Was vom Tage bleibt
Magerquark für den Aufschwung

Überall herrscht Diät: Die Konjunktur erholt sich nur langsam, Santander schließt hunderte von Filialen, bei Lufthansa ist die Stimmung im Keller und prominente Sportler specken ab. Der Tagesrückblick.
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Wunderschönen guten Abend,

Hoffnungszeichen aus den Schuldenstaaten

Wir gehen durch magere Zeiten. Auch der Monatsbericht der Bundesbank liest sich zumindest auf kurze Sicht recht trostlos. Für das gesamte Winterhalbjahr deute sich ein Minus an, heißt es da. Doch auch in diesen dunklen Tagen ist eine Aufhellung in Sicht. Die Bundesbank erwartet, dass die Weltwirtschaft wieder zulegt und damit auch Deutschland wieder auf den Wachstumspfad zurückkehrt. Zur Hoffnung tragen ausgerechnet die Schuldenstaaten bei. Nachdem sie ihren Bürgern 2012 Magerkost verordnet haben, sieht es für kommendes Jahr schon wieder etwas besser aus. Und davon sollten dann auch wir profitieren.

Scharfe Schnitte in Spanien

Doch bis dahin ist noch ein harter Weg. Auf Diät gesetzt hat sich deswegen auch die spanische Großbank Santander. Sie will nach der Komplettübernahme der Tochter Banesto 700 Filialen schließen. Durch diese und andere Maßnahmen will sie Synergien von rund 520 Millionen Euro heben, wie es so schön im Managerdeutsch heißt. Im Klartext dürfte dabei eine nicht unerhebliche Zahl von Stellen auf der Strecke bleiben. Und für die Kunden wird das erstmal sicherlich auch keine Vorteile bringen.

Deutsches Betongold gefragt

Während in Spanien notleidende Immobilienkredite Banken wie Santander belasten, kaufen sich wohlhabende Spanier auf dem deutschen Immobilienmarkt ein, um ihr Kapital vor dem eigenen Staat in Sicherheit zu bringen. Auch Reiche aus anderen Schuldenländern wie Griechenland oder Italien sichern sich attraktive Wohnungen und Häuser, bevorzugt in Berlin. Und treiben damit die Preise in die Höhe. Sie können sich wohl denken, welche Flut an entrüsteten Leserkommentaren dies auf unserer Website ausgelöst hat.

Stimmungstief bei Lufthansa

Auch Lufthansa leidet unter den Folgen einer Radikaldiät. Mit dem vor einem Jahr in der Vorweihnachtszeit verkündeten Sparprogramm „Score“, wollte das Management das jährliche Ergebnis um 1,5 Milliarden Euro verbessern. Viel ist davon schon erreicht, doch als Nebenwirkung ist die Stimmung bei den Mitarbeitern am Boden. In einer internen Umfrage haben sie Vorstandschef Christoph Franz nur eine Schulnote von 3,63 (ausreichend) auf einer Skala von 1 bis 5 gegeben. Na ja, wer kurz vor Weihnachten die Geschenke wieder einsammelt, braucht sich über fehlende Jubelchöre nicht zu wundern.

Was fehlt? Immer mehr Promis warten mit ihren Diäten nicht mehr bis nach den Feiertagen. Nachdem der Ex-Fußballer Ronaldo im Rahmen einer Fernsehshow 17 Kilo abgespeckt hat, wollte Oli Kahn nicht zurückstehen. Er hat jetzt zehn Prozent seines Körpergewichtes abgenommen. Manchmal muss es eben Magerquark sein, um wieder in Top-Form zu kommen.

Ich wünsche Ihnen trotzdem einen genussreichen Feierabend. Diäten sind was für die guten Vorsätze.

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Magerquark für den Aufschwung"

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  • Was bitte sind denn "notleidende Kredite"? Selbst der Begriff "notleidende Banken" ist mittlerweile ein No-Go, weil er die Tatsache verschleiert, daß sich die Banken ihre Situation ganz alleine zuzuschrieben haben. Notleidende Banken - mir blutet das herz... Auch Euro-Freund Florian Kolf sollte nicht so einen ungelesenen Stuss zusammenschreiben.

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