Was vom Tage bleibt
Katar, bitte melden!

Schon wieder hilft ein Emirat Europa: Diesmal Katar als Kunde von Airbus. Papst Franziskus liest der Kirche die Leviten. Und: Udo Jürgens wird immer lebendig bleiben. Lesen Sie, was vom Tage wichtig war.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Katar hebt ab

Der Airbus 350 durfte heute zu seinem ersten Käufer fliegen: Es ist, in Form der Qatar Airways, das Emirat Katar, das sich ja auch sonst einiges leistet. Einen Teil der Deutschen Bank zum Beispiel oder die Fußballweltmeisterschaft. Nun ist der Scheich der erste Kunde eines Unternehmens, das in jüngster Zeit einige Rückschläge erlitten hat. Erwartet er eigentlich wirklich nur ein funktionsfähiges Flugzeug oder was möchte Katar? Und wo ich gerade Fragen stelle: Wieso drückt er eigentlich den Ölpreis so nach unten, dass es quietscht? Katar – bitte melden!

Feier für Flüchtlinge

Gerhard Schröder hatte einst einen Aufstand der Anständigen organisiert, als in seiner Amtszeit als Kanzler Hakenkreuz-Schmierereien an Synagogen die Deutschen auf die Probe stellten. Sowas will er wieder organisieren, diesmal wegen der Pegida-Demonstrationen. Ich werde das anders machen: Ich werde übermorgen feiern, dass vor ungefähr 2000 Jahren ein Paar mit Migrationshintergrund im Morgenland immerhin eine Krippe fand, um ihr Kind auf die Welt zu bringen.

Papst liest Leviten

Ich werde dazu in eine von den Kirchen gehen, der der Papst die Leviten gelesen hat. Er hat heute, anstatt seinen Schäfchen obligatorisch „Frohe Weihnachten“ zu wünschen, die 15 Leiden der Kurie aufgelistet. Vom „Terrorismus der Gerüchte“ bis zur „Pathologie der Macht“. Es ist immer wieder ein Hingucker, wie weltlich das geistliche Betriebssystem doch ist. Damit über Jahrtausende zu bestehen, ist die wahre Leistung dieser Kirche.

An Udo

Du warst ein Star. Ich bin mit Dir niemals nach New York geflogen, ich habe mit Dir griechischen Wein getrunken, ich habe manches ehrenwerte Haus enttarnt. Udo, der du selbst mit 66 Jahren aufgehört hast zu altern - jetzt, wo Du fort bist, rufen wir Dir hinterher: Du warst ein Marathon-Star. Keiner dieser Sprinter, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen, und schnell dahin wieder verschwinden. Nein, Du hast 30, 40, 50 Jahre die Bühne gerockt. Deine Ausdauer, Deine Kreativität, Deine Geduld und Deine Schaffenskraft – davon können wir uns alle eine Scheibe abschneiden. „Und nach dem Abendessen sagte er, lass mich noch eben Zigaretten holen gehen“, ist Deine Zeile über einen, der nebenbei den Entschluss fasst, sein Leben zu ändern. Ganz nebenbei hast Du gestern bei einem Spaziergang durchs schöne Thurgau in der Schweiz, Dein irdisches Leben abgelegt. Merci - mon ami, das Leben mit Dir war schön.

Einen musikalischen Tagesausklang, möglichst in Dur, wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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