Was vom Tage bleibt

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Was vom Tage bleibt: „Lame Duck“ führt nun die Telekom

Telekom-Chef Obermann will ein Jahr lang abtreten, der Staatsanwalt bescheinigt der Deutschen Bank Geheimniskrämerei und Putin weiß, wann die Welt untergeht. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.
Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

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Gefährliche Perspektive

Noch im November hatte Telekom-Chef René Obermann alle Spekulationen, er werde sein Amt an seinen Finanzchef Timotheus Höttges übergeben, ins Reich der Fantasie verwiesen. Nun ist genau das eingetreten. Ende 2013 macht Obermann für Höttges Platz, obwohl sein Vertrag vor gar nicht all zu langer Zeit verlängert wurde und noch bis Oktober 2016 lief. Die Telekom verkauft das als Kontinuität, doch die Gefahr der Konstruktion liegt auf der Hand: Sie hat nun ein Jahr eine „Lame Duck“ an der Spitze. "Wer heute zögert, sitzt morgen in der zweiten Reihe", hatte Obermann selber Anfang Dezember auf dem Kapitalmarkttag der Telekom gesagt. Das Unternehmen sollte darüber mal nachdenken.

Misstrauensvotum

Auch die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Erneut hat die Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume des Geldinstituts durchsucht. Diesmal sicherte sie Unterlagen in Zusammenhang mit dem Prozess gegen den mittlerweile verstorbenen Medienunternehmer Leo Kirch. Der gemeinsame Nenner der jüngsten Razzien: Es hat sich bei der Staatsanwaltschaft offenbar der Eindruck verfestigt, dass die Bank nicht bereit ist, freiwillig und offensiv an der Aufklärung der zahlreichen Vorwürfe mitzuwirken. Dieses Misstrauensvotum ist auch nicht gut für das Image des Unternehmens.

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Am Hof des Zaren

Er hielt Hof und seine Antworten gaben nicht die Informationen, die sich die 1200 anwesenden Journalisten erhofft hatten: Auf seiner ersten Pressekonferenz seit 2008 verkündete der russische Staatspräsident Wladimir Putin, dass die Welt erst in viereinhalb Milliarden Jahre untergehe und bot dem Schauspieler Gérard Depardieu, der im Streit mit seiner französischen Heimat liegt, gleich mal die russische Staatsbürgerschaft an. Die Aussagen zu Themen wie Korruption, seinem politischen Programm oder seinem Gesundheitszustand dagegen blieben vage. Aber so etwas fragt man ja auch einen Zar nicht.

Unsicherer Kurs bei Peugopel

Ob zwei Einäugige zusammen wieder sicher in die Zukunft blicken können? Die beiden angeschlagenen Autohersteller Peugeot und Opel sollen künftig drei Modelle auf einer gemeinsamen Plattform bauen und im Einkauf kooperieren. Das verringert sicher die Kosten, doch an den Kernproblemen ändert es nichts. Das Image von Opel ist ramponiert, Peugeot hat ein Finanzierungsproblem und beide gemeinsam haben Überkapazitäten, die nur durch Werksschließungen behoben werden können. Die Erfindung des „Peugopel“ hat noch keinen der Beteiligten sicherer für die Zukunft gemacht.

Was fehlt? IBM-Forscher sagen voraus, dass Computer künftig schmecken, riechen, sehen und hören werden und damit insgesamt menschlicher werden. Heißt das etwa , dass ich meinen Rechner demnächst auch mit einem Blumenstrauß besänftigen muss, wenn ich ihn im Stress angebrüllt habe?

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Feierabend und hoffe, dass ich Ihnen trotz aller Weltuntergangsdrohungen auch morgen noch den Tag zusammenfassen kann.

Florian Kolf

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