Was vom Tage bleibt
Kräftemessen - vor und hinter den Kulissen

Es ist erstaunlich worüber sich Menschen erbittert streiten können, selbst gestandene Vorstände bei Douglas oder der Deutschen Bank. Aber eins ist unstrittig: Auf dem iPad kann man kein Ei braten. Der Tagesrückblick
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Wunderschönen guten Abend,

Ackermann verdirbt seinen Abgang

Es ist ein Trauerspiel: Da hat Josef Ackermann jahrelang die Deutsche Bank geführt - umstritten zwar, aber auch höchst erfolgreich - und nun verdirbt er sich selber seinen Abschied. Immer deutlicher wird der offene Streit mit seinen Nachfolgern Jürgen Fitschen und Anshu Jain über die künftige Ausrichtung der Bank. Jetzt wurde bekannt, dass auch das für April geplante Strategietreffen der Führungskräfte in Montreux überraschend abgesagt wurde. Eine geordnete Stabübergabe sieht anders aus. Da kann offenbar einer den Stab nicht loslassen.

Douglas trudelt ins Chaos

Während der Streit bei der Deutschen Bank eher hinter den Kulissen geführt wird, beharken sich die Streithähne beim Handelskonzern Douglas auf offener Bühne. Heute ging das Theater bei der Hauptversammlung in der Essener Grugahalle weiter. Konzernchef Henning Kreke möchte das Unternehmen sanieren, umbauen und möglicherweise von der Börse nehmen. Doch all das kann er nur unter Vorbehalt planen, weil er nicht weiß, was sein Großaktionär, der Drogerist Erwin Müller, vorhat. Müller saß in Essen im Publikum und schwieg ausnahmsweise vielsagend. Da geht eine gute Marke mit Ansage vor die Hunde - weil erwachsene Männer Kindergarten spielen.

Wofür noch Geld da ist

Ein anderer Streit wird zurzeit auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen. Die Gewerkschaft Verdi hat heute in NRW wieder den öffentlichen Verkehr lahmgelegt, um ihrer Tarifforderung Nachdruck zu verleihen. Die Arbeitgeber sollten nicht den Fehler machen, das Frustpotential bei den Beschäftigten im öffentlichen Dienst zu unterschätzen. Einfach zu sagen, es sei halt kein Geld da, klingt angesichts der milliardenschweren Rettungsaktionen für Griechenland wenig überzeugend. Auch wenn das eine mit dem anderen natürlich nicht viel zu tun hat - die entscheidende Frage ist doch: Wo setzen wir unsere Prioritäten?

Kein Streik zu Ostern

Die Tarifpartner am Frankfurter Flughafen haben sich heute ganz geräuschlos geeinigt - nachdem auch dieser Streit mit so viel öffentlichem Theater begonnen hatte. Doch in diesem Fall hatte es die Arbeitgeberseite auch einfacher, denn die Gewerkschaft hatte sich schlicht verzockt. Sie hatte ihre eigene Macht überschätzt und musste rasch klein beigeben. Hilfreich war aber auch, dass der Flughafenbetreiber nach dem entscheidenden Gerichtsurteil nicht auf martialische Rhetorik, sondern auf Verhandlungen hinter den Kulissen gesetzt hat. Die Fluggäste können sich wieder auf den Osterurlaub freuen.

Was fehlt? Nutzer meckerten, das neue iPad von Apple werde zu heiß, das Unternehmen wehrte sich mit Dementis. Die Kollegen der Wirtschaftswoche machten die Probe und versuchten, auf dem iPad ein Spiegelei zu braten. Das Ergebnis des per Livestream übertragenen Experiments: Nach zwei Stunden trocknete das Ei langsam ein. Also Entwarnung.

Ich wünsche Ihnen einen Feierabend ganz ohne Streit,

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

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