Was vom Tage bleibt
Keine überraschenden Nachrichten

Alles wie immer: Die Kanzlerin sagt fast nichts zur Spitzelaffäre der NSA, Microsoft verpatzt einen Produktstart und Detroit hat kein Geld. Der Tagesrückblick bietet dennoch eine Pointe. Sie spielt in einem Tunnel.
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Guten Abend,

Ich sag' mal einfach nix

Die Hauptstadtpresse hing heute an den Lippen von Angela Merkel. Die Kanzlerin hatte quasi auf dem Weg in den Sommerurlaub noch einmal zur Pressekonferenz geladen. Nur sagen wollte sie nichts. Wer etwas zur NSA-Spitzelaffäre hören wolle und dem Abhörprogramm PRISM sei mit völlig falschen Erwartungen gekommen. Ich meine aber: mit den richtigen Erwartungen. Meine Kollegen aus dem Politik-Ressort haben den Anlass genutzt, um eine Bilanz der zweiten Amtsperiode Merkels zu ziehen.

Motor City röchelt

Eine Journalisten-Weisheit besagt, Überraschendes ist eine Nachricht wert. Damit kann ich in dieser Passage gleich zweimal nicht dienen. Die Stadt Detroit ist pleite. Und eine deutsche Bad Bank hatte ihr 200 Millionen Dollar geliehen.

Drosselfone

Die Deutsche Telekom hatte einen wahren Sturm über sich ergehen lassen müssen, als sie Datengrenze für Flatrates zunächst einführte und dann teilweise zurückruderte. Die „Drosselkom“ war geboren. Heute gesellt sich die Konkurrenz dazu. Nicht nur, weil es bei Vodafone alles andere als rund läuft. Nein, ein Gericht hat eine Werbung, die „grenzenloses Surfen“ versprach, verboten.

Zune II

Es gab mal einen Musikspieler, mit dem Apple große Erfolge feierte. iPod hieß der, Microsoft wollte sich nicht lumpen lassen und legte bald nach: der Zune war geboren – und schon bald ein Fall für das Technikmuseum. Jetzt schreibt Microsoft das zweite Kapitel dieser Geschichte. Der Zune II heißt offiziell Surface, ist ein Tablet-Computer und war als Konkurrenz zum iPad gedacht, einem Produkt von Apple, das große Erfolg feierte. Der neue Microsoft-Ausflug hat die Aktie heute um zehn Prozent nach unten geprügelt. Die Finanzchefin sagt: „Wir wissen, dass wir besser werden müssen.“ Mal wieder.

Lange nichts mehr gehört

Die Bahn baut. Und zwar in Stuttgart. Heute fiel der offizielle Startschuss für den ersten langen Tunnel des Projekts Stuttgart 21, bei dem der Hauptbahnhof unter die Erde verlegt und von einem Sack- in einen Durchgangsbahnhof umgewandelt wird. Verkehrsminister Peter Ramsauer widersprach Demonstranten, die Gäste des Festakts als „Lügenpack“ beschimpften. Wer Flugverkehr vermeiden und Verkehr von den Straßen holen wolle, müsse solche Eisenbahn-Projekte unterstützen. Für eine offizielle Patenschaft des Tunnels hat er sich aber nicht hergegeben. Das machte dann lieber seine Frau Susanne.

Ein schönes Wochenende wünscht

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Keine überraschenden Nachrichten"

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  • thx 4 comment: auch wenn man anderer Meinung sein sollte:
    Ihnen a nice one too.

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