Was vom Tage bleibt
Kampf um die Mehrheit

Union entscheidet über Griechenland, Chinas Börsen brechen wieder ein. Deutschland kann die Flüchtlinge verkraften, die Zahl der Baugenehmigungen steigt und die nächste Android-Version kommt. Der Rückblick auf den Tag.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Für die eigene Fraktion

Vor Angela Merkel liegt ein langer Abend. In einer Sondersitzung der Unions-Fraktion will sie am Dienstag die eigenen Abweichler doch zu einem Ja zu Griechenland bewegen. Der Bundestag soll am Mittwoch das dritte Rettungspaket für das Krisenland beschließen. Es geht um viel Geld: An die 90 Milliarden Euro sollen die Griechen jetzt bekommen. Zu einem Ja gibt es keine Alternative. Griechenland darf nicht zum nächsten Unruheherd im östlichen Mittelmeer werden. Nur ein paar hundert Kilometer beginnt das weite Land der Anarchie.

Falsche Vorfreude

Der eine oder andere Anleger dürfte sich zu früh gefreut haben. Nach der Erholung in der vergangenen Woche dachte wahrscheinlich so mancher, dass der Börseneinbruch an den chinesischen Finanzmärkten ein einmaliges Ereignis gewesen wäre. Doch das war eine ziemlich falsche Einschätzung. Am Dienstag ist es in Schanghai noch einmal kräftig abwärts gegangen, von einer Erholung kann also keine Rede sein. Für China gilt derzeit nur eine einzige Devise: Die ganz große Vorsicht ist angebracht.

Ja zur Hilfe

Wenn die Aufnahme der vielen Flüchtlinge gelingen soll, dann muss an allererster Stelle die soziale Integration klappen. Das kriegszerstörte Deutschland hat es in den 40er- und 50er-Jahren geschafft, Millionen von Ostflüchtlingen aufzunehmen. Kritiker werden einwenden, dass damals Deutsche gekommen sind. Jetzt sind es aber Menschen aus anderen Kulturkreisen. Ja, das stimmt. Aber wir reden heute über einige Hunderttausend, damals waren es Millionen. Und: Deutschland ist heute eines der reichsten Länder der Welt und liegt nicht mehr in Ruinen. Wir sollten es also schaffen.

Es wird wieder gebaut

Deutschland überrascht immer wieder mit positiven Meldungen. Der Arbeitsmarkt ist stabil und die Wirtschaft wächst. Jetzt zeigt sich, dass auch auf dem Wohnungsmarkt eine ganze Menge passiert. In der ersten Jahreshälfte von 2015 sind mehr neue Wohnungen genehmigt worden als im Vorjahr – das Plus liegt fast bei drei Prozent. Das wird sicherlich noch nicht reichen, um die Lücken in den großen Ballungsräumen zu schließen. Aber immerhin: Ein Anfang ist gemacht.

Süße Nebelkerzen

Google gibt sich gern als freundliches Unternehmen. Jedes Jahr lässt sich der US-Konzern für die neueste Version des Handy-Betriebssystems Android einen neuen Namen einfallen. Nach „Kitkat“ und „Lollipop“ in den Vorjahren wechseln wir dieses Mal zu „Marshmallow“. Das klingt natürlich wieder schön süß und sympathisch, ganz nach dem Geschmack der Amerikaner. Aber flotte Namen für eine Software sind nicht alles. Statt darauf zu viel Energie zu verwenden, sollte sich Google lieber auf die Sicherheitsprobleme beim Android konzentrieren. Denn da gibt es eine ganze Menge zu tun.

Einen schönen Abend wünsche ich Ihnen. Ich hoffe, Sie hatten einen erfolgreichen Arbeitstag. Aus Düsseldorf grüßt Sie herzlich

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Kampf um die Mehrheit"

Alle Kommentare

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  • Hallo Herr Spiegel,
    der Herr Menzel mag ja gut und recht sein. Und von mir aus ist er auch einer Ihrer besten Berater. Ist mir auch egal. Aber in einer Tageszusammenfassung (Was vom Tage bleibt) erwarte ich eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse. Nicht seine persönliche Meinung bzw. was jemand davon hält. Wenn ich "Geschwätz und Meinungen" will, setz ich mich an einen Stammtisch!
    Wieso glaubt in letzter Zeit so ziemlich jeder Journalist, dass irgend jemand seine Meinung interessiert? Wieso kann ein Journalist nicht sachlich und neutral (!) berichten und seine Meinung in den Kommentarspalten loslassen? Alle wollen doch immer so Volksnah sein. Also bitte....!!!!
    Grüße
    Müller

  • Herr Menzel,
    sparen Sie sich bitte Ihre oberlehrerhaften Kommentare! Was Sie so denken, will niemand wissen. Denn Menschen, die nen Blick ins Handelsblatt werfen, sind im Stande selbst zu denken.
    Machen Sie sich bitte nicht lächerlich!
    Danke!

  • Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt."
    Sie sind einer meiner besten Berater, ich denke hier mit an Ihren Spruch zum Euro.

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