Was vom Tage bleibt
Merkel muckt auf

Die Kanzlerin wird möglicherweise ausspioniert und hat es den US-Geheimdiensten leicht gemacht. Daimler ist zurück in der Erfolgsspur und Fußball-Deutschland kann auf das nächste Sommermärchen hoffen. Der Tagesbericht.
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Guten Abend,

Plötzliche Eiszeit

Bundeskanzlerin Angela Merkel könnte vom US-Geheimdienst ausspioniert worden sein. Die Indizien haben sie veranlasst, US-Präsident Barack Obama anzurufen. Dabei war das Thema eigentlich schon für „beendet“ erklärt worden. Auf einmal gibt es doch noch offene Fragen. Dass die gesamten transatlantischen Beziehungen auf dem Spiel stehen könnten, ist jedoch Blödsinn. Beide Länder hatten auch nach den Weltkriegen immer wieder Phasen, in denen sie sich nicht grün waren. Dem Zusammenspiel der Wirtschaft hat dies nicht geschadet.

Ein bisschen selber Schuld

Auf der Computermesse Cebit in diesem Jahr hatte Merkel den Stand der Düsseldorfer Firma Secusmart besucht. Das Unternehmen stattet gerade die Bundesregierung mit abhörsicheren Blackberry-Smartphones aus. Die Verschlüsselung ist aber nur zwischen Regierungsbeamten mit entsprechenden Telefonen möglich. Gespräche mit der Partei, mit Freunden oder dem Ehemann könnten trotz Kryptografie-Funktion ausspioniert werden. Doch Merkel hat zumeist ein Gerät benutzt, das gar nicht abhörsicher war. Secusmart-Geschäftsführer Christoph Erdmann sagt treffend: „Nichts hilft, wenn man die Verschlüsselung nicht benutzt.“

Daimler in ruhigerem Fahrwasser

Mehr Wachstum in China, das ist ein Schlüsselproblem, das Daimler-Chef Dieter Zetsche in Angriff nehmen musste. Gleichzeitig drückte er in den vergangenen zwölf Monaten die Kosten, rasselte mit dem Betriebsrat aneinander und brachte eine Reihe neuer Mercedes-Modelle wie die grundlegend überarbeitete A-Klasse und die mit Technik vollgestopfte S-Klasse auf den Markt. Die ersten Früchte der Spar- und Produktoffensive kann Zetsche jetzt einfahren. Im Gesamtjahr wird das Ergebnis zwar deutlich unter dem Vorjahr liegen. Doch der Mercedes-Stern ist jetzt ein bisschen aufpoliert.

40 Jahre sind genug

Man kann dem Familienkonzern Haniel nicht vorwerfen, wie eine Heuschrecke über den Pharmahändler Celesio hergefallen zu sein. Vor mittlerweile 40 Jahren war das Stuttgarter Unternehmen in den kleinen, aber feinen Reigen der Haniel-Beteiligungen aufgenommen worden. Jetzt geht das Unternehmen an einen US-Konkurrenten. Das Geld fließt zum großen Teil in den Schuldenabbau. Ein unspektakulärer Abschied.

Anlauf zum nächsten Sommermärchen

Fußball-Deutschland kann hoffen: Der DFB möchte sich um die Austragung der Fußball-Europameisterschaft 2024 bewerben. Die Ausschreibung für das Turnier ist noch gar nicht gestartet. Das heißt: extra lange Vorfreude.

Einen schönen Abend wünscht

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Merkel muckt auf"

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  • Ein halbes Jahr hat Merkel und das Kanzleramt zu den Ausspähungen Millionen Deutscher Bürger durch die NSA geschwiegen und Pofalla die Sache als erledigt verkündet. Nun plötzlich erfolgt der Aufschrei weil sich Merkel selber betroffen fühlt. Hier wird wieder mal mit zwei Maßstäben gemessen, typische Politik und besonders der von Frau Merkel.

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