Was vom Tage bleibt
Kommt die Deutsche Bank mit einem Deal davon?

Von Ackermann bis Fitschen: Das amtierende und ehemalige Spitzenpersonal der Deutschen Bank steht vor Gericht. Winterkorn übt Normalität. Und Philips vernetzt die Zahnbürste. Was heute wichtig ist, lesen Sie hier.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Dealmaker unter sich

Was passiert ist, lässt sich so zusammenfassen: Ab sieben stehen Journalisten vor dem Landgericht in München herum, um kurz nach neun Uhr betritt Oberstaatsanwältin Christiane Serini gut gelaunt den Sitzungssaal. Josef Ackermann ist dann der einzige von fünf Angeklagten, der lächelnd auf der Bank Platz nimmt. Die anderen vier gucken ernst. Richter Noll verließt die Anklageschrift, mehr als 100 Seiten sind das und es dauert. Der Tag heute ist der Auftakt zum Strafprozess gegen Manager der Deutschen Bank, die sich, so die Ankläger, verschworen haben sollen, um das Gericht zu täuschen. Den Angeklagten droht eine Geld- oder eine Haftstrafe, auch ein Freispruch ist noch drin. Was sie beruhigen dürfte: Spätestens seit dem Ecclestone-Prozess wissen sie, dass Münchner Gerichte Deals immer dann mögen, wenn sie nur ordentlich teuer sind.

Die SPD als Berater

Heute Abend herrscht gelebte Normalität: VW-Chef Martin Winterkorn eröffnet ein neu gemachtes Autohaus mitten in Berlin. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sich angekündigt, genauso wie der SPD-Ministerpräsident von Niedersachsen, Stephan Weil. Ex-IG-Metall-Chef Berthold Huber, auch ein SPD-Mitglied, bereitet sich darauf vor, die Volkswagen-Hauptversammlung in der nächsten Woche zu führen. Keine Frage: Die Bindungen zwischen Partei und Konzern sind traditionell eng. Eine beratende Funktion bei der Frage, wie es weitergeht ohne Patriarch Piëch, dürfte die SPD auf jeden Fall erfüllen. Sie wird es sich nicht nehmen lassen.

Wette verloren, trotzdem gewonnen

Der Prozess der Stadt Ennepetal aus Nordrhein-Westfalen über riskante Zinswetten muss neu aufgerollt werden und damit steht es schlecht für das Städtchen. Dessen Kämmerer hatte von der WestLB ein Finanzprodukt gekauft, das außer seinen Erfindern niemand verstanden hatte. Als die Stadt damit Verluste einfuhr, klagte sie gegen die Bank. Offenbar wird sie den Prozess nicht gewinnen. Als Trost bleibt: Ennepetal wird die verlorene Wette überleben. Die WestLB dagegen ist untergegangen, weil sie sich allzu sehr aufs Wetten eingelassen hatte.

Schwarz und Weiß

Nach der Trauerfeier für den im Polizeigewahrsam gestorbenen Schwarzen Freddie Gray ist es in Baltimore zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen gekommen. Autos brannten, Polizisten wurden verletzt. Die Trauer und das Unverständnis über den Tod des 25-Jährigen sind in offene Wut umgeschlagen. Der Rassismus in den USA ist etwas, das hier keiner versteht. Die Frage ist: Haben wir keinen Grund, über das Problem nachzudenken, oder sind wir schlichtweg keine Rassisten?

Intelligente Zahnbürste

Noch ist es die ganz normale elektrische Zahnbürste, von der Philips-Chef Frans van Houten schwärmt. Etwa die Diamond-Clean-Schallzahnbürste, die sich in einem Wasserglas auflädt oder am USB-Anschluss eines Rechners. Doch die Zahnbürste der Zukunft wird noch mehr können: Die Bürsten sollen den Speichel analysieren und die Daten ans Smartphone schicken können. Es ist das Internet der Dinge, das Philips umtreibt und uns bleibt die vage Hoffnung, dass die findigen Niederländer zumindest um die Klobürste einen Bogen machen werden.

Putzen Sie sich gut die Zähne heute Abend

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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