgelds erlag

Die Schweizer Großbank UBS hat im Oktober 2011 ihren deutschen Beratern unter bestimmten Bedingungen erlaubt, unversteuerte Gelder von Neukunden anzunehmen. In einer Mail aus Zürich heißt es wörtlich: „Grundsätzlich bleibt die Weisung bestehen, wonach keine neuen Kundenbeziehungen eröffnet werden dürfen, wenn bekannt ist, dass das entsprechende Vermögen nicht versteuert ist. (...) Diese Einschränkung wird für Germany International für in Deutschland domizilierte Kunden aufgehoben, wenn folgende Bedingungen erfüllt (...) sind.“ Und dann kommt eine Aufzählung: Die Gelder müssten beispielsweise von anderen Schweizer Banken stammen. Und: „Kunde gibt zu erkennen, dass die Vermögenswerte regularisiert werden.“ Ich würde sagen: Die Bank gibt zu erkennen, dass sie es mit ihrer Weißgeld-Strategie nicht so genau nimmt.

Der Klassiker

Im vergangenen Jahr waren in 70 Prozent der insgesamt knapp 8,1 Millionen Familien mit mindestens einem Kind die Eltern verheiratet. Im Jahr 1996 hatte der Anteil noch bei 81 Prozent gelegen. Die klassische Familie dominiert also in Deutschland, hat aber an Bedeutung verloren, schließt daraus das Statistische Bundesamt. Ein anderer Schluss könnte lauten: Die Ehe funktioniert dann am besten, wenn beide Seiten ein bisschen unverheiratet bleiben.

Einen frohen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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