Was vom Tage bleibt
Kein Grund zur Panik

Die Regierung nimmt die Wachstumserwartungen zurück, bei VW steht der nächste Rückzug an. Vonovia will die Deutsche Wohnen übernehmen, Iran billigt das Atomabkommen und Hillary Clinton ist wieder da. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Auf einem gesunden Pfad
Das Wirtschaftswachstum wird in Deutschland etwas kleiner ausfallen. Die Regierung in Berlin erwartet jetzt 1,7 statt 1,8 Prozent. Niemand muss deswegen in Panik verfallen. Die Wirtschaft in Deutschland ist gesund, sie wächst ordentlich. In den Schwellenländern sieht es nicht mehr ganz so gut aus, deshalb nimmt die Regierung die Erwartungen zurück. Das Wachstum in Deutschland wird endlich einmal von einer starken Binnennachfrage getragen. Eine Million zusätzliche Einwohner, die Flüchtlinge nämlich, werden die Wirtschaft zusätzlich kraftvoll antreiben. Auch für 2016 sieht es also ziemlich gut aus.

Große Verunsicherung
Bei Volkswagen kündigt sich der nächste Abschied an. Der bisherige Skoda-Boss und designierte Volkswagen-Nordamerika-Chef Winfried Vahland zieht die Reißleine und scheidet aus dem Konzern aus. Dieser Schritt deutet auf kräftige Reibereien mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller hin. Die Sorgen im Unternehmen sind jetzt groß, die komplette Belegschaft bis hinauf zum Konzernboss ist extrem verunsichert. Es bedarf keiner großen hellseherischen Fähigkeiten: Vahland wird nicht der letzte Top-Manager sein, der das Unternehmen verlässt.

Weckruf in Deutschland
Seit ein paar Wochen geht es Schlag auf Schlag: In der deutschen Immobilienbranche jagt ein Milliarden-Mega-Deal den nächsten. Jetzt will Vonovia den Konkurrenten Deutsche Wohnen übernehmen, neun Milliarden Euro stehen dafür im Raum. Endlich passiert etwas in dieser bislang extrem verschlafenen Branche. In anderen Ländern sind Wohnungskonzerne schon viel früher als völlig gewöhnliche Wirtschaftsunternehmen entdeckt worden, Deutschland hat für diesen Prozess etwas länger gebraucht. Fusionen und Übernahmen gehören auch beim Geschäft mit Wohnungen ganz einfach dazu. Der gesamten Branche wird diese neue Normalität richtig gut tun.

Grünes Licht in Teheran
Aus dem Nahen und Mittleren Osten kommen dieser Tage nicht allzu häufig gute Nachrichten. Trotzdem gibt es sie noch: Im Iran billigt der extrem einflussreiche Wächterrat das Atomabkommen mit dem Westen, in Teheran ist der Deal damit endgültig durch. Was fehlt jetzt noch? Die finale Zustimmung in Washington ist noch nicht ganz gesichert. Hoffentlich hat Präsident Obama ein gutes Händchen und kann die letzten Widerstände im US-Kongress aus dem Weg räumen. Wir brauchen dieses Abkommen. Wir brauchen in der kriegs- und krisengeschüttelten Region des Nahen Ostens endlich etwas, was funktioniert.

Auf direktem Weg ins Weiße Haus
Für längere Zeit hat sie sich versteckt, Hillary Clinton, die aussichtsreichste Bewerberin der Demokraten um das Amt des US-Präsidenten. In der ersten TV-Debatte ihrer Partei ist Hillary Clinton als klare Siegerin hervorgegangen, an ihrer Nominierung sollte es keine großen Zweifel mehr geben. Wenn die Republikaner dann noch den politisch ziemlich unfähigen Immobilien-Milliardär Donald Trump ins Rennen schicken sollten, dann ist eigentlich schon jetzt ziemlich klar, wer Ende kommenden Jahres ins Weiße Haus einziehen wird: Bill und Hillary Clinton.

Einen angenehmen und erholsamen (Feier-)Abend wünscht Ihnen ganz herzlich

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Kein Grund zur Panik"

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  • Dass Frau Clinton Oberwasser hat, dürfen wir vielleicht bald mal aus einigen "kleinen" Tassen ausschlürfen.
    Beim Weckruf zur Immo-Übernahme stehe ich an der Seitenlinie und warte mal ab, was da passiert.
    Sie, sehr geehrter Herr Menzel, halten auf dem Foto angesichts des ganzen Geschehens die Arme verschränkt - und das tue ich auch.

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